Filmpreis für neue deutsch-arabische Produktionen

Emotionale Momente auf der großen Leinwand: Zwei deutsch-arabische Filmteams aus Ägypten, Libanon und Deutschland erhalten den diesjährigen Best Pitch Award des Filmpreises für internationale Zusammenarbeit 2021 der Robert Bosch Stiftung. Nachdem sie ihre Projekte in Online-Meetings entwickelt und ihre Wettbewerbsteilnahme vorbereitet haben, legten die Siegerteams den Grundstein für die Umsetzung ihrer Ideen.

Robert Bosch Stiftung | März 2021
Ein Mitglied der Filmpreisjury verkündet die Gewinnerteams in der Kategorie Dokumentarfilm.
Peter Himsel

Vincenzo Bugno (rechts), Mitglied der Filmpreisjury, verkündet das Gewinnerteam in der Kategorie Dokumentarfilm.

Acht deutsch-arabische Filmteams mit jungen Filmemachern aus Ägypten, Deutschland, dem Irak, Jordanien und Libanon waren für den Filmpreis 2021 nominiert. Ihre Filmprojekte behandeln eine große Bandbreite sozialer und politischer Themen in arabischen Gesellschaften und eröffnen anhand persönlicher Geschichten neue Sichtweisen. Jedes der nominierten Teams erhält einen Förderpreis in Höhe von 10.000 Euro. Im Anschluss an die Präsentationen verkündete die internationale Jury im Rahmen einer Online-Preisverleihung die beiden Siegerteams. Die Gewinner erhalten zusätzlich 10.000 Euro für die Umsetzung ihrer Filmprojekte.

And the winners are...

„The Missing Planet“ ist ein kreativer Dokumentarfilm, der auf einem entfernten Planeten in der Zukunft spielt. Während die Bewohner des Planeten von einer Welle des Gedächtnisschwunds überrollt werden, rekonstruiert der Film die abhandengekommenen Menschen, Orte und Ereignisse. Der Film ist eine Reise durch surreale Landschaften und bruchstückhafte Erinnerungen an eine andere Welt, die ein Spiegel unserer eigenen ist. Die Jury war beeindruckt von dieser „klugen und durchdachten Präsentation eines in jeder Hinsicht ungewöhnlichen Projekts von großer künstlerischer Vielfalt. Ein mutiger Film – jeder einzelne Mitwirkende hat eine persönliche Erfahrung mit dem Thema des Films.“

Der deutsch-libanesische Kurzfilm „Nobody Wants the Night“ spielt im heutigen Beirut, wo die schwangere Layal in Begleitung ihrer besten Freundin in eine geheime Abtreibungsklinik flieht und kaum Auswege aus ihrer Zwangslage sieht. Nach Meinung der Jury handelt der Film „von einem Grundrecht, das jeder Frau zusteht. Das Thema nimmt nicht nur ihren Körper und ihre Seele in Beschlag oder prägt ihre Erinnerungen, sondern ist durchgehend auch mit Angst, Scham und Verleugnung verbunden.“ Ebenfalls lobend erwähnt wurde, dass das Team es „versteht, mit den richtigen Mittel die nötige Spannung zu erzeugen.“

Der Filmpreis: Ein Blick zurück

Mit dem Wettbewerb 2021 endet das Filmpreis-Programm. Im Video erfahren Sie mehr über das Programm und die Entwicklungsgeschichte, die Filmemacher und ihre Erfahrungen.