• Repräsentative Studie der Robert Bosch Stiftung gibt Auskunft über die Einstellung der Bevölkerung zu verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen
  • Hohe Akzeptanz von Menschen mit nicht-heterosexueller Orientierung
  • Die Studie belegt: Die Akzeptanz von Vielfalt stärkt den gesellschaftlichen Zusammenhalt
     

Stuttgart, 25. Juli 2019 – Zum Christopher Street Day (CSD) machen derzeit wieder tausende Menschen in deutschen Städten auf die Gleichberechtigung von Transsexuellen, Schwulen und Lesben aufmerksam. Das Vielfaltsbarometer 2019 der Robert Bosch Stiftung GmbH zeigt, dass gerade Menschen nicht-heterosexueller Orientierung im Vergleich zu anderen gesellschaftlichen Gruppen besonders gut akzeptiert sind. So haben beispielsweise vier von fünf Deutschen kein Problem damit, dass Homosexuelle sich in der Öffentlichkeit küssen. 84 Prozent haben nichts dagegen, Homosexuelle als Nachbarn zu haben, zeigt die repräsentative Studie.

Behinderte und Homosexuelle besonders stark akzeptiert, religiöse Vielfalt hingegen weniger

Neben Menschen mit nicht-heterosexueller Orientierung stehen die Deutschen auch Menschen mit Behinderung besonders offen gegenüber. Auf einer Skala von 0 bis 100 liegt die Akzeptanz sexueller Vielfalt bei 77 Punkten, von behinderten Menschen sogar bei 83 Punkten. Die Akzeptanz ist ebenfalls hoch von Menschen mit anderer ethnischer Herkunft (73 Punkte), einem anderen Lebensalter (70 Punkte) und einem anderen Geschlecht (69 Punkte). Die größten Vorbehalte gibt es gegenüber sozioökonomisch Schwachen (58 Punkte) sowie Religion und religiöser Vielfalt (44 Punkte).

Akzeptanz von Vielfalt stärkt gesellschaftlichen Zusammenhalt

Die von Forschern der Jacobs University Bremen begleitete Studie zeigt auch, dass neben dem Vertrauen in Institutionen und Mitmenschen die Akzeptanz von Vielfalt eine entscheidende Stellschraube ist, um den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken. Dort, wo Vielfalt akzeptiert wird, ist auch der gesellschaftliche Zusammenhalt stärker und umgekehrt. „Nicht Vielfalt an sich ist die Herausforderung für gesellschaftlichen Zusammenhalt, sondern die Frage, wie wir mit ihr umgehen“, sagt Sandra Breka, Geschäftsführerin der Robert Bosch Stiftung. „Die Daten des Vielfaltsbarometers sprechen dafür, dass der konstruktive Umgang mit Vielfalt erlernbar ist. Vor allem persönliche Begegnungen können die Empathie stärken und das Unbehagen gegenüber anderen gesellschaftlichen Gruppen abbauen.“

Über die Studie „Zusammenhalt in Vielfalt – das Vielfaltsbarometer 2019“

Das Vielfaltsbarometer 2019 der Robert Bosch Stiftung ist eine repräsentative Befragung zum Thema „Gesellschaftliche Vielfalt und Zusammenhalt“. Es liefert Daten über die Meinung der Befragten zu den sieben Vielfaltsdimensionen Lebensalter, Geschlecht, Behinderung, sexuelle Orientierung, ethnische Herkunft, Religion und sozioökonomischer Status auf Bundes- und Länderebene. Das Vielfaltsbarometer bündelt die Ergebnisse in einem Vielfaltsgesamtindex. Auf einer Skala von 0 bis 100 Punkten liegt der Mittelwert für die Akzeptanz von Vielfalt in Deutschland aktuell bei 68 Punkten und damit klar im positiven Bereich.

Die Daten wurden zwischen Mai und Juli 2018 erhoben. Dafür wurden bundesweit 3.025 Personen ab 16 Jahren telefonisch zu ihren Meinungen und ihrem Verhalten gegenüber verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen befragt. Die Datenerhebung erfolgte durch das infas – Institut für angewandte Sozialwissenschaft aus Bonn.

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