Unsere Demokratie und unsere Zivilgesellschaft stehen unter Druck. Die Mehrheit der Menschen in Deutschland hält Demokratie weiterhin für die beste Staatsform, doch die Zufriedenheit mit ihrer Umsetzung sinkt. Das Vertrauen in Institutionen und politische Prozesse schwindet, und Erwartungen an Beteiligung und Gerechtigkeit bleiben oft unerfüllt. Wenn Menschen nicht ausreichend gehört werden, schwächt das die Widerstandsfähigkeit der Demokratie und gefährdet das gesellschaftliche Miteinander. Ungleichheiten im Zugang zu Ressourcen und politischem Einfluss betreffen besonders Menschen, die beispielsweise aufgrund ihrer Herkunft, Geschlechts, Religion, sexueller Orientierung, körperlicher bzw. psychischer Voraussetzungen oder ihres sozialen Status wenig Gehör finden. Ihre mangelnde Einbeziehung führt zu Entscheidungen, die nicht allen gesellschaftlichen Realitäten gerecht werden – und schwächt die Fähigkeit der Gesellschaft, Krisen verantwortungsvoll zu bewältigen. Eine zukunftsfähige Demokratie muss daher so gestärkt sein, dass Anerkennung und Beteiligung aller möglich sind.