• Erstmals bundesweite Ausschreibung des Förderprogramms „Land.Zuhause.Zukunft – Integration und Teilhabe von Neuzuwanderern in ländlichen Räumen“
  • Das Programm bietet Landkreisen Unterstützung bei der Entwicklung innovativer Strategien, um Migranten auf dem Land und in kleineren Städten langfristig zu integrieren
  • Eine neue Veröffentlichung zu Integrationskursen empfiehlt, die Angebote zum Spracherwerb auszuweiten und flexibler zu gestalten

 

Stuttgart, 18. September 2019 – Nach einer Pilotphase hat die Robert Bosch Stiftung GmbH jetzt das Förderprogramm „Land.Zuhause.Zukunft – Integration und Teilhabe von Neuzuwanderern in ländlichen Räumen“ bundesweit ausgeschrieben. Mit dem Programm unterstützt die Stiftung die Entwicklung von innovativen Ansätzen, wie sich Zuwanderer in Kommunen und kleineren Städten erfolgreich integrieren lassen. In der neuen Projektphase, die von Januar 2020 bis Juni 2021 laufen wird, werden bis zu zehn Landkreise in Deutschland gefördert. Die Ausschreibungsfrist endet am 18.11.2019.

„Ländliche Räume brauchen Zuwanderung, um den Herausforderungen des demografischen Wandels gerecht zu werden“, sagt Ottilie Bälz, Leiterin des Bereichs Gesellschaft der Robert Bosch Stiftung. „Zuwanderer zieht es immer noch vermehrt in die großen Städte, in denen es mehr Arbeitsplätze gibt, und wo sie durch bestehende Communities schneller Anschluss finden.“ Mit Land.Zuhause.Zukunft reagiert die Stiftung auf den Bedarf vieler ländlicher Kommunen, langfristig Strategien zu entwickeln, um die erfolgreiche Integration von Migranten auf dem Land und in Kleinstädten zu erleichtern.

Dazu gehört unter anderem, die Neuzuwanderer beim Spracherwerb zu unterstützen, denn Sprache ist entscheidend für den Integrationserfolg. Allerdings erreicht bisher nur gut die Hälfte der Teilnehmer von Sprachkursen in der vorgegebenen Zeit das vom Bund angestrebte Niveau B1. Im Rahmen des Programms hat die Robert Bosch Stiftung jetzt ein Opinion Paper veröffentlicht, das sich für differenziertere Angebote und mehr Flexibilität bei Integrationskursen ausspricht. „Insbesondere im ländlichen Raum müssen die Bedürfnisse der Betroffenen und der Kursträger stärker berücksichtigt werden, um eine erfolgreiche Teilnahme an den Kursen zu ermöglichen“, sagt Ottilie Bälz.

Die Expertise empfiehlt, bei der Zuweisung der Migranten zu einzelnen Kursen stärker ihre Präferenzen und Potenziale, aber auch Einschränkungen zu beachten. Beispielsweise nehmen Frauen das Angebot seltener wahr, wenn sie mit der Betreuung ihrer Kinder beschäftigt sind. Es sollte zudem flexiblere Regelungen etwa in Bezug auf Kursgrößen geben, damit trotz geringer Teilnehmerzahl Kurse zustande kommen. Das Angebot sollte darüber hinaus auf alle Asylsuchenden ausgeweitet werden, unabhängig von ihrer Bleibeperspektive. Um individuelle Lösungen zu ermöglichen, sind mehr finanzielle und personelle Mittel nötig sowie entsprechende administrative Voraussetzungen. Die Expertise rät daher auch, die Integrationskurse regional statt auf Landes- und Bundesebene zu organisieren und die Verwaltung zu verschlanken.

In der Pilotphase, die bis Mitte 2019 lief, hatte die Robert Bosch Stiftung Beratungsprozesse in sechs Landkreisen gefördert. Dabei haben sich die Kommunen vernetzt, Handlungsempfehlungen für Politik und Praxis erarbeitet und Projekte vor Ort umgesetzt. Die Empfehlungen und Erfahrungen daraus sollen nun von weiteren Kommunen und Landkreisen umgesetzt und ausgebaut werden.

Weitere Informationen und die Ausschreibung finden Sie unter

www.land-zuhause-zukunft.de

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