Pressemeldung

Mit Rebellen reden - Panel zur Rolle von Mediatoren in Friedensprozessen

Robert Bosch Stiftung | Februar 2019
  • Robert Bosch Stiftung richtet Panel auf der Münchner Sicherheitskonferenz aus
  • Norwegische Außenministerin Ine Eriksen Søreide, UN-Sondergesandter in Libyen Ghassan Salamé und David Harland, Direktor der NGO Centre for Humanitarian Dialogue über Potenziale privater und staatlicher Mediation
  • Friedensprozesse sind nur dann nachhaltig, wenn sie alle relevanten Akteure einbeziehen
     

Stuttgart, 14. Februar – Viele Krisen und gewalttätige Konflikte sind ohne den Einsatz privater, nichtstaatlicher Mediatoren nicht zu lösen. In zunehmend komplexen Interessenlagen mit einer steigenden Zahl beteiligter Akteure sind häufig unterschiedliche bewaffnete Gruppierungen an einem Konflikt beteiligt. Um einen nachhaltigen Friedensprozess anzustoßen, müssen auch sie in Verhandlungen einbezogen werden. Staatliche Vermittler geraten dabei an Grenzen. Auf der Münchner Sicherheitskonferenz veranstaltet die Robert Bosch Stiftung GmbH ein Panel zum Potenzial staatlicher und privater Mediatoren, v.a. mit Blick auf die Einbeziehung bewaffneter Gruppierungen, das einen Einblick in die Verhandlungsführung während und nach dem Ende gewalttätiger Konflikte gibt.

„Die Zusammenarbeit von privaten und staatlichen Akteuren kann gerade in Friedensprozessen von großem Vorteil sein“, sagt Sandra Breka, Geschäftsführerin der Robert Bosch Stiftung. „Essenziell ist dabei, dass die Mediatoren von NGOs, ThinkTanks sowie multilaterale und staatliche Vertreter im Sinne des Bedarfs vor Ort koordiniert und partnerschaftlich agieren, anstatt miteinander zu konkurrieren.“

Seit 2016 unterstützt die Robert Bosch Stiftung im Rahmen ihrer Förderung die Arbeit von Mediatoren in Krisen und gewalttätigen Konflikten. Mediation – die Vermittlung in Friedensprozessen – ist seit Jahren als Mittel zur nachhaltigen Konfliktlösung anerkannt und trägt in vielen Krisen dazu bei, langfristige und von allen Seiten akzeptierte Vereinbarungen zu schaffen. Der Erfolg dieser Vereinbarungen hängt dabei wesentlich davon ab, ob es gelingt, im Friedensprozess Synergien zwischen offiziellen und inoffiziellen Vermittlern zu schaffen, die auf verschiedenen Ebenen Zugang zu den relevanten Akteuren sowie politischen Einfluss haben.

Auf dem Panel „Crossing Red Lines: Talking to Armed Groups“ am 16. Februar auf der Münchner Sicherheitskonferenz erläutert Ine Eriksen Søreide, norwegische Außenministerin, weshalb das Land Mediation als Instrument für Konfliktbearbeitung aktiv unterstützt. Ghassan Salamé, UN-Sondergesandter für Libyen seit 2017, und David Harland, Direktor der privaten Organisation Centre for Humanitarian Dialogue in Genf geben über Verhandlungserfolge in Libyen und rote Linien ihrer Arbeit Auskunft. „Wir unternehmen in diesem zersplitterten Land jeden Tag enorme Anstrengungen, um die Teilung aufzuheben und neue Gewaltausbrüche zu verhindern. Bei der Versöhnung auf lokaler Ebene sind wir ebenso gefragt wie bei der Aushandlung einer nationalen Einigung“, so Salamé. „Wir kennen unsere Stärken, wissen aber auch, in welchen Situationen es zur bestmöglichen Unterstützung der Libyer effektiver ist, mit oder durch lokale und internationale, staatliche und nichtstaatliche Partner zu handeln.“

Darüber hinaus diskutieren die Sprecher des Panels praktische und ethische Herausforderungen einer Verhandlungsführung mit nicht-legitimierten bewaffneten Gruppierungen. „Die Zersplitterung bewaffneter Konflikte macht klassische Friedensverhandlungen inzwischen beinahe unmöglich“, sagt David Harland, Direktor des Centre for Humanitarian Dialogue. „Deshalb brauchen wir einen Mechanismus, der über Gespräche in verrauchten Hinterzimmern hinausgeht und alle Beteiligten einbezieht, ansonsten werden die meisten Verhandlungen scheitern.“

Über die Veranstaltung:
Münchner Sicherheitskonferenz
Panel: Crossing Red Lines: Talking to armed groups
Samstag, 16. Februar, 13:15 – 14:45 Uhr
Mit Ine Eriksen Søreide, Außenministerin Norwegens
Ghassan Salamé, UN-Sondergesandter für Libyen
David Harland, Direktor des Centre for Humanitarian Dialogue, Genf
Begrüßung: Sandra Breka, Geschäftsführerin der Robert Bosch Stiftung
Ort: Dachgarten 1, Hotel Bayerischer Hof

Für im Rahmen der MSC akkreditierte Pressevertreter steht eine begrenzte Zahl an Plätzen zur Verfügung.

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