Warum machen wir das Projekt?

Bindung an einen Ort entsteht, wenn Menschen am Geschehen einer Gemeinde beteiligt sind. Viele Kommunen in ländlichen Räumen haben erkannt, dass Zuwanderung sowie die Integration und Teilhabe von Migranten wichtige Zukunftsthemen sind. Denn angesichts des demografischen Wandels hängt ihre Entwicklung vielfach von der Aktivierung bereits länger in der Region lebender Menschen sowie der Gewinnung und Bindung neuer Bewohner ab. Viele Gemeinden in ländlichen Räumen wollen auch Flüchtlinge langfristig vor Ort integrieren. Für die Gestaltung der Integration und Teilhabe neu zugewanderter Menschen braucht es nachhaltige Strategien und Konzepte, lokale Kooperationen zwischen Politik, Verwaltung, Zivilgesellschaft, Migranten und Wirtschaft sowie politische und gesellschaftliche Rahmenbedingungen, die diese Prozesse unterstützen.

Was wollen wir erreichen?

Mit dem Programm „Land.Zuhause.Zukunft – Integration und Teilhabe von Neuzuwanderern in ländlichen Räumen“ unterstützt die Robert Bosch Stiftung Landkreise mit ihren vielfältigen Akteuren dabei, innovative und zukunftsfähige Ansätze für die Integration und Teilhabe von Neuzuwanderern in ländlichen Räumen (weiter) zu entwickeln. Auch Wissensaustausch zwischen unterschiedlichen Akteursgruppen sowie die Entwicklung von Handlungsempfehlungen für Politik und Praxis stehen im Fokus des Programms.

Wie funktioniert das Projekt?

In der zweiten Phase des Programms (2020-2021) wurden zehn neue Landkreise in die Beratung aufgenommen. Die Akteure aus den Landkreisen sind Experten ihrer kommunalen Themen und verfügen über vielfältige Ressourcen, die sie in die Gestaltung von Integration und Teilhabe einbringen. Dabei werden sie bedarfs- und prozessorientiert von externen Beratern bei der Bearbeitung einer konkreten Herausforderung der Integration und Teilhabe bzw. der Umsetzung von innovativen Ideen unterstützt. Unsere Beratungspartner sind Ramboll Management Consulting und Kompetus Management Consulting.

Zudem ist Ziel des Programms, Akteure aus den Landkreisen zu Fragen der Migration, Integration und Vielfalt in ländlichen Räumen in unterschiedlichen Formaten überregional miteinander sowie mit anderen Akteursgruppen zu vernetzen. Hierbei werden virtuelle Vernetzungsformate auf- und ausgebaut, Veranstaltungen organisiert sowie zusätzliche Fördergelder für themenzentrierte Lernreisen im In- und Ausland vergeben. Des Weiteren dient „Land.Zuhause.Zukunft“ als Plattform, die vor Ort gemachten Projekterfahrungen und -ergebnisse an die Öffentlichkeit, andere Kommunen und politische Entscheidungsträger auf lokaler und nationaler Ebene weiterzutragen.

Wer steht dahinter?

Die Robert Bosch Stiftung führt das Programm in Kooperation mit der Universität Hildesheim durch, bei der das Programmbüro angesiedelt ist.

Hintergrund

Für eine Sondierung des Feldes hat die Robert Bosch Stiftung zwischen März und Juli 2017 eine Bedarfsanalyse zur Integration von Flüchtlingen in ländlichen Räumen erstellt, um daraus Empfehlungen und Handlungslinien für ein Förderprogramm zu entwickeln. An der darauffolgenden Pilotphase des Programms „Land.Zuhause.Zukunft – Integration und Teilhabe von Neuzuwanderern in ländlichen Räumen“ waren ab Januar 2018 die Landkreise Coburg (Bayern), Goslar (Niedersachsen), Harz (Sachsen-Anhalt), Ludwigslust-Parchim (Mecklenburg-Vorpommern), Prignitz (Brandenburg) und der Vogtlandkreis (Sachsen) beteiligt. Sie erarbeiteten bis Mitte 2019 unterschiedliche Konzepte in verschiedenen Themenfeldern. Im Jahr 2020 nahm die Robert Bosch Stiftung in Kooperation mit der Universität Hildesheim weitere Landkreise in das Programm „Land.Zuhause.Zukunft“ auf und entwickelte das Programm auf Basis der Erfahrungen der Pilotphase weiter.