Im Folgenden finden Sie eine Übersicht der laufenden und der bereits abgeschlossenen Projekte.

2020

Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums am Deutenberg, der Rudolf-Steiner-Schule und der Staatlichen Feintechnikschule sollen in Kooperation mit der Hochschule Furtwangen einen Beitrag leisten zur Erforschung und Identifizierung der Eintragspfade von Mikroplastik in den Gewässern der Region Villingen-Schwenningen. Gemeinsam wird erforscht, wo und wie Mikroplastik im Haushalt und in der Industrie anfällt. Hierfür werden Proben aus Gewässern in der Region entnommen und ein „Mikroplastik-Kataster“ erstellt. Im Labor sollen die Jugendlichen mit wissenschaftlicher Unterstützung untersuchen, inwieweit bestimmte Enzyme Mikroplastikpartikel abbauen können. Die Ergebnisse werden mittels Workshops und Ausstellungen an Politik und Öffentlichkeit herangetragen. Das Projekt beginnt im September 2020 und endet im August 2023. Es findet je nach Klassenstufe in Form einer Arbeitsgemeinschaft oder eines Seminarkurses statt.

Um alle Menschen auf der Erde bis zum Jahr 2050 nachhaltig und gesund zu ernähren, ist eine Veränderung unserer Ernährungsweise nötig. Die EAT-Lancet-Kommission hat dazu einen Speiseplan entwickelt, die sog. Planetary Health Diet. Auf deren Grundlage erforschen rund 25 Schülerinnen und Schüler des Fritz-Greve-Gymnasiums Malchin zusammen mit dem Kolleg für Management und Gestaltung Nachhaltiger Entwicklung gGmbH (KMGNE) Handlungsempfehlungen und Konzepte einer nachhaltigen Ernährungskultur vor Ort. Es handelt sich um ein transdisziplinäres Forschungsprojekt. Die Jugendlichen entwickeln zusammen mit dem Wissenschaftsteam einen Speiseplan der gesundheitsförderlich und umweltrelevant ist. Die Forschungsergebnisse sollen schließlich praktisch umgesetzt werden in Schule und Stadt. Das Projekt beginnt im September 2020 und endet im August 2023.

Viele wissenschaftliche Disziplinen liefern Erkenntnisse und Empfehlungen für Klimaschutzmaßnahmen. Doch inwieweit lassen sich Klimaschutzmaßnahmen rechtlich durchsetzen? Diese Frage untersuchen Schülerinnen und Schüler am Gymnasium Andreanum Hildesheim mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Universität Göttingen. In Facharbeiten soll untersucht werden, welche konkreten Handlungsoptionen sich aus naturwissenschaftlichen Erkenntnissen ableiten lassen. Zum anderen soll die Realisierbarkeit der Maßnahmen aus rechtswissenschaftlicher Sicht geprüft werden. Darauf aufbauend sollen die Jugendlichen Projektideen mit lokalem Bezug entwickeln. Die Ideen werden mit Politikerinnen und Politikern der Stadt Hildesheim diskutiert und deren Umsetzbarkeit bewertet. Das Projekt läuft von August 2020 bis Juli 2022. Es wird im Rahmen eines Seminarfachs in der 12. Klasse und einer AG für die Klassenstufen 5 bis 7 durchgeführt.

Untersuchungsgegenstand im Projekt zwischen der Hochschule Darmstadt und der Lichtenberg Schule Darmstadt ist der Saubach. Gemeinsam mit dem Wissenschaftsteam sollen 16 Oberstufenschülerinnen und -schüler in Kleingruppen dessen Ist-Zustand analysieren sowie Maßnahmen für einen ökologisch guten Zustand erarbeiten, die auch für die Renaturierung anderer kleiner Fließgewässer geeignet sind. Die Jugendlichen erlernen dabei Methoden zur Datenerhebung und Auswertung aus der Fließgewässerökologie. Am Ende können die Jugendlichen eine Facharbeit für das MINT-EC-Zertifikat einreichen oder eine besondere Lernleistung im Rahmen der Abiturprüfung erbringen. Geplant ist, die Ergebnisse an Schule und Hochschule zu präsentieren sowie im Rahmen des Programms „100 wilde Bäche für Hessen“ des Landesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Das Projekt läuft drei Jahre und startete im Juli 2020.

Das Klima ist in Klassenräumen häufig nicht optimal. Welchen Einfluss Pflanzenwände hier haben können, werden 15 Schülerinnen und Schüler des Aachener Anne-Frank-Gymnasiums gemeinsam mit einem Wissenschaftsteam der RWTH Aachen und der Heinz Trox Wissenschafts (HTx) gGmbH untersuchen. Nach einer Einarbeitungsphase und der Installation der Pflanzenwände werden die Jugendlichen mit wissenschaftlicher Hilfe ein Sensorsystem zur Messung der Luftqualität entwickeln. Ebenfalls sollen Mitschüler befragt werden, welche Veränderungen sie in Bezug auf das Raumklima wahrnehmen, sodass deren Aussagen mit den erhobenen Messdaten verglichen werden können. Den jungen Forschenden sollen so berufliche Perspektiven aufgezeigt und wissenschaftliches Arbeiten sowie Kenntnisse im Programmieren vermittelt werden. Das Projekt startet im Juli 2020 und endet im Juli 2022.

Was hat unsere Ernährung mit dem Klima zu tun? Zu diesem Themenkomplex forscht die Universität Greifswald gemeinsam mit dem Evangelischen Schulzentrum Martinschule. Mit wissenschaftlicher Unterstützung setzen sich die Schülerinnen und Schüler mit drei Projektthemen auseinander: Lebensmittelerzeugung und Klimaschutz, Lebensmittelkonsum sowie Plastikmüll und Recycling. Pro Projektthema werden etwa 15 Jugendliche der Klassen 5 bis 12 ausgewählt. Weitere Partner aus Zivilgesellschaft, Verwaltung und Wirtschaft sollen eingebunden werden sowie im Projektverlauf auch weitere Schulen. Auf diese Weise sowie durch öffentlichkeitswirksame Veranstaltungen soll das Projekt wichtige Impulse für eine nachhaltigere Entwicklung in der Stadt geben. Es beginnt im August 2020 und endet im Juli 2023.

Das Thema (Mikro-)Plastik und dessen zum Teil unbekannte Auswirkungen auf die Umwelt werden gegenwärtig intensiv in den Medien und der Gesellschaft diskutiert. Ein Wissenschaftsteam der Universität Osnabrück und Oberstufenschülerinnen und -schüler des Angela Gymnasiums Osnabrück sowie des Evangelischen Gymnasiums Nordhorn haben es sich deshalb zur Aufgabe gemacht, die Plastikmüllbelastung in ausgewählten Binnengewässern der Region zu erforschen. Mithilfe eines Prototypen zur Probennahme werden Kunststoffproben in Binnengewässern quantifiziert und anschließend analysiert. Die Ergebnisse sollen u.a. durch Science Rallyes und PubScience-Formate mit der Öffentlichkeit geteilt werden. Das Projekt findet im Rahmen eines Seminarfachs statt; es ist auf zwei Jahre angelegt und beginnt im September 2020.

2019

Im Projekt zwischen der Fachhochschule Erfurt und dem Gymnasium "Am Lindenberg", der Freien Reformschule "Franz von Assisi" (beide Ilmenau) sowie der ImPULS-Schule Schmiedefeld untersuchen Schülerinnen und Schüler anhand von Sedimentproben die Wechselwirkungen und Einflüsse der forstwirtschaftlichen Nutzung auf das Ökosystem der Vesser, eines Bergbachs im Biosphärenreservat Thüringer Wald. Gleichzeitig geht es dabei um die Frage, wie Bewirtschaftung und Nutzung des Waldes nachhaltiger gestaltet werden können, damit das Bergbachökosystem Perioden extremer Trockenheit oder starker Regenfälle zukünftig besser abfedern kann. Die Ergebnisse der Schülerforschung sollen auch der Verwaltung des Biosphärenreservats, Forstämtern und Naturschutzverbänden zugutekommen. 30 Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen 7 bis 10 forschen gemeinsam mit Wissenschaftlerinnen und Lehrern im Rahmen einer AG, beginnend im Oktober 2019 bis September 2021.

Welchen Einfluss sog. Influencer und Musik-Videos auf das Konsumverhalten von Jugendlichen haben, ist bisher kaum erforscht. Mehr über diesen Zusammenhang zu erfahren ist das Ziel des Kooperationsprojekts zwischen der Hochschule Reutlingen und der Theodor-Heuss-Schule Reutlingen. Im dreijährigen Projekt sollen die Jugendlichen unter wissenschaftlicher Anleitung Fokusgruppen-Interviews und quantitative Umfragen mit ihren Altersgenossen durchführen sowie Daten mittels Blickerfassung (Eye-Tracking) erheben. Geplant ist, dass sich pro Jahr 20 Schülerinnen und Schüler mit einer Forschungsmethode auseinandersetzen und ihre Ergebnisse und Erkenntnisse an die nächste Gruppe weitergeben. Die Ergebnisse der gemeinsamen Forschung sollen jährlich publiziert werden. Das Projekt startete im September 2019 und findet im Rahmen eines Seminarkurses statt.

Wie Kunststoff aus dem Meer gesammelt und recycelt werden kann, erforschen 30 Oberstufenschülerinnen und -schüler des Cusanus-Gymnasiums Sankt Wendel, des Johannes-Kepler-Gymnasiums Lebach und des Gymnasiums Birkenfeld gemeinsam mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Universität Trier. Die Jugendlichen sollen eigene Prototypen bauen, um Kunststoff aus dem Meer zu entfernen. Dabei werden auch die Möglichkeiten und Probleme bei der Verwertung dieses Kunststoffs analysiert. Geplant ist, die Ergebnisse der Schulöffentlichkeit zu präsentieren. Das Projekt findet zwischen August 2019 und Juni 2021 als Seminarfach statt und wird ergänzt durch Workshops an der Universität. Es knüpft an das ebenfalls im Rahmen von Our Common Future geförderte Projekt "Reparatur von Alltagsgegenständen" an.

Urban Gardening, d. h. die gärtnerische Nutzung städtischer Flächen, erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Dieses Phänomen im Ruhrgebiet untersuchen insgesamt 30 Schülerinnen und Schüler der 10. und 11. Klassen zweier ortsansässiger Gymnasien, einer Realschule und einer Gesamtschule gemeinsam mit der Ruhr-Universität Bochum. Je nach Interesse können die Jugendlichen in Kleingruppen unterschiedlichen Fragestellungen nachgehen: Wie können die bestehende Urban Gardening-Konzepte auf Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse verbessert werden? Welche Einstellungen in der Bevölkerung existieren gegenüber Urban Gardening? Am Ende des Forschungsprozesses sollen verschiedene Fach- und Abschlussarbeiten zum Thema Urban Gardening stehen; dabei werden die Jugendlichen u. a. von studentischen Mentoren unterstützt. Das Projekt beginnt im September 2019 und endet im August 2021. Je nach Schultyp findet es in Form einer Arbeitsgemeinschaft oder in Projektkursen statt.

Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufe 10 der Fridtjof-Nansen-Schule erstellen mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Europa-Universität Flensburg eine qualitative Vergleichsstudie zur Abfalltrennung und -verwertung in Deutschland und Dänemark: Wie ist die Abfalltrennung jeweils organisiert und inwiefern wirkt sich das auf Nachhaltigkeitsempfinden und die Bereitschaft in der Bevölkerung aus, überhaupt den Abfall zu trennen? Im Rahmen einer wöchentlich stattfindenden AG erstellen die Jugendlichen mit wissenschaftlicher Unterstützung einen Fragebogen, führen Umfragen durch und werten die erhobenen Daten mit Hilfe der Statistiksoftware SPSS aus. Ergänzt wird die Forschungsarbeit durch eine Exkursion zu einer Müllverbrennungsanlage. Ein Projektbericht soll abschließend veröffentlicht werden. Der Projektzeitraum erstreckt sich über ein Schuljahr mit Start im September 2019.

Die Anzahl der Online-Bestellungen steigt stetig an. Die Pakete werden überwiegend mit Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor zugestellt und viele Wege doppelt und dreifach gefahren. Dies stellt die Infrastruktur von Städten vor eine große Herausforderung. Gemeinsam mit Wissenschaftlern der Universität zu Lübeck untersuchen Schülerinnen und Schüler des Carl-Jacob-Burckhardt Gymnasiums der Klassenstufe 8. und 9. spielerisch, wie Pakete mit autonomen Elektrofahrzeugen wirtschaftlich und umweltfreundlich zugestellt werden können. Mit wissenschaftlicher Unterstützung werden mögliche Konzepte entwickelt und anschließend in die Programmiersprache MATLAB für LEGO-Roboter umgesetzt. Dabei können kreative Lösungen entstehen, die auch für die Wissenschaft interessant sind. Das Projekt läuft von Juli 2019 bis Juni 2021 und findet im Rahmen einer freiwilligen Lerngruppe statt.

2018

Die Ausgestaltung von Städten kann eine aktive und nachhaltige Mobilität wie zu Fuß gehen oder Fahrradfahrenfördern oder behindern. Wie genau, ist bisher nicht aus Sicht von Jugendlichen erforscht worden. Im überregionalen Kooperationsprojekt werden je 25 Schülerinnen und Schüler der Klassenstufe 8 und 9 des Dr.-Wilhelm-André-Gymnasiums Chemnitz und der 5. und 6. Klasse der Stadtteilschule Poppenbüttel Hamburg selbst zu Forschenden. Unter wissenschaftlicher Anleitung durch die Technische Universität Chemnitz und die Universität Hamburg gehen die Jugendlichen der Frage nach, welche Bedingungen bei ihnen vor Ort bestehen und wie diese aus ihrer Perspektive umgestaltet werden können, damit eine aktivere Mobilität von Jugendlichen unterstützt wird. Das Projekt wird im Rahmen einzelner Projekttage und im Profilunterricht durchgeführt von September 2018 bis August 2020.

Insekten leisten viel für unser Ökosystem. In verschiedenen Teilen Deutschlands sind ihre Populationen rückläufig, dennoch fehlt eine bundesweite Überwachung des Insektenbestands (Monitoring). Im Kooperationsprojekt zwischen der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg und dem Robert Bosch College (UWC) bauen Schülerinnen und Schüler mit den Forscherinnen ein bundesweites Schul-Netzwerk auf. Gemeinsam werden die Artenvielfalt von Bienen, Wespen und ihren natürlichen Feinden in Nisthilfen, wie z.B. Insektenhotels, erfasst und statistisch ausgewertet. Dazu werden die Partnerschulen mit Insektenhotels ausgestattet, welche sie im Austausch gegen neue jeden Winter an die Universität Freiburg und das UWC zurücksenden. Ziel ist, ein langfristiges Monitoring-Netzwerk zu etablieren. Das Projekt wird über drei Jahre bis September 2021 durchgeführt.

Wie sieht eine lebenswerte Stadt aus Sicht von Jugendlichen aus? Was sollte geschehen, damit sie auch in Zukunft gerne in ihrer Region leben möchten? Diesen Aspekten sozialer Nachhaltigkeit widmen sich Schülerinnen und Schüler des Gymnasium Carolinum Bernburg in einem Kooperationsprojekt mit der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Die Jugendlichen gehen nachhaltiger Stadtentwicklung auf den Grund und entwickeln mit Hilfe der Wissenschaftlerinnen ein Konzept für die Stadt Bernburg, das die eigenen Perspektiven sowie die anderer relevanter Akteure einbezieht. Abschließend wird eine Machbarkeitsstudie durchgeführt, die das entwickelte Konzept auf eine mögliche Realisierung hin überprüft. Das Projekt wird von Oktober 2018 bis März 2021 als AG durchgeführt, das die Klassenstufen 8 bis 12 umfasst.

In Hamburg-Bergedorf wird in den kommenden Jahren ein neuer Stadtteil entstehen. Schülerinnen und Schüler ab Klasse 9 der hiesigen Gretel Bergmann Schule werden gemeinsam mit Wissenschaftlern der Universität Hamburg untersuchen, wie sich der Klimawandel auf das lokale Wettergeschehen auswirkt und welchen Einfluss die Bebauung auf das Wind- und Temperaturempfinden der Anwohner hat. Neben meteorologischen Messungen und deren Analyse werden die Jugendlichen mit Unterstützung der Wissenschaftler ein Modell des Stadtteils bauen, Experimente im Windkanal durchführen und schließlich klimafreundliche Bebauungsszenarien modellieren. Geplant ist, die Ergebnisse der Schulöffentlichkeit, im Stadtteil und an die Politik zu kommunizieren. Das Projekt erstreckt sich über drei Jahre und begann im Februar 2018.

2017

Ob und in welcher Form sich der Klimawandel auf die lokale Tier- und Pflanzenwelt auswirkt, erforschen Schülerinnen und Schüler der Max-Planck-Schule in Rüsselsheim mit Wissenschaftlern der Hochschule RheinMain. Dazu werden die Jugendlichen z.B. das Brut- und Zugverhalten von Vögeln dokumentieren oder Wachstumsprotokolle von ausgewählten Pflanzen anfertigen. Parallel dazu wird eine andere Schülergruppe eine Wetterstation entwickeln und betreiben. Die gemessenen Wetterdaten werden dann mit älteren Datensätzen verglichen, die das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) zur Verfügung stellt. Alle erhobenen Daten werden schließlich von den Schülern mit Unterstützung der Wissenschaftler ausgewertet, miteinander verglichen und auf Zusammenhänge untersucht. Das Projekt erstreckte sich zunächst über drei Jahre und wurde aufgrund der Corona-Pandemie um ein Jahr verlängert bis August 2021.

Abgeschlossene Projekte

Kooperationspartner: Universität Osnabrück, Gymnasium Carolinum Osnabrück
Projektrahmen: Seminarfach
Förderzeitraum: März 2017 - August 2019

Sind vegetarische Fleischersatzprodukte gesünder und nachhaltiger? Wie schädlich ist Mikroplastik und was passiert mit dem ganzen Verpackungsmüll? Mit diesen Fragen beschäftigten sich 22 Oberstufenschülerinnen und -schüler mit wissenschaftlicher Unterstützung. Neben einer Einführung in grundlegende Methoden naturwissenschaftlichen Arbeitens, analysierten die Jugendlichen die Lebensmittel chemisch und haben eigenständig Verfahren optimiert, die es erlauben, in einem Modellexperimentansatz Mikroplastik aus dem Sediment zu extrahieren und zu quantifizieren. „Es war unerwartet, dass hier etwas für die Fachwissenschaft rausspringt“, sagt ein Wissenschaftler. Zudem fanden mehrere Exkursionen statt, u.a. zu konventionellen landwirtschaftlichen Betrieben und Bio-Bauernhöfen in der Region. Auf einem projekteigenen Nachhaltigkeitskongress haben alle Beteiligten den Projektverlauf reflektiert, Ergebnisse und Erkenntnisse wurden mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern unterschiedlicher Disziplinen diskutiert.

Kooperationspartner: Hochschule Offenburg, Marta-Schanzenbach-Gymnasium Gengenbach
Projektrahmen: Wahlpflichtunterricht, AG
Förderzeitraum: September 2016 - Oktober 2019

Dreh- und Angelpunkt des Projekts war der Unterricht im Wahlpflichtfach Naturwissenschaft und Technik (NwT): Hier fanden die Vor- und Nachbereitung der Labortage statt, aber auch die Auswertung des Workshops zur Pflanzenkohle auf einem Bio-Demeterhof, welcher den Kick-off im jeweiligen Schuljahr bildete. Unter wissenschaftlicher Anleitung setzten sich die Jugendlichen mit dem Kohlenstoff- und Stickstoffkreislauf forschend auseinander. Dabei übten sie grundlegende Methoden naturwissenschaftlichen Arbeitens ein. Ziel war es, Hinweise auf die Frage zu bekommen, wie Pflanzenkohle genutzt werden sollte, damit sie zur Reduktion von CO2 aus der Atmosphäre beiträgt. „Um belastbarere Ergebnisse zu erzielen, hätten Versuche und Experimente häufiger wiederholt und variiert werden müssen“, resümiert ein Lehrer kritisch. Auch deswegen ist aus der Kooperation ein gemeinsames Folgeprojekt zur nachhaltigen Landwirtschaft entstanden, bei dem sich einige Schülerinnen und Schüler weiterhin engagieren.  

Artikel über das Projekt im Magazin der Robert Bosch Stiftung

Kooperationspartner: Karl-von-Closen-Gymnasium Eggenfelden, Universität Innsbruck, Technische Hochschule Deggendorf
Projektrahmen: Wahlkurs, projektorientiertes Lernen
Förderzeitraum: Oktober 2016 - Dezember 2019

Über drei Jahre beschäftigten sich 20 Schülerinnen und Schüler mit der Frage, ob Klimaschutzprojekte, die in der Schule durchgeführt werden, auch ein Umdenken bei den Eltern zur Folge haben. „Es war beeindruckend zu erleben, wie sich unsere jungen Forscher unter Anleitung von Experten der Universität Innsbruck und der TH Deggendorf mit den wissenschaftlichen Methoden der empirischen Sozialforschung auseinandersetzten, die erhobenen Daten aufbereiteten und schließlich auswerteten und analysierten“, sagt der Schulleiter. Die Jugendlichen kamen in ihrer Studie zum Ergebnis, dass zwischen Wissen und Bereitschaft zu umweltfreundlicherem Handeln ein signifikant positiver Zusammenhang besteht. Ein direkter Zusammenhang zwischen den Projekten und Verhaltensveränderungen in den Familien konnte nicht bestätigt werden.

Gekürzte Studie des Projekts

Artikel über das Projekt: Parth, Sandra et al.: „Our Common Future: eKidZ – teach your parents well. Grundlagen und Konzept einer Forschungs-Bildungs-Kooperation zur transdisziplinären Erforschung von Multiplikationseffekten im Bereich Klimawandel“, in: GW-Unterricht 155 (3/2019), S. 31–41

Kooperationspartner: Universität Konstanz, Berufsschulzentrum (BSZ) Radolfzell, Heinrich-Suso-Gymnasium Konstanz, Berufsschulzentrum (BSZ) Stockach
Projektrahmen: Seminarkurs
Förderzeitraum: Juli 2018 - August 2019

Beweggründe und Hemmnisse für Nachhaltigkeitsmanagement in der Bodenseeregion erforschten Oberstufenschülerinnen und -schüler mit Studierenden und wissenschaftlicher Unterstützung. Im Blick waren dabei Konsumentinnen und Konsumenten, Unternehmen sowie – aufgrund der dynamischen Entwicklung der Fridays for Future-Bewegung – Umweltaktivistinnen und -aktivisten. Die Jugendlichen haben gängige Methoden der empirischen Sozial- und Geschichtsforschung angewandt, um eine interdisziplinäre Perspektive auf die Fragestellung zu erhalten. Besonderheit war, dass die jeweiligen Forschungsprojekte gemeinsam mit Studierenden umgesetzt wurden. Die Ergebnisse sind in Form einer öffentlichen Ausstellung präsentiert worden, die vom Konstanzer Oberbürgermeister eröffnet wurde.

Projektseite der Universität Konstanz

Blog des Projekts mit allen Ergebnissen

Kooperationspartner: Hochschule Weihenstephan-Triesdorf, Camerloher-Gymnasium Freising
Projektrahmen: Projektseminar (P-Seminar)
Förderzeitraum: September 2018 - Dezember 2019

Über ein Jahr haben sich 15 Schülerinnen und Schüler mit der Frage beschäftigt wie nachhaltiger Pflanzenschutz als dauerhaft umweltgerechte Strategie gestaltet werden kann. Angeleitet und unterstützt wurden sie von der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf. Am Beispiel von Rosen auf öffentlichen Flächen untersuchten die Jugendlichen Schadursachen und verschiedene Möglichkeiten zur Bekämpfung von Schaderregern. Neben der Sammlung von Proben im Feld und deren Analyse im Labor, fanden Workshops und Exkursionen statt. Ein Schüler berichtet: „Ich kann nun Pilzbefälle wie Echten Mehltau und Sternrußtau diagnostizieren, mich in Diagnosemethoden eindenken und Zusammenhänge zwischen Befall und Umwelt herstellen.“

 

Kooperationspartner: Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen, Anne-Frank-Gymnasium Aachen
Projektrahmen: AG
Förderzeitraum: Juli 2018 - Dezember 2019

Schlechte Luft in Klassenräumen ist ein tägliches Phänomen. Wie Luftqualität und thermischer Komfort verbessert werden können ohne dabei Energie zu verschwenden war die zentrale Frage, mit der sich 10 Schülerinnen und Schüler der 8. und 9. Jahrgangsstufe beschäftigt haben. Zusammen mit einem Wissenschaftsteam des E.ON Energy Research Center der RWTH Aachen haben die Jugendlichen Messequipment entwickelt, welches CO2-Konzentration, Temperatur und Luftfeuchtigkeit aufzeichnet. Die Ergebnisse der Kurz- und Langzeitmessungen wurden mit den per Fragebogen erhobenen, subjektiven Eindrücken der anderen Schülerinnen und Schüler verglichen. Damit haben die jungen Forschenden einen wichtigen Beitrag zur Quantifizierung von Komfort- und Energieparametern in Schulen geleistet: Defizite im Lüftungsmanagement konnten aufgedeckt und Verbesserungsvorschläge abgeleitet werden. Die positive Resonanz führte dazu, dass die AG weiterhin angeboten wird.

Kooperationspartner: Universität zu Köln, Ville-Gymnasium Erftstadt, Ursulinenschule Hersel, Konrad-Adenauer-Gymnasium Langenfeld, Otto-Hahn-Gymnasium Bensberg, Städtisches Gymnasium Frechen, Technische Hochschule Köln
Projektrahmen: Facharbeiten, Schülerpraktikum, AG
Förderzeitraum: September 2016 - Dezember 2019

Welche Folgen Umweltveränderungen auf Pflanzen und deren Wurzelmikrobiom haben, untersuchten insgesamt rund 350 Schülerinnen und Schüler verschiedener Gymnasien zusammen mit Forschenden der Universität zu Köln am Exzellenzcluster CEPLAS (Cluster of Excellence on Plant Sciences). Hierzu wurden unter anderem mehrwöchige Freilandversuche unternommen und Wurzelproben im Labor analysiert. Wichtig sei dabei gewesen anzuerkennen, dass an Schulen „Personal, Infrastruktur und vor allem Zeit, die für außerschulische Aktivitäten zur Verfügung steht, relativ begrenzt sind“, meint eine Wissenschaftlerin. Aus Sicht des Wissenschaftsteams konnte beispielhaft gezeigt werden, wie Forschungsthemen, -inhalte und -methoden in den Schulunterricht transferiert werden können. Die Ergebnisse der Schülerforschung fließen außerdem in eine Gesamtstudie des Exzellenzclusters ein.

Projektseite des Exzellenzclusters CEPLAS

Kooperationspartner: Leuphana Universität Lüneburg, Gymnasium Lüneburger Heide
Projektrahmen: projektorientierter, fächerübergreifender Unterricht
Förderzeitraum: Oktober 2017 - Oktober 2019

Mit dem werkstofflichen Recycling von Biokunstoffen setzten sich jeweils etwa 40 Schülerinnen und Schüler der 10. Klasse in zwei aufeinanderfolgenden Jahrgängen auseinander. Angesichts der großen Mengen an Kunststoffmüll haben Biokunststoffe an Bedeutung gewonnen, sie verrotten aber nur schlecht unter natürlichen Bedingungen. Weiterhin ist ihr Recycling schwierig und kostenintensiv. Im universitären Labor gelang es den Jugendlichen, einen auf Polymilchsäuren (PLA) basierten Kunststoff herzustellen, der sich elektrochemisch lösen lässt. „Fachwissenschaftlich gesehen haben wir tatsächlich Wissen geschaffen!“, freut sich ein Wissenschaftler. Weitere Aspekte des Themas wurden auf Exkursionen zu Wertstoffhöfen und Klärwerken sowie in den Unterrichtsfächern Politik und Wirtschaft, Spanisch, Englisch und Deutsch behandelt. Das Projekt habe außerdem das Interesse vieler Jugendlicher an einer beruflichen Zukunft in den Nachhaltigkeitswissenschaften geweckt, meint eine Wissenschaftlerin.

Internetseite des Projekts

Kooperationspartner: Technische Universität Kaiserslautern, Burg Gymnasium Kaiserslautern, Rudi-Stephan-Gymnasium Worms, Veldenz Gymnasium Lauterecken
Projektrahmen: AG, Wahlpflichtkurs
Förderzeitraum: Oktober 2017 - September 2019

Welche Folgen die Ausbringung von Asche hat, um beanspruchten Waldböden wieder wichtige Nährstoffe zuzuführen, ist wissenschaftlich noch nicht abschließend geklärt. Daher untersuchten Schülerinnen und Schüler verschiedener Klassenstufen in schulhalbjährlichen Projektzyklen mögliche Seiteneffekte dieser Nachhaltigkeitsmaßnahme. Mit Hilfe des Wissenschaftsteams der TU Kaiserslautern konzipierten die Jugendlichen verschiedene experimentelle Untersuchungen im Labor und Freiland – je nach Interessenlage. Inhaltliche Absprachen und Terminabstimmungen zwischen den Projektpartnern waren nicht immer einfach: „Es sollte unbedingt abgewogen und beachtet werden, in welchem strukturellen Rahmen ein solches [Projekt] mit hohem Anspruch in Bezug auf forschendes Lernen gemacht werden kann“, erläutert eine Wissenschaftlerin. In jedem Fall sensibilisierte das Projekt die jungen Menschen dafür, wie wichtig ein gesunder Boden für Wald und Forstwirtschaft ist. Als endliche Ressource sollte er nachhaltig genutzt werden.

Kooperationspartner: Universität Siegen, Karl Kübel Schule Bensheim
Projektrahmen: projektorientierter Unterricht
Förderzeitraum Oktober 2017- September 2019

Obwohl Umweltschutz- und Nachhaltigkeitsdenken bei Jugendlichen weit verbreitet sind, spiegelt sich dies kaum im tatsächlichen Kaufverhalten wider (Attitude-Behaviour-Gap). Mit wissenschaftlicher Unterstützung erforschten 21 Oberstufenschülerinnen und -schüler, welche Faktoren hierbei eine Rolle spielen. Das Studiendesign wurde gemeinsam entwickelt: Nach einer Einführung in Methoden der empirischen Sozialforschung und insbesondere die deskriptive Statistik, haben die Jugendlichen unter Anleitung einen Online-Fragebogen entworfen, die Daten erhoben und ausgewertet. Neben den Methoden lernten die Jugendlichen viel über die Aussagekraft, aber auch die Grenzen empirisch erhobener Forschungsergebnisse. Zudem haben sie ihr eigenes Konsumverhalten reflektiert. Nach Projektende konnte eine Unterrichtseinheit zum Thema in das Oberstufencurriculum integriert werden. Von wissenschaftlicher Seite ist geplant, die Ergebnisse in einem Fachartikel zu publizieren.

Kooperationspartner: Friedrich-List-Schule Ulm, Universität Ulm
Projektrahmen: Seminarkurs, Exkursionen
Förderzeitraum: September 2016 – August 2017

Wie Nachhaltigkeit und Modeindustrie zusammenhängen und wie Jugendliche Kleidung konsumieren, das untersuchten Ulmer Schülerinnen und Schüler mittels einer empirischen Studie. Die wissenschaftlichen Herausforderungen meisterten sie mit Unterstützung eines Wissenschaftsteams der Universität Ulm. Dass das Leistungsziel des Seminarkurses erreicht wird, behielten die Lehrkräfte im Blick. Insbesondere die Exkursionen zu Modeunternehmen, die ökologisch Textilien produzieren, stellten sich als Schlüsselmoment für die Schülerinnen heraus. Denn diese übertrugen das in der Theorie Erlernte auf ihre eigene Lebenswelt und die anderer Jugendlicher. Die Forschungsergebnisse, zu welchen auch die Ulmer Lokalpresse berichtete, wurden in einem Paper veröffentlicht und die beteiligten Wissenschaftlerinnen werden diese mit weiteren Studien vergleichen und ggf. publizieren. Auch an der Schule soll das Thema nachhaltige Mode und Konsum präsent bleiben und die Forschungsergebnisse weitergetragen werden.
 

Ergebnis der Schülerumfrage
 

Artikel über das Projekt in der Südwest Presse

Kooperationspartner: Technische Universität München (TUM), Schyren-Gymnasium Pfaffenhofen
Projektrahmen: Wissenschaftspropädeutisches und Projekt-Seminar (W- und P-Seminar), Expeditionen
Förderzeitraum: September 2015 – September 2017

Im Projekt „Expedition Zukunft“ erforschten Schülerinnen und Schüler die ökologischen Auswirkungen des Klimawandels in der Zugspitzregion und im höchsten Gebirge Norwegens, in Jotunheimen. Während eine Schülergruppe verschiedene Forschungsfragen im Rahmen ihres W-Seminars bearbeitete, war eine andere Gruppe für die gesamte Planung und Durchführung der Expeditionen verantwortlich im Rahmen ihres P-Seminars. „Der Lehrer in mir freut sich einfach darüber, dass alle vorbereitenden Planungen so perfekt zusammenliefen. Auch in der Nachbereitung der Schülerexpedition war eine hohe Bereitschaft unter den Schülern zu sehen, die gewonnenen Eindrücke auch an andere weitergeben zu wollen“, resümiert eine Lehrkraft. Die in Seminararbeiten aufbereiteten Ergebnisse haben Schülerinnen u.a. in fünf Beiträgen beim Regionalwettbewerb „Jugend forscht“ präsentiert. Das zugrunde gelegte pädagogische Konzept, die didaktischen Leitlinien und Prinzipien sowie Qualitätsfaktoren bei der Durchführung des Projekts wurden publiziert*.

Publikation über das Projekt: Dettweiler, Ulrich: „Our Common Future: Chronologie einer Schülerexpedition zur Erforschung des Klimawandels“, in: Im Erlebnis forschen – Durch Erlebnis forschen. Erlebnispädagogik in Wissenschaft und Forschung. Hrsg. Barbara Bous et. al. (2018), S. 172–187.

Kooperationspartner: Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig, Wilhelm-Ostwald-Gymnasium Leipzig
Projektrahmen: Ganztagesangebote, Besondere Lernleistung, Praktikum, Workshops
Förderzeitraum: März 2016 – Februar 2018

Was ressourcenschonende Technologien sind und wie „verloren gegangene“ Energie genutzt werden kann, erforschten 25 Schülerinnen und Schüler ab Klasse 9 in Theorie und Praxis. Spätestens bei der Umsetzung war bei den Jugendlichen die Leidenschaft geweckt: „Die Schüler konnten teilweise ihre Hobbys wertvoll in das Projekt einbringen, wie z.B. die Erstellung eines Videos oder die Mechanik eines Fahrrads. Das war eine echte Bereicherung“, berichtet ein Wissenschaftler. Die Schüler entwickelten ein kabelloses, energieautarkes Sensormodul, das den für seinen Betrieb nötigen Strom selbst produziert (energy harvesting). Unternehmensluft schnupperten die Jugendlichen bei einem Workshop der SDS Schwingungs Diagnose Service GmbH: Hier wurden Anwendungsmöglichkeiten ressourcenschonender Technologien für die Industrie beispielhaft vorgestellt. Auf Grundlage der Projektergebnisse führen die Kooperationspartner ein neues Projekt zur Optimierung von Photovoltaik-Modulen durch, das nochmals im Rahmen von Our Common Future gefördert wird.

Projektseite der HTWK Leipzig

Kooperationspartner: Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule (RWTH) Aachen, Kaiser-Karls-Gymnasium Aachen
Projektrahmen: Workshop, Forschungs-AG
Förderzeitraum: Februar 2016 – Juni 2017

Wie kann sich die Stadt Aachen selbstständig ein Jahr lang ausschließlich mit erneuerbaren Energien versorgen? Diese und weitere reale Fragestellungen von Universitätsinstituten und Unternehmen untersuchten Aachener Schülerinnen und Schüler mit Hilfe von Mathematik. In einem Auftaktworkshop befasste sich zunächst die gesamte Jahrgangstufe 10 mit der Frage, wie solarthermische Kraftwerke geplant bzw. optimiert werden können. Und das hat ganz neue Perspektiven eröffnet: „Ich habe entdeckt, dass Mathe auch Spaß machen kann und gleichzeitig die Welt ein bisschen besser macht“, meint eine Schülerin. Im Anschluss erhielten 14 Jugendliche die Möglichkeit, in einer Forschungs-AG ein Jahr lang weitere reale Fragestellungen von Unternehmen zu bearbeiten. Das Ergebnis wurde mit zwei zweiten Plätzen beim Regionalwettbewerb „Jugend forscht“ und dem Förderpreis beim BundesUmweltWettbewerb belohnt. Außerdem erhielt eine Schülergruppe das Angebot, ihre Forschungsergebnisse mit Unterstützung des Firmenpartners in einem Fachjournal zu publizieren.

Projektseite der RWTH Aachen

Artikel über das Projekt in der Aachener Zeitung

Kooperationspartner: Integrierte Gesamtschule List Hannover, Leibniz Universität Hannover, Institut für Bienenkunde Celle, Otto-Hahn-Schule Hamburg, Verein Deutscher Ingenieure (VDI), Borderstep Institut für Innovation und Nachhaltigkeit gGmbH
Projektrahmen: Forscherklasse, Schülerfirma Imkerei, Imker-AG
Förderzeitraum: März 2016 – März 2018

Ob in der Bienenhaltung auf den Einsatz von Chemikalien verzichtet werden kann, untersuchten Schülerinnen und Schüler der Klasse 7: Sie testeten den Einsatz von Bücherskorpionen als natürliche Fressfeinde des Bienenschädlings Varroamilbe. Im Laufe des Projekts konnte die Otto-Hahn-Schule in Hamburg als Projektpartner gewonnen werden, wo bereits zu Bücherskorpionen geforscht wurde. Dass wissenschaftliches Arbeiten auch Misserfolge und viel Geduld bedeuten, lernten die Jugendlichen dabei schnell. So stellte sich heraus, dass die ursprünglich konstruierten Holzbeuten der Bienenvölker ungeeignet waren und auch die erforderliche Anzahl an Bücherskorpione nicht beschaffen werden konnte. Diese Erfahrungen setzten die Schülerinnen jedoch konstruktiv um und konnten mit wissenschaftlicher Unterstützung Daten erheben, die erstmals die Wirksamkeit der Bücherskorpione als Schädlingsbekämpfer nachwiesen. „Es waren zwei unglaublich aufregende zwei Jahre. Es gab Höhen und Tiefen, die unsere Klassengemeinschaft stark gefestigt haben. Wir haben gelernt, durchzuhalten und immer konzentriert bei der Arbeit zu bleiben. Es war eine tolle Erfahrung, mit einem so großen Team an einem Projekt zu arbeiten“, resümiert eine Schülerin der Forscherklasse. Die Ergebnisse wurden in einem wissenschaftlichen Forschungsbericht festgehalten und außerdem örtlichen Imkern präsentiert, woraufhin einige ihre Beuten umbauten.

Ergebnisbericht des Projekts

Artikel über das Projekt in der Hannoverschen Allgemeinen

Kooperationspartner: Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen, Couven Gymnasium Aachen
Projektrahmen: Projektlernen, Exkursion
Förderzeitraum: Februar 2017 – November 2017

Ausgewählte Aspekte des Themas „Energie und Nachhaltigkeit in der Stadt“ untersuchten 20 Schülerinnen und Schüler in Theorie und Praxis mit wissenschaftlicher Unterstützung. Im Rahmen des projektbezogenen Lernens entwickelten die Jugendlichen in Kleingruppen eigene Fragestellungen zu energiesparenden Versorgungskonzepten. Für einzelne Komponenten bauten sie Modelle, die ganz alltägliche Fragen zu Energieeffizienz beantworteten, z.B. eine durch Fahrradantrieb betriebene Ladestation für Handys. Eine andere Gruppe befasste sich mit einer programmierten Fensterlüftungsregelung: Mithilfe von Temperatur- und Feuchtigkeitssensoren wurde das Raumklima erfasst und die Fenster bei Bedarf geöffnet oder geschlossen. Die Projektergebnisse wurden am Couven Gymnasium selbst sowie am Anne-Frank-Gymnasium Aachen vorgestellt. Daraus ist ein neues Projekt zu Energieversorgungskonzepten für Schulgebäuden entstanden, das nochmals im Rahmen von Our Common Future gefördert wird.

Projektseite der RWTH Aachen

Kooperationspartner: Universität Koblenz-Landau, Carl-Benz-Schule (BBS) Koblenz, August-Horch-Schule (BBS) Andernach, Kant-Gymnasium Boppard
Projektrahmen: fächerübergreifender Unterricht, Workshops, Exkursionen
Förderzeitraum: Dezember 2015 – November 2016

Im Projekt zum Thema Alternative Energien untersuchten Schülerinnen und Schüler in vier Lerngruppen an drei Kooperationsschulen, welche Rolle angewandte Mathematik bei realen Fragestellungen wie Energiegewinnung und Nachhaltigkeit einnimmt. So wurde z.B. die Wirtschaftlichkeit einer Photovoltaikanlage untersucht und die Ergebnisse anschließend schulintern präsentiert. Die Inhalte wurden dabei fächerübergreifend vernetzt, was dafür sorgte, dass alternative Energieformen aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet wurden – wirtschaftlich, technisch und naturwissenschaftlich. Die Jugendlichen eigneten sich interdisziplinäres Wissen über Energiegewinnung und Nachhaltigkeit an und lernten auch Mathematik aus einer neuen Perspektive kennen: „Man konnte sehen, dass mathematisches Problemlösen in vielen alltäglichen Dingen eine Rolle spielt und auch in vielen Berufen sehr wichtig ist“, fasst eine Schülerin zusammen.

Projektseite der Universität Koblenz-Landau

Kooperationspartner: Pädagogische Hochschule Freiburg, Staudinger Gesamtschule, Hohenstein Institute
Projektrahmen: AG, Exkursionen und Ferienangebote (Upcycling-Workshops)
Förderzeitraum: September 2016 – August 2017

Das Thema Mode ist bei vielen Jugendlichen omnipräsent. Doch wie können Heranwachsende nachhaltig im Modemarkt agieren? Damit setzten sich 12 Schülerinnen und Schüler im Rahmen einer AG auseinander und interviewten dazu Verbraucher, Experten und Modeunternehmen aus Freiburg. Felderkundungen und Exkursionen zu den Hohenstein Instituten ergänzten die Forschungsarbeit. Die Ergebnisse präsentierten die Jugendlichen in einer mehrteiligen Radiosendung des Hochschulradios, deren Beiträge sie selbst schnitten und moderierten. Dass das Thema „Mode und Nachhaltigkeit“ Brisanz besitzt, zeigten die Schwierigkeiten bei der Akquise von Interviewpartnern. Insbesondere einige der konventionellen Unternehmen, die sich mit ihrer Mode an jugendliche Konsumenten richten, waren zu keinem Interview bereit. Aus der Projektpräsentation auf der Welt-Textil-Konferenz AUTEX 2017 ist eine internationale Hochschulkooperation entstanden, die aktuell ein gemeinsames Projekt zum Thema Bildung für Nachhaltigkeit entwickelt.

Podcasts der Schülerinnen und Schüler

Publikation über das Projekt: Grundmeier, Anne-Marie: „Textile Your Future – ein Projekt zu Mode und Nachhatligkeit.“ In: ...textil... Wissenschaft Forschung Bildung (2018) 3, S. 1–7.

Kooperationspartner: IHP GmbH – Leibniz-Institut für innovative Mikroelektronik,
Carl-Friedrich-Gauß Gymnasium Frankfurt (Oder)
Projektrahmen: Forschungs-AG, Exkursionen
Förderzeitraum: November 2015 – August 2018

15 Schülerinnen und Schüler sowie 3 Azubis des Leibniz-Instituts setzten sich mit den Risiken und Chancen der Wasserstoffnutzung im öffentlichen und privaten Nahverkehr auseinander. Dazu analysierten die Jugendlichen die technischen und betriebswirtschaftlichen Probleme dieser potenziellen Energieversorgung der Zukunft. Organisiert in 6 Arbeitsgruppen wurde die Wasserstofftechnologie ganzheitlich betrachtet – vom Strombedarf über die Erzeugung des Wasserstoffs bis hin zu seiner Anwendung. „Bemerkenswert war, dass die Schülerinnen und Schüler bei einigen Themen teilweise viel detaillierteres Wissen als ich hatten, [wie] z.B. beim EEG-Gesetz,“ sagt ein Lehrer. Die nötigen Basisdaten und Bilanzen wurden vom Leibniz-Institut zur Verfügung gestellt. Außerdem führten die Schülerinnen und Schüler unter wissenschaftlicher Anleitung eine Umfrage zur Akzeptanz von Wasserstoff in der Frankfurter Bevölkerung durch. Exkursionen zu Firmen, die sich mit dieser Antriebstechnologie beschäftigen, rundeten das Projekt ab. Ihre Ergebnisse präsentierten die Jugendlichen u.a. beim Umweltamt der Stadt Frankfurt (Oder).

Artikel über das Projekt in der Märkischen Oderzeitung

Pressemitteilung der IHP GmbH - Leibniz-Institut für innovative Mikroelektronik

Kooperationspartner: Friedrich-Alexander-Universität (FAU) Erlangen-Nürnberg,
Hans-Böckler-Schule Fürth
Projektrahmen: Projektlernen, Exkursion
Förderzeitraum: September 2016 – September 2018

Den Zusammenhang zwischen Ressourcen und Nachhaltigkeit erforschten Schülerinnen und Schüler der 9. Klasse am Beispiel von Gold in Smartphones. Nach einer thematischen Einführung an der Schule wurden die Jugendlichen zu Goldwäschern in einem ehemaligen Gold-Abbaugebiet. Am „GEO-Zentrum an der KTB“ (kontinentalen Tiefenbohrung)  entwickelten die Jugendlichen dann das Modell einer Lagerstätte und führten physikalische und chemische Experimente durch. An der Universität analysierten sie mit wissenschaftlicher Unterstützung goldhaltige Gesteine. Sie fanden heraus, dass Smartphones eine wertvolle Goldlagerstätte sind und deren Recycling sehr wichtig ist. Daraufhin wurde auf Initiative der Schülerinnen und Schüler eine Smartphone-Recycling-Box an der Schule installiert. „Es war toll, dass wir bei dem Projekt dabei sein konnten und dass wir auch etwas zur Nachhaltigkeit beitragen [können]“, resümiert eine Schülerin.
 

Publikation über das Projekt: Regelous, Anette & Holzförster, Frank & Stich, Alexander: „Mobile Phones as Gold Deposit–Students Explore Sustainability in a Hands-on Project“, in: Review of International Geographical Education Online. (2018), S 459-472.

Kooperationspartner: Carl-Fuhlrott-Gymnasium (CFG) Wuppertal, Alfred-Wegener-Institut (AWI) Helgoland,
Collaborating Centre on Sustainable Consumption and Production (CSCP) Wuppertal
Projektrahmen: Wahlpflicht-Unterricht (MGU-Kurs), Exkursion
Förderzeitraum: Oktober 2017 – Oktober 2018

Wie kommt Plastik von der Wupper ins Meer? Dieser Frage gingen Schülerinnen und Schüler der 9. Klasse nach. In verschiedenen Modulen erschlossen sich die Jugendlichen unterschiedliche Perspektiven auf das Thema Plastik: U.a. kartierten sie die Plastikverschmutzungen an Wupper und Nordsee, besuchten eine Kläranlage, diskutierten mit Expertinnen und Experten des Wupperverbands und des CSCP Wuppertal und isolierten Mikroplastik aus Wupper, Rhein und Nordsee mit Unterstützung des Alfred-Wegener-Instituts. Die erarbeiteten Ergebnisse waren jedoch nur ein Anfang, denn auch in Zukunft wird das Thema Plastik am Carl-Fuhlrott-Gymnasium untersucht werden.

Projektseite der Schule

Kooperationspartner: Leibniz-Institut für Oberflächenmodifizierung (IOM) e.V.,
Wilhelm-Ostwald-Gymnasium Leipzig, Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) Leipzig
Projektrahmen: Wahlobligatorischer Unterricht, Exkursion
Förderzeitraum: Oktober 2016 – Januar 2019

Wie die essenzielle Lebensgrundlage Wasser geschützt werden kann, erforschten Schülerinnen und Schüler der Klassen 9 und 10. Konkret untersuchten sie, wie pharmazeutische Reststoffe und andere Spurenschadstoffe aus Wasserproben gezielt entfernt werden können. Dabei kamen vergleichend enzymatische und photokatalytische Verfahren zum Einsatz, die der aktuellen Forschung der beteiligten Forschungseinrichtungen entspringen. Die Jugendlichen entwickelten mit wissenschaftlicher Unterstützung einen eigenen Reaktor der Reinigungsstufe 4. „Kreativität und Teamgeist waren gefragt, um das ambitionierte Ziel des Projekts umzusetzen“, sagt ein Lehrer. Die Projektergebnisse wurden u.a. auf dem Aachener Membrankolloquium präsentiert.

Flyer des Projekts

Kooperationspartner: Georg-August-Universität Göttingen, Otto-Hahn-Gymnasium (OHG) Göttingen
Projektrahmen: Wahlpflichtkurs, Exkursionen
Förderzeitraum: August 2018 - Juni 2019

Was hat der Klimawandel mit mir zu tun und was bedeutet er für mich und meine Umgebung? Im Rahmen eines Wahlpflichtkurses und einzelner Projekttage untersuchten Schülerinnen und Schüler des Otto-Hahn-Gymnasiums Göttingen den Klimawandel auf lokaler Ebene. Dazu analysierten die Jugendlichen die historische Entwicklung des Lokalklimas, erhoben aber auch selbst Wetterdaten. Exkursionen im Raum Göttingen und ins Klimahaus Bremerhaven ergänzten die Forschungsarbeit. Zudem wurde die virtuelle Actionbound-Tour "Klimaschauplätze in Göttingen" erstellt. Selbstkritisch resümieren die Projektbeteiligten, dass der Handlungsaspekt des Themas stärker hätte betont werden können. "Ein Schuljahr ist eigentlich zu kurz, wir haben so viel unternommen und kennengelernt. Man bräuchte mehr Zeit für die Umsetzung [unserer] Ideen," meint eine Schülerin. Diese Lernerfahrung soll bei einer künftigen Kooperation zwischen Universität und Hochschule berücksichtigt werden.

Projektseite des Otto-Hahn-Gymnasiums
 

Kooperationspartner: Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Gemeinschaftsschule Heinrich Heine Halle
Projektrahmen: AG, Exkursionen
Förderzeitraum: März 2017 - März 2019

30 Schülerinnen und Schüler konzipierten gemeinsam mit Lehrkräften und wissenschaftlicher Unterstützung einen Gemeinschaftsgarten, der zum Begegnungsort im Hallenser Stadtteil Neustadt geworden ist. Das Projekt zielte auf ein hohes Maß an Partizipation ab, um lokal einen Beitrag zu einer zukunftsfähigen Nachbarschafts- und Stadtentwicklung zu leisten: Anwohnerinnen wurden zu Vorstellungen über das Gartenprojekt und dessen Akzeptanz befragt. Der naturwissenschaftlich ausgerichtete Teil des Vorhabens bezog sich auf die Untersuchung der zu bewirtschaftenden Fläche (Bodenqualität und verschiedene Düngemethoden). Das Projekt "Garten der Kulturen" wird in der gleichnamigen schulischen Arbeitsgemeinschaft fortgesetzt, die wöchentlich stattfindet. Die wissenschaftliche Begleitung wurde ebenfalls verstetigt: Der Garten wird als Außerschulischer Lernort in das Modul "Bildung für nachhaltige Entwicklung" für Lehramtsstudierende des Faches Geographie einbezogen.

Flyer über das Projekt

Berichterstattung des MDR über den "Garten der Kulturen" (insgesamt 4 Teile)

Annett Giebelhausen
Projektmanagerin
Tel.0711 46084-685
E-Mail an Annett Giebelhausen