Schwerpunkt 2026

KI im Dienst des Gemeinwohls

Was ermöglicht uns Künstliche Intelligenz – und was stellt sie grundlegend infrage? Den Fragen rund um die technologische Transformation widmen wir 2026 besondere Aufmerksamkeit. 

Text
Dr. Bernhard Straub
Bilder
Robert Bosch Stiftung/Mischen
Datum
23. Februar 2026
Lesezeit
4 Min.

In den vergangenen Wochen haben mehrere prominente Akteure der Tech Branche öffentlich vor einer tiefgreifenden KI Disruption gewarnt. Sie sprechen von einem technologischen Umbruch, der unsere Gesellschaft und Arbeitswelt in bisher ungekanntem Tempo verändern könnte. 

Für uns in der Robert Bosch Stiftung steht fest: Diese Entwicklungen verdienen höchste Aufmerksamkeit. Nicht aus Alarmismus, sondern weil technologische Transformation immer Auswirkungen auf Menschen, Institutionen und gesellschaftlichen Zusammenhalt hat. Robert Bosch war überzeugt, dass Fortschritt dem Wohl der Gesellschaft dienen muss. Diese Haltung ist uns Kompass und Auftrag zugleich.

17 Mio.Förderung für KI

Künstliche Intelligenz bietet enorme Chancen: Sie kann zu gerechterer Teilhabe beitragen, öffentliche Dienste effizienter und bürgernäher machen und neue Formen des Lernens ermöglichen. Gleichzeitig ist klar: Damit diese Potenziale allen zugutekommen, braucht es Transparenz, Verantwortung und den Mut, die Technologie aktiv zu gestalten – nicht nur zu beobachten.

Aber sind wir selbst auch bereit uns zu wandeln? Wenn KI eine epochale Disruption und Tranformation triggert, dann werden wir uns ebenfalls ändern müssen. Was sind wir bereit zu verlieren, um etwas anderes, neues zu gewinnen?

Genau hier setzt unser Jahresschwerpunkt „KI und Technologie“ an. Gemeinsam mit unseren Partner:innen aus Zivilgesellschaft, Politik, Verwaltung und der Technologiebranche wollen wir verstehen, gestalten und Wirkung entfalten. Mit insgesamt 17 Millionen Euro fördern wir im Jahr 2026 Projekte, die die Menschenwürde in den Mittelpunkt stellen und den gesellschaftlichen Nutzen von KI stärken. Darüber hinaus bringen wir uns aktiv in den öffentlichen Diskurs zu Chancen und Risiken des technologischen Wandels ein.

KI verantwortungsvoll gestalten

Bereits heute investieren wir gezielt in Projekte, die zeigen, welchen gesellschaftlichen Mehrwert digitale Technologien entfalten können. Am Bosch Health Campus etwa eröffnet ein interaktiver Showroom Besucher:innen einen unmittelbaren Zugang zu digitalen Gesundheitslösungen – und hilft damit, Vorbehalte gegenüber neuen Anwendungen abzubauen.
Auch im Bildungssektor setzen wir Akzente: Gemeinsam mit der Stanford University bilden wir im Programm „M.E.T.A.“ Fortbildner:innen aus, die Lehrkräfte beim Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Unterricht unterstützen sollen.
Auf europäischer Ebene engagieren wir uns zudem über den European AI & Society Fund. Dieser stärkt zivilgesellschaftliche Organisationen, die sich für eine menschen- und gemeinwohlorientierte Gestaltung von KI starkmachen.

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195 Mio.Gesamtförderung 2025

Im Jahr 2025 haben wir insgesamt rund 195 Millionen Euro in die zentralen Fördergebiete Gesundheit, Bildung und Globale Fragen investiert. Den größten Anteil machte dabei der Bereich Gesundheit aus: Rund 124 Millionen Euro flossen in diesen Sektor – und vor allem in den Bosch Health Campus (BHC).
Der Campus vereint unter einem Dach das Robert Bosch Krankenhaus, mehrere Forschungsinstitute, ein Bildungszentrum sowie einen integrierten Förderbereich. Mit dem BHC bündelt die Stiftung all ihre Aktivitäten im Gesundheitswesen: von der klinischen Versorgung über die medizinische Forschung bis hin zur Entwicklung digitaler Innovationen. Dazu gehört auch der Chatbot „Sundi“, der Bürger:innen dabei unterstützen soll, ihre Gesundheitskompetenz zu stärken.

Engagement für die Stärkung der Demokratie

Mit eigenen Einrichtungen wie dem Bosch Health Campus, neuen Projektentwicklungen und fast 400 aktiven Partnerschaften weltweit waren wir 2025 breit aufgestellt. Wir arbeiteten in mehr als 30 Ländern und initiierten über 300 neue Vorhaben. Ein zentraler Schwerpunkt des vergangenen Jahres: die Stärkung der Demokratie.

Im Fördergebiet Bildung stand die Demokratiebildung besonders in den Fokus. Erstmals würdigte der Deutsche Schulpreis Schulen, die mit überzeugenden Konzepten zur Demokratieerziehung vorangehen.

Im Bereich Globale Fragen stand der gesellschaftliche Zusammenhalt im Mittelpunkt. Das Vielfaltsbarometer zeigte einen deutlichen Rückgang in der Zustimmung zu gesellschaftlicher Vielfalt – ein Warnsignal für zunehmende Spannungen. Genau hier setzten wir mit unserer Förderung an: Lokale Dialogformaten wie etwa die „Allzeitorte“ bringen Menschen unterschiedlicher Herkunft in alltäglichen Räumen miteinander ins Gespräch – das stärkt das gegenseitige Verständnis sowie die demokratische Kultur auf lokaler Ebene.

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Ukraine-Unterstützung fortgesetzt

Auch 2025 haben wir unser Engagement für die Ukraine konsequent weitergeführt. Zu den geförderten Vorhaben gehörte die Initiative „Restart“, die davon ausgeht, dass der Wiederaufbau nicht erst nach einem Friedensschluss beginnen darf. Bereits heute arbeitet „Restart“ deshalb in ukrainischen Städten wie Voznesensk an konkreten Plänen für einen modernen, widerstandsfähigen Wiederaufbau.

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