Pressemeldung

Wie Klimaschutz die Ungleichheit verringert

Robert Bosch Stiftung | Dezember 2020
  • Die Robert Bosch Juniorprofessur „Nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen“ 2020 geht an den Klimaökonomen Linus Mattauch
  • Er untersucht an der Technischen Universität Berlin, wie Klimaschutz weltweit wirtschaftlich attraktiv werden kann

Stuttgart, 07. Dezember 2020 – Der Ökonom Linus Mattauch erhält die Robert Bosch Juniorprofessur „Nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen“ 2020 und wird ab 1. Februar 2021 seine Arbeit an der Technischen Universität Berlin aufnehmen. Der studierte Mathematiker und Philosoph untersucht in seinem neuen Forschungsvorhaben, wie Klimaschutz weltweit wirtschaftlich attraktiv werden kann und dabei Ungleichheiten verringern kann. Die Robert Bosch Stiftung GmbH stellt für das Forschungsprojekt über fünf Jahre eine Million Euro zur Verfügung.

Um den Klimawandel zu begrenzen, müssen die globalen Treibhausgasemissionen drastisch sinken. Das zentrale politische Instrument dafür ist derzeit die CO2-Steuer. Während die Steuer in Industrienationen vor allem als finanzielle Belastung wahrgenommen wird, besteht in Entwicklungs- und Schwellenländern die Gefahr, dass sie Ungleichheiten verstärkt oder neue erzeugt. Linus Mattauch wird sich in seinem interdisziplinären Projekt damit beschäftigen, wie sich Maßnahmen wie die CO2-Steuer in verschiedenen Regionen sozialverträglich gestalten lassen. „Ich bin mir sicher, dass sich Klimaschutz und Wirtschaftswachstum auch in Schwellenländern vereinbaren lassen. Es kommt auf die konkrete Ausgestaltung der Wirtschaftspolitik an“, sagt Linus Mattauch.

Um erfolgreiche Klimaschutzmaßnahmen zu identifizieren, untersucht Mattauch, wann Preisinterventionen wie die CO2-Steuer effektiv sind, und wann direkte Regulierungen wie etwa das Einwirken auf eine klimafreundliche Ernährung eher zum Klimaschutz beitragen. Dabei verbindet der Forscher mathematische Modelle der Wirtschaftstheorie mit Ansätzen aus der Moralphilosophie.

Zur Person

Linus Mattauch studierte Mathematik und Philosophie an der University of Oxford sowie an der École Normale Supérieure in Paris und promovierte an der Technischen Universität Berlin zu wirtschaftlichen Auswirkungen von Klimaschutzmaßnahmen. Zuletzt arbeitete Mattauch als stellvertretender Direktor des Programms für Ökonomie der Nachhaltigkeit am Institute for New Economic Thinking an der Oxford Martin School. Dort beschäftigte er sich mit Umweltsteuerreformen und alternativen Instrumenten zur Dekarbonisierung.

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