• Das Deutsche Schulbarometer ist eine repräsentative Befragung im Auftrag der Robert Bosch Stiftung in Kooperation mit der ZEIT
  • Vier von fünf Eltern sind mit der Schule ihrer Kinder zufrieden, gleichzeitig glaubt nicht einmal die Hälfte der Eltern, dass Schule ausreichend auf die Zukunft vorbereitet
  • Mehr als die Hälfte der Eltern hilft ihren Kindern regelmäßig mehrere Stunden wöchentlich bei den Hausaufgaben und der Vorbereitung auf den Unterricht – auch wenn die Kinder eine Ganztagsschule besuchen
  • „Eltern müssen darauf vertrauen können, dass ihre Kinder weitestgehend ohne elterliche Unterstützung erfolgreich sind. Nur dann können Schulen dem Anspruch gerecht werden, für gleiche Bildungschancen zu sorgen“, so Dagmar Wolf, Leiterin des Bereichs Bildung in der Robert Bosch Stiftung GmbH
     

Stuttgart, 4. September 2019 – Die große Mehrheit der Eltern in Deutschland (77 Prozent) ist mit der Schule ihres Kindes zufrieden, 69 Prozent der Befragten wünschen sich für ihr Kind das Abitur als Schulabschuss. Gleichzeitig glaubt nicht einmal die Hälfte der Eltern (46 Prozent), dass die Schule ihre Kinder ausreichend auf das Leben nach der Schule vorbereitet. Das zeigen die Ergebnisse des Deutschen Schulbarometers, einer repräsentativen Befragung der Robert Bosch Stiftung GmbH in Kooperation mit der ZEIT zu den Themen Bildung und Schule. Durch die Befragung sollen die Perspektiven von Eltern in der öffentlichen Debatte über die Qualität und Zukunft von Schule eine größere Sichtbarkeit bekommen.

Insbesondere in der Grundschule helfen Eltern ihren Kindern regelmäßig mehrere Stunden in der Woche bei den Hausaufgaben oder bei der Vorbereitung auf Referate und Klassenarbeiten. Diese Form der Unterstützung scheint für viele Eltern selbstverständlich zu sein: Drei Viertel der Eltern glaubt nicht, dass sie etwas leisten, was eigentlich Aufgabe der Schule sei. Bildungsexperten sehen diese individuelle Förderung jedoch kritisch. „Der Bildungserfolg von Kindern darf nicht von der regelmäßigen Unterstützung der Eltern abhängen“, so Dagmar Wolf, Leiterin des Bereichs Bildung in der Robert Bosch Stiftung. „Lehrerinnen und Lehrer müssen darauf reagieren und ihren Unterricht und die eigene Haltung entsprechend verändern, damit Kinder von Beginn der Schullaufbahn an gleiche Bildungschancen haben.“

Auffallend ist, dass Eltern von Kindern an der Ganztagsschule ebenfalls viel Zeit in den schulischen Erfolg investieren, wenn auch nicht in vergleichbarem Umfang wie Eltern, deren Kinder eine Halbtagsschule besuchen. „Eltern müssen darauf vertrauen können, dass ihre Kinder an der Schule die bestmögliche Förderung erhalten und weitestgehend ohne elterliche Unterstützung erfolgreich sind. Nur dann können Schulen dem Anspruch gerecht werden, für gleiche Bildungschancen zu sorgen“, so Dagmar Wolf.

Das Deutsche Schulbarometer ist eine repräsentative Befragung im Auftrag der Robert Bosch Stiftung in Kooperation mit der ZEIT. Das Institut für angewandte Sozialwissenschaft infas hat dazu im Juni und Juli dieses Jahres 1011 Eltern von Kindern an Grundschulen und weiterführenden Schulen aus ganz Deutschland befragt. Die vollständigen Ergebnisse, Berichte und Interviews sowie alle Themen des Deutschen Schulbarometers finden Sie auf dem Deutschen Schulportal unter www.deutsches-schulportal.de.

Die Robert Bosch Stiftung vergibt seit 2006 gemeinsam mit der Heidehof Stiftung den Deutschen Schulpreis, den anspruchsvollsten Preis für gute Schulen in Deutschland. Um das Wissen aus der exzellenten Schulpraxis zu heben, aufzubereiten und auch weiterzuentwickeln hat die Stiftung 2015 die Deutsche Schulakademie gegründet. Die Onlineplattform „Das Deutsche Schulportal“ ist ein Fachmedium für alle, die sich für Schul- und Unterrichtsentwicklung interessieren.

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