Starke Lehrer gegen Rechtsextremismus im Klassenzimmer

Rassistische Sprüche auf dem Pausenhof oder ein Hakenkreuz auf der Schulbank – wie sollen Lehrkräfte mit fremdenfeindlichen und antidemokratischen Äußerungen ihrer Schüler umgehen? Ein Pilotprojekt der Robert Bosch Stiftung gibt Antworten.

Robert Bosch Stiftung | Oktober 2018
Jacob Ammentorp Lund

Das Modellprojekt zeigt: Es gibt Handlungsbedarf bei der Unterstützung der Schulen im Umgang mit Rechtsextremismus.

Studien warnen bereits seit Jahren vor der zunehmenden Verbreitung menschenfeindlicher und rechtsextremer Ansichten in Deutschland. Auch an Berufsschulen gehören fremdenfeindliche oder in anderer Weise diskriminierende Äußerungen oftmals zum Alltag. Wie sollen Lehrkräfte damit umgehen? Das Modellprojekt “Starke Lehrer - Starke Schüler” gibt Antworten. Es wurde 2015 auf Initiative der Robert Bosch Stiftung gemeinsam mit der TU Dresden entwickelt und mit dem Sächsischen Kultusministerium durchgeführt. Ziel war es, den Lehrerinnen und Lehrern an beruflichen Schulen mehr Sicherheit im Umgang mit antidemokratischen und rechtsextremen Äußerungen zu geben.

Dazu nahmen die Lehrkräfte von 2015 bis 2018 an Weiterbildungen zur rechtsextremen Jugendkultur teil, tauschten in Workshops eigene Erfahrungen aus und reflektierten gemeinsam mit den Wissenschaftlern der TU Dresden praktische Erklärungs- und Reaktionsansätze. Darüber hinaus besuchten außerschulische Experten von Initiativen gegen Rechtsextremismus die Schulen, um mit den Lehrern passgenaue Strategien zu entwickeln und ihnen Feedback zu den eigenen Ansätzen zu geben.

Wissenschaftlich begleitet wurde das Projekt von der Universität Hannover. Die Ergebnisse der Evaluation wurden am Montag, den 5. November 2018 in Dresden vom sächsischen Kultusministerium, der Robert Bosch Stiftung und der TU Dresden vorgestellt. Sie zeigen: Es gibt einen dringenden Bedarf, Schulen im Umgang mit Rechtsextremismus zu unterstützen. Denn Lehrkräfte sollen nicht nur Fachwissen vermitteln, sondern die Jugendlichen unterstützen, mündige Bürger zu werden, die Demokratie kennen und leben.