Im Folgenden finden Sie eine Übersicht der laufenden Projekte: 202020192018/2017

2020

Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums am Deutenberg, der Rudolf-Steiner-Schule und der Staatlichen Feintechnikschule sollen in Kooperation mit der Hochschule Furtwangen einen Beitrag leisten zur Erforschung und Identifizierung der Eintragspfade von Mikroplastik in den Gewässern der Region Villingen-Schwenningen. Gemeinsam wird erforscht, wo und wie Mikroplastik im Haushalt und in der Industrie anfällt. Hierfür werden Proben aus Gewässern in der Region entnommen und ein „Mikroplastik-Kataster“ erstellt. Im Labor sollen die Jugendlichen mit wissenschaftlicher Unterstützung untersuchen, inwieweit bestimmte Enzyme Mikroplastikpartikel abbauen können. Die Ergebnisse werden mittels Workshops und Ausstellungen an Politik und Öffentlichkeit herangetragen. Das Projekt beginnt im September 2020 und endet im August 2023. Es findet je nach Klassenstufe in Form einer Arbeitsgemeinschaft oder eines Seminarkurses statt.

Um alle Menschen auf der Erde bis zum Jahr 2050 nachhaltig und gesund zu ernähren, ist eine Veränderung unserer Ernährungsweise nötig. Die EAT-Lancet-Kommission hat dazu einen Speiseplan entwickelt, die sog. Planetary Health Diet. Auf deren Grundlage erforschen rund 25 Schülerinnen und Schüler des Fritz-Greve-Gymnasiums Malchin zusammen mit dem Kolleg für Management und Gestaltung Nachhaltiger Entwicklung gGmbH (KMGNE) Handlungsempfehlungen und Konzepte einer nachhaltigen Ernährungskultur vor Ort. Es handelt sich um ein transdisziplinäres Forschungsprojekt. Die Jugendlichen entwickeln zusammen mit dem Wissenschaftsteam einen Speiseplan der gesundheitsförderlich und umweltrelevant ist. Die Forschungsergebnisse sollen schließlich praktisch umgesetzt werden in Schule und Stadt. Das Projekt beginnt im September 2020 und endet im August 2023.

Viele wissenschaftliche Disziplinen liefern Erkenntnisse und Empfehlungen für Klimaschutzmaßnahmen. Doch inwieweit lassen sich Klimaschutzmaßnahmen rechtlich durchsetzen? Diese Frage untersuchen Schülerinnen und Schüler am Gymnasium Andreanum Hildesheim mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Universität Göttingen. In Facharbeiten soll untersucht werden, welche konkreten Handlungsoptionen sich aus naturwissenschaftlichen Erkenntnissen ableiten lassen. Zum anderen soll die Realisierbarkeit der Maßnahmen aus rechtswissenschaftlicher Sicht geprüft werden. Darauf aufbauend sollen die Jugendlichen Projektideen mit lokalem Bezug entwickeln. Die Ideen werden mit Politikerinnen und Politikern der Stadt Hildesheim diskutiert und deren Umsetzbarkeit bewertet. Das Projekt läuft von August 2020 bis Juli 2022. Es wird im Rahmen eines Seminarfachs in der 12. Klasse und einer AG für die Klassenstufen 5 bis 7 durchgeführt.

Untersuchungsgegenstand im Projekt zwischen der Hochschule Darmstadt und der Lichtenberg Schule Darmstadt ist der Saubach. Gemeinsam mit dem Wissenschaftsteam sollen 16 Oberstufenschülerinnen und -schüler in Kleingruppen dessen Ist-Zustand analysieren sowie Maßnahmen für einen ökologisch guten Zustand erarbeiten, die auch für die Renaturierung anderer kleiner Fließgewässer geeignet sind. Die Jugendlichen erlernen dabei Methoden zur Datenerhebung und Auswertung aus der Fließgewässerökologie. Am Ende können die Jugendlichen eine Facharbeit für das MINT-EC-Zertifikat einreichen oder eine besondere Lernleistung im Rahmen der Abiturprüfung erbringen. Geplant ist, die Ergebnisse an Schule und Hochschule zu präsentieren sowie im Rahmen des Programms „100 wilde Bäche für Hessen“ des Landesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Das Projekt läuft drei Jahre und startete im Juli 2020.

Das Klima ist in Klassenräumen häufig nicht optimal. Welchen Einfluss Pflanzenwände hier haben können, werden 15 Schülerinnen und Schüler des Aachener Anne-Frank-Gymnasiums gemeinsam mit einem Wissenschaftsteam der RWTH Aachen und der Heinz Trox Wissenschafts (HTx) gGmbH untersuchen. Nach einer Einarbeitungsphase und der Installation der Pflanzenwände werden die Jugendlichen mit wissenschaftlicher Hilfe ein Sensorsystem zur Messung der Luftqualität entwickeln. Ebenfalls sollen Mitschüler befragt werden, welche Veränderungen sie in Bezug auf das Raumklima wahrnehmen, sodass deren Aussagen mit den erhobenen Messdaten verglichen werden können. Den jungen Forschenden sollen so berufliche Perspektiven aufgezeigt und wissenschaftliches Arbeiten sowie Kenntnisse im Programmieren vermittelt werden. Das Projekt startet im Juli 2020 und endet im Juli 2022.

Im Projekt zwischen der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig und dem Wilhelm-Ostwald-Gymnasium setzen sich rund 30 Schülerinnen und Schüler mit dem Thema der Energie- und Nahrungsmittelproduktion auf landwirtschaftlich genutzten Flächen auseinander. In eigenen Forschungsprojekten sollen sie mit wissenschaftlicher Unterstützung positive Synergieeffekte untersuchen und Aussagen über eine nachhaltige Ko-Nutzung der landwirtschaftlichen Flächen treffen können, z.B. mit Hilfe selbstentwickelte Messsysteme. Das Projekt beginnt im September 2020 und endet im Juli 2022. Je nach Klassenstufe findet es in Form einer Arbeitsgemeinschaft, einer Projektwoche oder als eine besondere Lernleistung statt. Weitere Projektpartner sind das Leibniz-Institut für Agrarentwicklung in Transformationsökonomien (IAMO) und die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.

Was hat unsere Ernährung mit dem Klima zu tun? Zu diesem Themenkomplex forscht die Universität Greifswald gemeinsam mit dem Evangelischen Schulzentrum Martinschule. Mit wissenschaftlicher Unterstützung setzen sich die Schülerinnen und Schüler mit drei Projektthemen auseinander: Lebensmittelerzeugung und Klimaschutz, Lebensmittelkonsum sowie Plastikmüll und Recycling. Pro Projektthema werden etwa 15 Jugendliche der Klassen 5 bis 12 ausgewählt. Weitere Partner aus Zivilgesellschaft, Verwaltung und Wirtschaft sollen eingebunden werden sowie im Projektverlauf auch weitere Schulen. Auf diese Weise sowie durch öffentlichkeitswirksame Veranstaltungen soll das Projekt wichtige Impulse für eine nachhaltigere Entwicklung in der Stadt geben. Es beginnt im August 2020 und endet im Juli 2023.

Das Thema (Mikro-)Plastik und dessen zum Teil unbekannte Auswirkungen auf die Umwelt werden gegenwärtig intensiv in den Medien und der Gesellschaft diskutiert. Ein Wissenschaftsteam der Universität Osnabrück und Oberstufenschülerinnen und -schüler des Angela Gymnasiums Osnabrück sowie des Evangelischen Gymnasiums Nordhorn haben es sich deshalb zur Aufgabe gemacht, die Plastikmüllbelastung in ausgewählten Binnengewässern der Region zu erforschen. Mithilfe eines Prototypen zur Probennahme werden Kunststoffproben in Binnengewässern quantifiziert und anschließend analysiert. Die Ergebnisse sollen u.a. durch Science Rallyes und PubScience-Formate mit der Öffentlichkeit geteilt werden. Das Projekt findet im Rahmen eines Seminarfachs statt; es ist auf zwei Jahre angelegt und beginnt im September 2020.

2019

Im Projekt zwischen der Fachhochschule Erfurt und dem Gymnasium "Am Lindenberg", der Freien Reformschule "Franz von Assisi" (beide Ilmenau) sowie der ImPULS-Schule Schmiedefeld untersuchen Schülerinnen und Schüler anhand von Sedimentproben die Wechselwirkungen und Einflüsse der forstwirtschaftlichen Nutzung auf das Ökosystem der Vesser, eines Bergbachs im Biosphärenreservat Thüringer Wald. Gleichzeitig geht es dabei um die Frage, wie Bewirtschaftung und Nutzung des Waldes nachhaltiger gestaltet werden können, damit das Bergbachökosystem Perioden extremer Trockenheit oder starker Regenfälle zukünftig besser abfedern kann. Die Ergebnisse der Schülerforschung sollen auch der Verwaltung des Biosphärenreservats, Forstämtern und Naturschutzverbänden zugutekommen. 30 Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen 7 bis 10 forschen gemeinsam mit Wissenschaftlerinnen und Lehrern im Rahmen einer AG, beginnend im Oktober 2019 bis September 2021.

Welchen Einfluss sog. Influencer und Musik-Videos auf das Konsumverhalten von Jugendlichen haben, ist bisher kaum erforscht. Mehr über diesen Zusammenhang zu erfahren ist das Ziel des Kooperationsprojekts zwischen der Hochschule Reutlingen und der Theodor-Heuss-Schule Reutlingen. Im dreijährigen Projekt sollen die Jugendlichen unter wissenschaftlicher Anleitung Fokusgruppen-Interviews und quantitative Umfragen mit ihren Altersgenossen durchführen sowie Daten mittels Blickerfassung (Eye-Tracking) erheben. Geplant ist, dass sich pro Jahr 20 Schülerinnen und Schüler mit einer Forschungsmethode auseinandersetzen und ihre Ergebnisse und Erkenntnisse an die nächste Gruppe weitergeben. Die Ergebnisse der gemeinsamen Forschung sollen jährlich publiziert werden. Das Projekt startete im September 2019 und findet im Rahmen eines Seminarkurses statt.

Wie Kunststoff aus dem Meer gesammelt und recycelt werden kann, erforschen 30 Oberstufenschülerinnen und -schüler des Cusanus-Gymnasiums Sankt Wendel, des Johannes-Kepler-Gymnasiums Lebach und des Gymnasiums Birkenfeld gemeinsam mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Universität Trier. Die Jugendlichen sollen eigene Prototypen bauen, um Kunststoff aus dem Meer zu entfernen. Dabei werden auch die Möglichkeiten und Probleme bei der Verwertung dieses Kunststoffs analysiert. Geplant ist, die Ergebnisse der Schulöffentlichkeit zu präsentieren. Das Projekt findet zwischen August 2019 und Juni 2021 als Seminarfach statt und wird ergänzt durch Workshops an der Universität. Es knüpft an das ebenfalls im Rahmen von Our Common Future geförderte Projekt "Reparatur von Alltagsgegenständen" an.

Urban Gardening, d. h. die gärtnerische Nutzung städtischer Flächen, erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Dieses Phänomen im Ruhrgebiet untersuchen insgesamt 30 Schülerinnen und Schüler der 10. und 11. Klassen zweier ortsansässiger Gymnasien, einer Realschule und einer Gesamtschule gemeinsam mit der Ruhr-Universität Bochum. Je nach Interesse können die Jugendlichen in Kleingruppen unterschiedlichen Fragestellungen nachgehen: Wie können die bestehende Urban Gardening-Konzepte auf Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse verbessert werden? Welche Einstellungen in der Bevölkerung existieren gegenüber Urban Gardening? Am Ende des Forschungsprozesses sollen verschiedene Fach- und Abschlussarbeiten zum Thema Urban Gardening stehen; dabei werden die Jugendlichen u. a. von studentischen Mentoren unterstützt. Das Projekt beginnt im September 2019 und endet im August 2021. Je nach Schultyp findet es in Form einer Arbeitsgemeinschaft oder in Projektkursen statt.

Die Anzahl der Online-Bestellungen steigt stetig an. Die Pakete werden überwiegend mit Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor zugestellt und viele Wege doppelt und dreifach gefahren. Dies stellt die Infrastruktur von Städten vor eine große Herausforderung. Gemeinsam mit Wissenschaftlern der Universität zu Lübeck untersuchen Schülerinnen und Schüler des Carl-Jacob-Burckhardt Gymnasiums der Klassenstufe 8. und 9. spielerisch, wie Pakete mit autonomen Elektrofahrzeugen wirtschaftlich und umweltfreundlich zugestellt werden können. Mit wissenschaftlicher Unterstützung werden mögliche Konzepte entwickelt und anschließend in die Programmiersprache MATLAB für LEGO-Roboter umgesetzt. Dabei können kreative Lösungen entstehen, die auch für die Wissenschaft interessant sind. Das Projekt läuft von Juli 2019 bis Juni 2021 und findet im Rahmen einer freiwilligen Lerngruppe statt.

2018 und 2017

Insekten leisten viel für unser Ökosystem. In verschiedenen Teilen Deutschlands sind ihre Populationen rückläufig, dennoch fehlt eine bundesweite Überwachung des Insektenbestands (Monitoring). Im Kooperationsprojekt zwischen der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg und dem Robert Bosch College (UWC) bauen Schülerinnen und Schüler mit den Forscherinnen ein bundesweites Schul-Netzwerk auf. Gemeinsam werden die Artenvielfalt von Bienen, Wespen und ihren natürlichen Feinden in Nisthilfen, wie z.B. Insektenhotels, erfasst und statistisch ausgewertet. Dazu werden die Partnerschulen mit Insektenhotels ausgestattet, welche sie im Austausch gegen neue jeden Winter an die Universität Freiburg und das UWC zurücksenden. Ziel ist, ein langfristiges Monitoring-Netzwerk zu etablieren. Das Projekt wird über drei Jahre bis September 2021 durchgeführt.

Ob und in welcher Form sich der Klimawandel auf die lokale Tier- und Pflanzenwelt auswirkt, erforschen Schülerinnen und Schüler der Max-Planck-Schule in Rüsselsheim mit Wissenschaftlern der Hochschule RheinMain. Dazu werden die Jugendlichen z.B. das Brut- und Zugverhalten von Vögeln dokumentieren oder Wachstumsprotokolle von ausgewählten Pflanzen anfertigen. Parallel dazu wird eine andere Schülergruppe eine Wetterstation entwickeln und betreiben. Die gemessenen Wetterdaten werden dann mit älteren Datensätzen verglichen, die das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) zur Verfügung stellt. Alle erhobenen Daten werden schließlich von den Schülern mit Unterstützung der Wissenschaftler ausgewertet, miteinander verglichen und auf Zusammenhänge untersucht. Das Projekt erstreckte sich zunächst über drei Jahre und wurde aufgrund der Corona-Pandemie um ein Jahr verlängert bis August 2021.

Annett Giebelhausen
Projektmanagerin
Tel.0711 46084-685
E-Mail an Annett Giebelhausen