Das Deutsche Schulbarometer Spezial: Ein Schlaglicht auf die Folgen der Pandemie

Die Schulen in Deutschland sind wieder zurück im Präsenzunterricht. Dadurch werden auch die Folgen der Corona-Pandemie für die Schüler:innen sichtbar. Eine repräsentative Umfrage unter Lehrkräften, durchgeführt von der Robert Bosch Stiftung in Kooperation mit der ZEIT, macht deutlich: Die langen Schulschließungen haben bei vielen Kindern und Jugendlichen Lernlücken und psychosoziale Probleme hinterlassen. Besonders betroffen sind Schulen in sozialen Brennpunkten.  

Robert Bosch Stiftung | Oktober 2021
Ein Mädchen und zwei Jungen mit Masken stehen auf einem Klettergerüst.
Ayse Tasci

Bei vielen Kindern und Jugendlichen zeigen sich nun die sozialen und psychologischen Folgen der Pandemie.

Die monatelangen Schullschließungen haben für viele Kinder und Jugendliche gravierende Folgen. So beobachtet die große Mehrheit der befragten Lehrkräfte zum Teil erhebliche Lernlücken bei ihren Schüler:innen. Auch mit Blick auf das psychosoziale Wohlbefinden sehen sie mehr Auffälligkeiten: Demnach haben Motivations- und Konzentrationsprobleme, Unruhe oder aggressives Verhalten seit Beginn der Pandemie erkennbar zugenommen. 59 Prozent der Lehrkräfte legen deshalb ihre Priorität in diesem Schuljahr auf die Bewältigung der sozialen und psychologischen Folgen der Pandemie. Der Ausgleich von Lernrückständen hat dagegen einen etwas geringeren Stellenwert beim Lehrpersonal. Das sind Ergebnisse der zweiten Folgebefragung von Lehrkräften des Deutschen Schulbarometer Spezials, eine repräsentative Erhebung der Robert Bosch Stiftung in Kooperation mit der ZEIT.

Deutliche Lernrückstände bei Schüler:innen

Grafik zu Lernrückständen von Schüler:innen
Das Deutsche Schulbarometer Spezial

Soziale Ungleichheit nimmt zu 

Sowohl Lernrückstände als auch psychosoziale Folgen zeigen sich an Schulen mit einem hohen Anteil armer Schüler:innen deutlich häufiger. „Dass Schulen mit geballten sozialen Problemlagen im zweiten Jahr der Pandemie noch immer mit sehr großen Herausforderungen zu kämpfen haben, dürfen wir nicht länger hinnehmen“, sagt Bernhard Straub, Geschäftsführer der Robert Bosch Stiftung. „Die nächste Bundesregierung muss, wie im Sondierungspapier vorgesehen, die dauerhafte und substanzielle Unterstützung von Schulen in benachteiligter Lage zur Top-Priorität machen. Dazu muss das Zusammenspiel von Bund, Ländern und Kommunen neu austariert werden. Außerdem brauchen wir endlich einen deutschlandweit einheitlichen Indikator, um Schulen mit besonderen Unterstützungsbedarfen zu identifizieren.“