Warum machen wir das Projekt?
Bindung an einen Ort entsteht, wenn Menschen am Geschehen einer Gemeinde beteiligt sind. Viele Kommunen in ländlichen Räumen haben erkannt, dass Zuwanderung sowie die Integration und Teilhabe von Migrant:innen wichtige Zukunftsthemen sind. Denn angesichts des demografischen Wandels hängt ihre Entwicklung vielfach von der Aktivierung bereits länger in der Region lebender Menschen sowie der Gewinnung und Bindung neuer Bewohner:innen ab. Viele Gemeinden in ländlichen Räumen wollen auch Flüchtlinge langfristig vor Ort integrieren. Für die Gestaltung der Integration und Teilhabe neu zugewanderter Menschen braucht es nachhaltige Strategien und Konzepte, lokale Kooperationen zwischen Politik, Verwaltung, Zivilgesellschaft, Migrant:innen und Wirtschaft sowie politische und gesellschaftliche Rahmenbedingungen, die diese Prozesse unterstützen.
Was wollen wir erreichen?
Das Programm Land.Zuhause.Zukunft. will erreichen, dass (Neu-)Zugewanderte ein selbstverständlicher Teil der Gesellschaft in ländlichen Räumen werden. Die aktive Gestaltung von Einwanderung ist eine Chance für Politik, Verwaltung, Zivilgesellschaft und Wirtschaft, attraktive Bleibeperspektiven für (Neu-) Zugewanderte zu schaffen. Wir wissen, dass lokale Akteur:innen - einschließlich der (neu-)zugewanderten Menschen selbst in ländlichen Räumen die Handlungsspielräume, das Potenzial und die Motivation haben, um Vielfalt positiv zu gestalten. Daher betrachten wir sie als Expert:innen ihrer kommunalen Themen, die über vielfältige Ressourcen verfügen und deren Engagement die Vision des Programms Wirklichkeit werden lässt.
Wie funktioniert das Projekt
In der dritten Programmphase (2025-2027) arbeitet das Programmbüro von Land.Zuhause.Zukunft an drei Schwerpunktthemen: die Integration von Arbeitskräften, die Digitalisierung und Integrationsbeiräten. Des Weiteren hat das Programm mit dem Forum Integration in ländlichen Räumen ein Gremium für die Vernetzung der Landkreise, den Informationsaustausch und Wissenstransfer geschaffen. Schließlich dient Land.Zuhause.Zukunft als Plattform, die vor Ort gemachten Erfahrungen und Ergebnisse an andere Kommunen und politische Entscheidungsträger:innen auf lokaler und nationaler Ebene weiterzutragen.
Hintergrund
Für eine Sondierung des Feldes hat die Robert Bosch Stiftung zwischen März und Juli 2017 eine Bedarfsanalyse zur Integration von Flüchtlingen in ländlichen Räumen erstellt, um daraus Empfehlungen und Handlungslinien für ein Förderprogramm zu entwickeln. An der darauffolgenden Pilotphase des Programms „Land.Zuhause.Zukunft – Integration und Teilhabe von Neuzugewanderten in ländlichen Räumen“ waren ab Januar 2018 die Landkreise Coburg (Bayern), Goslar (Niedersachsen), Harz (Sachsen-Anhalt), Ludwigslust-Parchim (Mecklenburg-Vorpommern), Prignitz (Brandenburg) und der Vogtlandkreis (Sachsen) beteiligt. Seit 2020 wird das Programm in Kooperation mit der Universität Hildesheim durchgeführt, bei der das Programmbüro angesiedelt ist. In zwei Programmphasen (2020 bis 2022 und 2023 bis 2024) wurden 16 weitere Landkreise mit Prozessbegleitungen unterstützt sowie das Programm weiterentwickelt.
