Those who are not allowed to travel cannot help shape the future. Visa inequality affects millions of people—yet it often remains invisible. New data reveals just how structurally skewed global mobility really is.
We recently attended an international conference that a partner from a Global South country was not able to join. The most frequent reaction from other attendees when they heard this was: “I’m so sorry to hear she didn’t get a visa.” Ironically, our partner had the flu. Yet this reaction shows how much we have become accustomed with the fact that many stakeholders are not able to move and join international convenings because they simply get no access to them. The international development community recently gathered for COP 30 and the G20; during these moments, when so many people travel to discuss global cooperation, we are reminded that mobility itself is often a mirror of inequality.
Please find the full english article on Odi.org.
Wir können die individuellen Geschichten hinter der globalen Visa-Ungleichheit erzählen. Und wir können anerkennen, dass es neben diesen Einzelfällen eine systemische Dimension gibt – und dass das Visasystem, wie die Daten belegen, inhärente Verzerrungen enthält.
Technologie allein wird diese strukturellen Ungleichheiten nicht beheben. Aber sie kann helfen, sie sichtbar zu machen – und zu verändern. Auf dem afrikanischen Kontinent arbeiten Plattformen wie das Africa Lawyers Hub in Nairobi mit Expertinnen und Experten aus Recht, Politik und Technologie daran, wie digitale Transformation veraltete Visa-Systeme aufbricht und neue Ansätze für Mobilität auf kontinentaler Ebene ermöglicht. Algorithmen, biometrische Datenbanken und digitale Identitätssysteme prägen längst – oft unsichtbar – die Frage, wer sich bewegen darf. Doch dieselben Technologien könnten, anders gestaltet, auch Instrumente für mehr Gerechtigkeit sein: offene Daten für Transparenz und Rechenschaft, Blockchain-basierte Nachverfolgung von Anträgen ohne Vorurteile, digitale Visa-Systeme, die kulturelle, kreative und gemeinschaftliche Beiträge als legitime Formen von Wert anerkennen.
Hinter jeder Grenzpolitik und jedem digitalen Werkzeug steht letztlich die Frage: Wem trauen wir zu, sich zu bewegen, zu arbeiten, zu gestalten? Systemveränderung beginnt, wenn wir Vertrauen nicht als Ausschlusskriterium, sondern als gemeinsamen Wert neu denken. Das verstehen wir unter mobility by design – eine bewusste Neugestaltung globaler Bewegungsfreiheit im Sinne von Fairness, Vertrauen und Teilhabe. Die Vorstellungskraft in Fragen der Mobilität zurückzugewinnen bedeutet, die rechtlichen, digitalen und kulturellen Voraussetzungen für gerechte Bewegungsfreiheit real zu schaffen.