Die Gesundheitskompetenz in Deutschland stärken

Jedem Zweiten fällt es schwer, gesundheitsrelevante Informationen zu verstehen und angemessen damit umzugehen. Der „Nationale Aktionsplan Gesundheitskompetenz“ zeigt, wie die Gesundheitskompetenz in unserem Land gestärkt werden kann. 

Robert Bosch Stiftung | Februar 2018
Anita Back

Kai Kolpatzik, Uta-Micaela Dürig, Doris Schaeffer und Klaus Hurrelmann (v.l.n.r.) bei der Übergabe des Nationalen Aktionsplans Gesundheitskompetenz an den Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (Mitte)

In Berlin ist der „Nationale Aktionsplan Gesundheitskompetenz“ vorgestellt worden, der Verantwortlichen in Politik, Wissenschaft und Praxis zeigt, wie die Gesundheitskompetenz in Deutschland gestärkt werden kann. Denn jeder Zweite hat Probleme, beispielsweise die Packungsbeilage von Medikamenten zu verstehen oder Gesundheitsinformationen in den Medien einzuschätzen. Falsches Verhalten und damit ein höheres Krankheitsrisiko sind die Folgen.

Der „Nationale Aktionsplan Gesundheitskompetenz“ geht auf eine Initiative der beteiligten Wissenschaftler zurück und steht unter der Schirmherrschaft des Bundesgesundheitsministers Hermann Gröhe. Die Robert Bosch Stiftung und der AOK-Bundesverband haben die Arbeit gefördert. Der Plan umfasst 15 konkrete Empfehlungen, die alle gesellschaftlichen Akteure einbinden und darauf abzielen, sowohl das Gesundheitssystem nutzerfreundlicher zu gestalten, als auch die Gesundheitskompetenz des Einzelnen zu fördern. „Mit dem Nationalen Aktionsplan gibt es nun einen wissenschaftlichen Leitfaden, der zeigt, wie die Gesundheitskompetenz in unserem Land bei der Bildung, Ernährung und Arbeit, aber auch durch einen verständlicheren Austausch zwischen Arzt und Patient gestärkt werden kann,“ sagte Gröhe.

Anita Back

Uta-Micaela Dürig, Geschäftsführerin der Robert Bosch Stiftung

Mehr Versorgungsgerechtigkeit

Warum sich die Robert Bosch Stiftung für den Aktionsplan engagiert, erklärte in Berlin Geschäftsführerin Uta-Micaela Dürig: „Obwohl wir immer mehr darüber wissen, was sich positiv auf unsere Gesundheit auswirkt, fällt es einem Großteil der Bevölkerung schwer, davon im täglichen Leben zu profitieren. Bürgern und Patienten das nötige Know-how zu vermitteln und Orientierung in einem zunehmend unübersichtlichen Gesundheitssystem zu bieten, ist daher eine drängende gesellschaftliche Aufgabe“, sagte Uta-Micaela Dürig. „Wir haben die Initiative zum Nationalen Aktionsplan Gesundheitskompetenz mit großem Interesse aufgenommen und freuen uns sehr, dass heute nicht nur der Aktionsplan selbst vorliegt, sondern die Stärkung der Gesundheitskompetenz und der Prävention auch ausdrückliche Erwähnung im Koalitionsvertrag findet.“

Die Expertengruppe habe im Aktionsplan zahlreiche gute und notwendige Empfehlungen formuliert und auch bereits gute Beispiele wie INSEA benannt. „Wir hoffen, dass diese Ideen auch andere in Aktion bringen. Wir sind davon überzeugt, dass eine höhere Gesundheitskompetenz nicht nur die Gesundheit verbessern kann, sondern auch einen Beitrag leistet zu mehr Teilhabe und Partizipation der Patienten – ja, indirekt sogar einen Beitrag leisten kann zu mehr Versorgungsgerechtigkeit.“