"Betrachten wir Flüchtlinge doch einmal als potenzielle Unternehmer"

Die zukünftige Weltordnung, die globale Migrations- und Flüchtlingskrise und die Rolle von Städten in der Weltordnungspolitik – das sind die Themen des diesjährigen Dialogforums Global Governance Futures, GGF 2030. Beim Dialogforum kommen Nachwuchskräfte aus neun Ländern zusammen, um gemeinsam Lösungsvorschläge für internationale Probleme zu erarbeiten und Zukunftsszenarien zu entwerfen. Welche Ideen sie dabei verfolgen erklären Thiago Assunção aus Brasilien und Sayid Abdullaev aus den USA. Beide sind Mitglieder der Arbeitsgruppe Migration und Flucht.

Robert Bosch Stiftung | Juli 2018
Matthias Erfurt

Die zwei Fellows Thiago Assunção und Sayid Abdullaev sprachen mit Dirk Schmittchen, Senior Projektmanager der Robert Bosch Stiftung, unter anderem über die Herausforderungen in der aktuellen Flüchtlingskrise (v.l.n.r.).

Sayid, wenn wir in die Zukunft blicken: Was werden Ihrer Meinung nach die Migrationstrends und -ursachen im Jahr 2030 sein?

Sayid Abdullaev: Die aktuelle Flüchtlingskrise ist natürlich ein wichtiges Thema. Es ist fast unmöglich, darüber nachzudenken, wie die Lage 2030 aussehen wird, ohne über die aktuelle Situation zu reden. Wir müssen unbedingt von den heutigen Erfahrungen lernen, damit wir in Zukunft besser vorbereitet sind. Was ich beobachte ist, dass die internationale Gemeinschaft zu wenig Verantwortung übernimmt, weil sie auf die Flüchtlingskrise nicht vorbereitet war. Außerdem gab es keine klare Definition, wie wir die Verantwortung für diese Krise teilen werden.

Für die Zukunft halte ich es deshalb für notwendig, das Modell der geteilten Verantwortung neu zu definieren. Welche Rolle spielen der private Sektor, die Zivilgesellschaft und die Staaten? Ein angemessenes Modell würde uns Klarheit verschaffen und es uns ermöglichen, uns auf die Arbeit mit Flüchtlingen, den Umgang mit einer Flüchtlingskrise und die Zuteilung von Ressourcen vorzubereiten.

Ein wichtiger Aspekt in diesem Zusammenhang ist auch der Klimawandel als Auslöser für Migration. In Zentral- und Südasien ist der Klimawandel Grund für viele Binnenflüchtlinge, ihre Heimat zu verlassen. Und dieser Trend verstärkt sich zusehends. Als internationale Gemeinschaft müssen wir daher erst einmal eine Definition für Menschen entwickeln, die durch den Klimawandel zu Migranten werden. Sind das wirklich „Flüchtlinge“? Was wären die Kriterien, um sie als Flüchtlinge zu bezeichnen? Wir brauchen eine rechtsverbindliche Definition und Terminologie, um der Situation Rechnung tragen zu können.

Zudem müssen wir die Rahmenbedingungen für die Flüchtlingsdebatte ändern. Im Augenblick sprechen viele Menschen von Flüchtlingen als einer Belastung; sie sprechen von Menschen, die einfach an einen anderen Ort gehen und dort alle Ressourcen in Anspruch nehmen. Ich würde im Gegenzug vorschlagen, den Fokus auf den Beitrag zu lenken, den Flüchtlinge in ihren Aufnahmegesellschaften leisten. Zum Beispiel: Welche Auswirkungen hat die Ansiedlung von Flüchtlingen auf die lokale Wirtschaft? Betrachten wir Flüchtlinge doch einmal als potenzielle Unternehmer. Oder sehen wir uns an, wie Flüchtlinge sich ihre Benachteiligung und ihren Schmerz zunutze machen, um nicht nur ihr eigenes Leben positiv zu verändern, sondern auch das der Menschen in den Gastländern. In diesem Zusammenhang wird es sehr interessant sein, zu sehen, welche Beiträge die syrischen Flüchtlinge bis 2030 in Gastländern wie Deutschland oder Frankreich geleistet haben werden.

Matthias Erfurt

Sayid Abdullaev ist Associate Product Marketing Manager bei Google, wo er an der Marketing- und Kommunikationsstrategie für die Google Analytics-Produkte arbeitet. Zuvor war er als Berater bei den Vereinten Nationen tätig. Motiviert durch seine persönlichen Erfahrungen als Flüchtling, nutzt Sayid Technologie und Big Data, um Flüchtlingen zu helfen. Er wurde von mehreren Organisationen und Stiftungen für herausragende Leistungen im globalen Aktivismus ausgezeichnet.

Thiago, Sie stammen aus Brasilien, haben aber schon mehrfach in Europa gearbeitet. Welche Herausforderungen stellen sich an Europa im Zusammenhang mit der aktuellen Flüchtlingskrise?

Thiago Assunção: Meiner Meinung nach sind die unterschiedlichen Ströme von Flüchtlingen und Migranten ein echter Prüfstein für Europa. Das ist auch eine Herausforderung für das politische Wertesystem, das Europa nach dem zweiten Weltkrieg aufgebaut hat, besonders hinsichtlich der Rechtsstaatlichkeit, der Menschenrechte und der Demokratie. Ich würde sagen, es gibt auf Seiten der internationalen Gemeinschaft ein beträchtliches Interesse daran zu beobachten, wie Deutschland diese Herausforderung annimmt, da die Situation in Deutschland sich aufgrund der deutlich höheren Anzahl von Asylsuchenden von der Situation in anderen Ländern unterscheidet. Deutschland zeigt, dass das Land in der Lage ist, eine Führungsrolle zu übernehmen und diese Herausforderung anzunehmen, bei der es sich meines Wissens nach um die größte Bevölkerungsbewegung seit Ende des Zweiten Weltkriegs handelt.

Gleichzeitig sehen wir auch das Erstarken von populistischen Bewegungen mit Parteien und Politikern, die die Emotionen der Öffentlichkeit ausnutzen und Migrationsmythen eine Stimme geben. Ich stimme Sayid zu, dass wir diese Abgrenzung und das binäre Denken – hier humanitäre Unterstützung, dort wirtschaftliche Entwicklung – überwinden sollten. Wir dürfen nicht vergessen, dass Flüchtlinge vor ihrer Ankunft in den Gastländern auch ein Leben hatten und zum Beispiel als Unternehmer, Krankenschwestern und Ingenieure tätig waren. Wenn wir das akzeptieren und die Menschen integrieren, hat Deutschland meiner Ansicht nach viel zu gewinnen, auch in wirtschaftlicher Hinsicht.

Können Sie uns etwas mehr darüber erzählen, wie die Situation für Flüchtlinge in Ihrem Heimatland aussieht?

Thiago Assunção: Brasilien hat im Laufe der letzten zehn Jahre seine Flüchtlingsschutzpolitik verbessert und eine innovative Flüchtlingspolitik etabliert, das sogenannte „humanitäre Visum“. Dieses Visum wurde im Zuge des massiven Flüchtlingsstroms aus Haiti 2010 eingeführt, als viele Menschen vor dem schrecklichen Erdbeben mit über 100.000 Toten flohen. Dieselbe Lösung kam dann für Syrer zur Anwendung, die vor dem Krieg nach Brasilien flüchteten. Als immer mehr Syrer ins Land kamen, begründete die brasilianische Regierung eine Politik der offenen Tür und erteilte ihnen ein humanitäres Visum. Nach ihrer Ankunft konnten sie dann einen Asylantrag stellen. Dieser Ansatz ist Teil des neuen Zuwanderungsgesetzes, das 2017 in Kraft trat und das alte Gesetz aus der Zeit der Diktatur ersetzt. Das neue Gesetz verfolgt einen menschenrechtsbasierten Ansatz und wurde nach einer ausführlichen zivilgesellschaftlichen Debatte parteiübergreifend verabschiedet. Es vereinfacht auch das Leben von Zuwanderern in Brasilien, da jetzt zum Beispiel Studenten eine Arbeitserlaubnis erhalten. Zudem ist es vorteilhaft für die wirtschaftliche Entwicklung, weil wir so viele Expats haben, die für internationale Unternehmen in Brasilien tätig sind. Alles in allem hat das neue Gesetz also das Zuwanderungssystem in Brasilien modernisiert. Es gibt trotzdem noch einige Mängel, zum Beispiel, dass im Augenblick die Bundespolizei für alle Migrationsthemen zuständig ist. Dabei sollte die Polizei eigentlich die Rolle haben, Verbrechen aufzuklären. Dass Migranten zur Polizei gehen müssen, um bürokratische Vorgänge zu erledigen, ist doch ziemlich zweifelhaft. Ich unterstütze die Forderung, eine nationale Zivilbehörde einzurichten, die für alle Migrationsthemen zuständig ist.

Ein anderes Thema ist, dass Zuwanderer kein Wahlrecht haben. Weltweit gesehen weiß ich von nur wenigen Ländern, die Immigranten wählen lassen, aber aus lateinamerikanischer Perspektive sieht das anders aus: Hier gibt es zahlreiche Länder, in denen Immigranten Wahlrecht haben. Aber in Brasilien ist das nicht der Fall. Und wie in vielen anderen Ländern auch, erfahren Migranten und Flüchtlinge leider auch in Brasilien Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Diskriminierung. Daher sollten wir mehr Geld in Bildung und öffentliche Aufklärungskampagnen investieren, um den Menschen klarzumachen, dass Brasilien immer schon ein Einwanderungsland war und es auch heute noch ist. Fast alle Brasilianer stammen von Einwanderern aus einer Vielzahl verschiedener Länder ab. Deswegen sollten wir meiner Meinung nach daran arbeiten und der brasilianischen Allgemeinheit vor Augen führen, was es bedeutet, ein Migrant oder Flüchtling zu sein, um dadurch die Solidarität mit Zuwanderern zu erhöhen.

Nachdem wir immer wieder auf die Rolle der Staaten zurückkommen: Welche Rolle spielen eigentlich internationale Organisationen in dieser Situation?

Thiago Assunção: Ich würde sagen, dass viele neue Akteure die internationale Bühne betreten haben und sich am Diskurs über Menschenrechte beteiligen. Das führt zu einem graduellen Rückgang der übermächtigen Stellung von Staaten als den Hauptakteuren in internationalen Beziehungen. Heutzutage haben nicht nur Staaten, sondern auch nichtstaatliche Akteure wie NGOs, soziale Bewegungen und der private Sektor mehr und mehr Einfluss im Bereich internationale Beziehungen. Ich selbst bin überzeugt, dass internationale Organisationen enormen Einfluss ausüben können, weil sie oft die führenden Experten in den entsprechenden Themengebieten gewinnen können. Diese Fachleute kommen aus vielen verschiedenen Ländern und engagieren sich für die Verbesserung der internationalen Entwicklungszusammenarbeit, der friedlichen Beilegung von Streitigkeiten und der Menschenrechtsstandards. Wenn wir also über Governance sprechen, sollten wir diese internationalen Organisationen einbinden und stärken.

Matthias Erfurt

Thiago Assunção ist Assistenzprofessor für internationale Beziehungen am Universitätszentrum von Curitiba (Unicuritiba), Brasilien. Er beteiligt sich an Initiativen zur Integration von Migranten und Flüchtlingen in Brasilien und war zuvor für die Regierung des Staates Paraná in Menschenrechtsfragen tätig.

Sayid, Sie haben selbst einen Flüchtlingshintergrund und leben heute in den USA. Können Sie uns etwas mehr darüber erzählen?

Sayid Abdullaev: Ich bin Flüchtling in dritter Generation, das heißt, meine Großeltern flohen zuerst nach China. Dann verließen sie das Land wieder und flohen weiter nach Kirgisistan, als sie fürchteten, in China wegen ihrer Ethnizität verfolgt zu werden. Ich verließ Kirgisistan in Richtung USA, allein, als ich 15 war. Es war natürlich sehr interessant, aber auch schwer, allein in einem neuen Land zu sein.

Aber in den USA fühlte ich mich nicht bestimmt durch meine Umstände, sondern durch meine Möglichkeiten. Ich war mir der Opfer bewusst, die meine Großeltern und Eltern gebracht hatten. Deswegen wollte ich diese neue Chance auch wirklich nutzen. Meine Großeltern wurden wegen ihres politischen Aktivismus inhaftiert. Aktivismus liegt mir daher in den Genen und ich nehme ihn sehr ernst. Für mich ist der Diskurs über Flüchtlinge kein akademisches Thema, da er mein eigenes Leben betrifft. Als ich in den USA ankam, hatten viele Amerikaner kein klares Bild von den verschiedenen Ländern, aus denen Flüchtlinge kommen, weil sie dachten, alle Flüchtlinge kämen aus Afrika oder dem Nahen Osten. Deswegen war es für viele Amerikaner spannend, jemanden wie mich zu treffen, der aus Zentralasien stammt. Ich habe mit meinen Gastfamilien wunderbare Erfahrungen gemacht. Zuerst habe ich in Arizona gelebt, dann in Idaho, zum Studium ging ich dann nach Philadelphia und heute lebe ich in New York. Man kann also sagen, ich bin gut herumgekommen in den USA. Allerdings musste ich bei meiner Ankunft in den USA feststellen, dass es hier kaum Ressourcen für Asylsuchende oder Flüchtlinge gibt.

Aus diesem Grund habe ich eine Bewegung gegründet, die Ressourcen für Asylsuchende und Flüchtlinge sammelt und sie nach Bedürfnissen kategorisiert. Ein LGBT-Asylbewerber zum Beispiel benötigt andere Ressourcen und muss im Voraus sicherstellen können, ob ein Obdachlosenheim LGBT- oder flüchtlingsfreundlich ist. Deswegen führen wir in unserem Katalog auch speziell Ressourcen für LGBT-Flüchtlinge auf. Weibliche Flüchtlinge benötigen auch oft andere Dienstleistungen. Als ich in den USA ankam, war keine Liste zu unterschiedlichen Ressourcen für bestimmte Flüchtlingsgruppen verfügbar. Ich arbeite inzwischen mit verschiedenen Organisationen und Unternehmen zusammen, um Plattformen und Netzwerke zu entwickeln, mit denen sich dieses Problem beheben lässt.  

Sie arbeiten in der IT-Industrie. Wie beeinflusst Technologie Migration und Integration und wie wird sie es in der Zukunft tun?

Sayid Abdullaev: Es ist eine wirklich spannende Zeit, um in der Technologiebranche tätig zu sein, besonders in Hinsicht auf globale Ereignisse und humanitäre Angelegenheiten.

Technologie demokratisiert den Zugang zu Ressourcen für Flüchtlinge. Ein gutes Beispiel: 90 Prozent der syrischen Flüchtlinge haben ein Handy, obwohl es kaum irgendwo WLAN gibt. Das Handy ist so wichtig, weil Flüchtlinge bei ihrer Ankunft in den Gastländern vor allem eines brauchen, und das ist der Zugang zu Informationen. Ich habe ein Projekt namens „refugee connect“ gegründet und eine Datenbank für Asylsuchende in den USA aufgebaut. Diese Datenbank erlaubt ihnen, mit Gastfamilien und Anwälten, die bereit sind, kostenlos zu helfen, in Kontakt zu treten. Und das ist nur ein Beispiel dafür, wie Technologie Flüchtlingen hilft. Diese neuen Tech-Trends können den Vorgang der Umsiedlung entscheidend vereinfachen, denn im Moment dauert es sehr lange, bis Flüchtlinge ein Flüchtlingscamp erreichen oder den Immigrationsprozess des Landes, in dem sie sich um Asyl bewerben, durchlaufen haben. Technologie stellt Flüchtlingen aber nicht nur Ressourcen zur Verfügung, die ihnen helfen, einen neuen Anfang zu machen. Technologie unterstützt auch internationale Organisationen, die mit Flüchtlingen oder Staaten arbeiten, indem sie sicherstellt, dass Flüchtlinge umgesiedelt werden und Zugang zu Informationen und Ressourcen erhalten. In diesem Zusammenhang dürfen wir aber auch die dunkle Seite der Technologie nicht außer Acht lassen. In den falschen Händen kann Technologie dazu benutzt werden, Flüchtlinge zu überwachen und ihre Persönlichkeits- und Menschenrechte einzuschränken. Es bleibt eine spannungsvolle Mischung.

Sie beide sind Teilnehmer von GGF 2030. Das Programm hat gerade hier in Washington, DC begonnen, mit dem ersten von vier Treffen. Was erwarten Sie persönlich von dem Programm und den nächsten zwölf Monaten? Gibt es etwas, worauf Sie sich besonders freuen?

Thiago Assunção: GGF ist ein großartiges und einzigartiges Programm. Es bringt Menschen mit verschiedenen kulturellen und beruflichen Hintergründen zusammen, um gemeinsam mit einem lösungsorientierten Ansatz in die Zukunft zu blicken und zu erkunden, wie wir mit den wesentlichen globalen Herausforderungen umgehen sollen. Ich freue mich darauf, einen Beitrag aus brasilianischer und lateinamerikanischer Sicht zu leisten und mit meiner Arbeitsgruppe an den Themen Migration und Flucht zu arbeiten, mit anderen zu kooperieren und ein gemeinsames Verständnis für zukünftige Szenarien und vorhandene Optionen für staatliche Strategien weltweit zu entwickeln. Hier Teilnehmer zu sein, ist eine Ehre und eine einmalige Chance, in einem einjährigen Projekt diese Themen mit Kollegen aus aller Welt zu diskutieren. Ich bin sicher, dass wir viel voneinander lernen und stark von der multikulturellen Perspektive profitieren werden. Ich habe gleich zu Beginn von GGF festgestellt, dass es eine echte Herausforderung sein kann, globale Politikvorschläge gemeinsam mit Fellows mit ganz unterschiedlichen Biographien zu entwickeln. Aber es ist eine absolut einmalige Gelegenheit, Teil dieses befruchtenden Austauschs zu sein, und ich bin sicher, er wird zu spannenden, neuen Ergebnissen führen. Das ist meine Erwartung und ich freue mich darauf, alle 27 GGF-Fellows im Januar 2019 zur dritten Sitzung in Brasilien zu begrüßen.

Sayid Abdullaev: Ich bin begeistert, dass ich hier dabei sein kann. Ich freue mich sehr darauf, alle GGF-Fellows kennenzulernen, weil wir aus verschiedenen Berufen und Sektoren kommen, aber ich möchte sie alle unbedingt auch auf persönlicher Ebene kennenlernen und auch später in Kontakt bleiben. In 10 oder 20 Jahren werden wir hoffentlich alle in Positionen sein, in denen wir die Welt zum Besseren verändern können und es wird großartig sein, dann diese Kontakte zu den anderen Fellows zu haben und einander zu unterstützen. Außerdem sehe ich dieses Programm als Beitrag zum weltweiten Diskurs zum Thema Globale Ordnung beziehungsweise Global Governance. Die Berichte, an denen wir arbeiten, werden hoffentlich von einflussreichen Leuten, Regierungsmitarbeitern und Stiftungsvertretern gelesen, die in der Position sind, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Deswegen tragen wir eine große Verantwortung und müssen sicherstellen, dass unsere Berichte und unsere politikbezogenen Unternehmungen valide sind und zum globalen Diskurs beitragen. Und natürlich freue ich mich sehr darauf, in alle Länder, die am GGF teilnehmen, zu reisen und zu sehen, wie Global Governance in Indien, Brasilien oder Deutschland funktioniert.

Das Global Governance Futures Programm

Matthias Erfurt

Die Themen der diesjährigen Arbeitsgruppen sind die zukünftige Weltordnung, die globale Migrations- und Flüchtlingskrise sowie die Rolle von Städten in der Weltordnungspolitik.

Das Programm Global Governance Futures - Robert Bosch Foundation Multilateral Dialogues bringt Nachwuchskräfte aus neun Ländern zusammen: Je drei Teilnehmer kommen aus Brasilien, China, Frankreich, Deutschland, Indien, Indonesien, Japan, Südafrika und den USA. In drei Arbeitsgruppen werden die Fellows Themen von internationaler Bedeutung bearbeiten und Politikempfehlungen geben, die auf das Jahr 2030 ausgerichtet sind. Unterstützung erhalten die Fellows von Experten, die an den Diskussionen der Arbeitsgruppen während des GGF-Treffens in Washington, DC, Neu-Delhi, Sao Paulo, Paris und Berlin zwischen Mai 2018 und Mai 2019 teilnehmen.