Landkreis Coburg: Migrantinnen und Migranten für Pflegeberufe gewinnen

In Deutschland herrscht ein akuter Mangel an Altenpflegerinnen und -pflegern, insbesondere in ländlichen Räumen. Während die Anzahl der zu Pflegenden fortwährend ansteigt, gibt es immer weniger junge Menschen, die perspektivisch für den Pflegeberuf zur Verfügung stehen. So ist auch der Landkreis Coburg von Schrumpfung und Überalterung betroffen.

Darüber hinaus lösen sich Familienverbünde, sodass immer seltener zu Hause gepflegt wird. Im Landkreis gibt es viele kleinere Träger. Diese sind sehr aktiv und innovativ, können aber aus eigener Kraft dem Fachkräftemangel zu wenig entgegensetzen.

Im Rahmen des Projektes wird die Zusammenarbeit dieser Träger geplant. Gemeinsam wollen sie daran arbeiten, Migrantinnen und Migranten als Fachpersonal zu gewinnen und aktiv zu integrieren. Eine hinreichende Zahl an qualifizierten Altenpflegerinnen und Altenpflegern ist eine wichtige Bedingung, dass kleinere Pflegedienste mittel- und langfristig im ländlichen Raum bestehen können.

Das Projekt soll einen wichtigen Beitrag dazu leisten, dass die Versorgung älterer Menschen in der Pflege gewährleistet wird. Dies wird möglich, wenn im Landkreis Coburg hinreichend Fachkräfte für die Altenpflege zur Verfügung stehen. Daher werden die Potenziale von Migrantinnen und Migranten als Fachkräfte sowie die Möglichkeiten und Abläufe der Ansprache und Integration analysiert. Hauptaugenmerk liegt auf der Integration und Bindung an die ländliche Region Coburg. Die Leitfragen sind somit: Was muss getan werden, damit sich Zuwanderer in ihrer neuen Heimat wohl fühlen? Was ist dafür seitens der Kommunen und der Pflegeeinrichtungen hierfür zu tun?

Relevante Akteure im Landkreis werden aktiv in das Projekt eingebunden und vernetzt. Gemeinsam wird ein Konzept für die Ansprache und Integration von Migrantinnen und Migranten erarbeitet. Während des Prozesses werden auch andere Modellprojekte besucht, um von innovativen Ansätzen zu lernen (z. B. Internationale Pflegeklasse am Robert-Bosch-Krankenhaus). Coburg wird inhaltlich-fachlich und moderierend durch die Kompetus Management Consulting GmbH begleitet.

Dennis Flach
dennis.flach@landkreis-coburg.de
Telefon 09561 514-235

Martina Berger
martina.berger@landkreis-coburg.de
Telefon 09561 514722

Landkreis Coburg

Landkreis Goslar: Entwicklung eines modularen Integrations- und Teilhabekonzeptes für Neuzuwanderer

Der Landkreis hat in den letzten Jahren mit neuen Strukturen und Maßnahmen auf die so genannte „Flüchtlingskrise“ reagiert, u. a. durch ein Integrationszentrum, das die Erstintegration vor dem Umzug in die eigene Wohnung übernommen hat, mit einem Konzept zur Willkommenskultur und einer Intensivierung der ehrenamtlichen Netzwerke. Jetzt ist es wichtig und an der Zeit, die damit gemachten Erfahrungen gemeinsam auszuwerten und für künftige Herausforderungen des Themas Integration zukunftstauglich auszurichten.

Integration ist mit der Ankunft und den ersten Schritten der Zuwanderer in der neuen Umgebung nicht beendet, sondern fängt erst an. Der Landkreis Goslar ist ein ländlich strukturierter Flächenlandkreis mit unterschiedlichen Infrastrukturen in den Städten und Gemeinden. Integration im ländlichen Raum stellt andere Herausforderungen an die Akteure als die Integration in Ballungsräumen. Hier gilt es, eigene individuelle Ideen und Lösungen angepasst an die örtlichen Sozialräume zu schaffen. Viele Akteure aus Zivilgesellschaft, Behörden, Wirtschaft und Institutionen mit unterschiedlichen Maßnahmen und Zielsetzungen sind vor Ort an diesem Prozess beteiligt. Ziel ist es, in einem breiten, landkreisweiten Beteiligungsprozess ein Integrations- und Teilhabekonzept mit Leitlinien für ein gemeinsames Integrationsverständnis zu entwickeln, das auf den bereits guten Integrationsstrukturen des Landkreises aufbaut.

Alle relevanten Akteure im Landkreis werden aktiv über Interviews, Fokusgruppen und Dialogveranstaltungen eingebunden. Als Ergebnis wird es in diesem Prozess gemeinsam ausgehandelte Leitlinien zu unterschiedlichen Handlungsfeldern der Integration vor Ort geben, die der Kreistag des Landkreises als Integrations- und Teilhabekonzept beschließen soll. Dieses Konzept bildet die Grundlage für die Integrationsarbeit in den Handlungsfeldern Ehrenamt, Bildung, Wohnen und Leben, Empowerment, Gesundheit und Arbeit. Vorhandene Netzwerke und Strukturen werden weiterhin genutzt und gestärkt, indem die Leitlinien mit Maßnahmenplänen unterlegt und regelmäßig fortgeschrieben werden. Der Landkreis Goslar wird inhaltlich-fachlich und moderierend durch die Ramboll Management Consulting GmbH begleitet.

Ellen Ristig
Koordinierungsstelle Migration und Teilhabe
Zimmer 140
Klubgartenstr. 11
38640 Goslar
Telefon 05321 76 564
ellen.ristig@landkreis-goslar.de

Landkreis Harz: Integrationsmonitoring im Bereich Flüchtlinge und Neuzuwanderer – Integration und Datenmanagement aus einer Hand

Landkreis, Arbeitsverwaltung und Träger der Migrationsberatung stehen vor der Herausforderung fehlender Informationsabstimmung sowie doppelt erhobener relevanter personenbezogener Daten zwischen den unterschiedlichen Institutionen sowie Neuerhebungen nach Rechtskreiswechsel.

Ziel ist die Entwicklung eines datenbankgestützten Monitorings von individuellen Integrationsverläufen auf Landkreisebene. Vorhandene Daten sollen zusammengefügt und Doppel- bzw. Mehrfacherhebungen vermieden werden. Zielgruppe sind zugewiesene Bleibeberechtigte und Neuzuwanderer seit 2016 ab 16 Jahren.

Relevante Akteure im Landkreis werden aktiv eingebunden. Ergebnis wird ein Machbarkeitskonzept für den Landkreis sein. Wenige Vorbilder gibt es bereits in Städten wie z. B. Erlangen, nicht aber auf Landkreisebene. Der Landkreis Harz wird inhaltlich-fachlich und moderierend durch die Ramboll Management Consulting GmbH begleitet.

Stabstellenleitung Kommunale Migrationsarbeit
Landkreis Harz
Koordinierungsstelle für Migration
Friedrich-Ebert-Straße 42
38820 Halberstadt

Telefon 03946 97 74 26
koordinierungsstelle@kreis-hz.de

Landkreis Harz

Der Landrat des Landkreises Harz Martin Skiebe (Mitte) gemeinsam mit Raphaela Schweiger von der Robert Bosch Stiftung und Rainer Ohliger vom Programmbüro Land.Zuhause.Zukunft.

Landkreis Ludwigslust-Parchim: Entwicklung eines dezentralen Integrations- und Teilhabekonzeptes für den Landkreis und die kreisangehörigen Städte und Gemeinden

Durch stetige Zuwanderung gibt es den Bedarf, die Integrationsarbeit konzeptionell abzusichern und weiterzuentwickeln. Die Herausforderung: Der Landkreis ist der zweitgrößte Flächenlandkreis und eine der am dünnsten besiedelten Regionen in Deutschland.

Ziel ist es, auf Basis eines breit angelegten Beteiligungsprozesses ein dezentrales Integrations- und Teilhabekonzept zu entwickeln. Damit wird eine Grundlage geschaffen, die bestehenden Akteure besser zu vernetzen und deren Kapazitäten zu stärken.

Relevante Akteure im Landkreis werden aktiv eingebunden. Es werden u. a. in sechs Regionen des Landkreises Beteiligungsveranstaltungen durchgeführt. Ergebnis wird ein Konzept für den Landkreis sein, das dezentral umsetzbar ist. Der Landkreis Ludwigslust-Parchim wird inhaltlich-fachlich und bei der Moderation durch die Kompetus Management Consulting GmbH begleitet.

Weitere Informationen zum Projekt gibt es auf der Website des Landkreises Ludwigslust-Parchim

Landkreis Ludwigslust-Parchim

(v.l.n.r): Raphaela Schweiger (Robert Bosch Stiftung), Simone Schmülling (Landkreis Ludwigslust-Parchim), Heidrun Dräger (Landkreis Ludwigslust-Parchim), Rainer Ohliger (Programmbüro Land.Zuhause.Zukunft)

Landkreis Prignitz: Zivilgesellschaftliche Beteiligung von Zugewanderten

Das Vereinswesen schafft im ländlichen Raum Orte der Begegnung, zivilgesellschaftliche Institutionen sind ein wichtiges Element des Zusammenlebens. Auch für Zugewanderte bietet sich hier die Chance, Interessen nachzugehen und gleichzeitig Kontakt zur Aufnahmegesellschaft zu erhalten. Obwohl die Vereine auf die Gewinnung neuer Mitglieder angewiesen sind, um ihre Strukturen und Angebote aufrechtzuerhalten, finden Angebot und Nachfrage derzeit nicht hinreichend zusammen.

Ziel ist die Verbesserung der Bindung von Zugewanderten an den Landkreis Prignitz und die Förderung eines harmonischen Zusammenlebens. Dazu werden bestehende gute Ansätze bei Vereinen und zivilgesellschaftlichen Institutionen identifiziert („Bunte Seiten Prignitz“), die Übertragung und das gegenseitige Lernen unterstützt und innovative Ideen gezielt durch Mikroaktivitäten gefördert. Es sollen Informations- und Partizipationspfade gelegt, Dialoge ermöglicht und die Vernetzung unterstützt werden.

Der Prozess wird inhaltlich-fachlich und moderierend durch externe Berater sowie einen lokalen Vermittler gestaltet. In einem ersten Schritt unterstützen sie die Akteure im Landkreis dabei, erfolgreiche Ansätze zu identifizieren. Dabei fließt die Perspektive von Zugewanderten ein. Diese Beispiele werden so aufbereitet, dass sie leichter zugänglich und für andere Vereine übertragbar sind. Die Akteure im Landkreis werden dabei begleitet, innovative Ideen zur Integration von Zugewanderten in Vereine und zivilgesellschaftliche Institutionen zu entwickeln. Dabei sollen sie unterschiedliche methodische Zugänge ausprobieren, um kulturelle und soziale Barrieren zwischen Einheimischen und Zugewanderten zu senken.

Angelika Hahn
Ausländer-, Gleichstellungs- und Behindertenbeauftrage

Berliner Str. 49
Haus 1, DG, Zimmer 309
19348 Perleberg
 
Telefon 03876 - 713-106
Fax 03876 - 713-291
angelika.hahn@lkprignitz.de
 

Publikationen

Faltblatt zum Förderprogramm Bunte Prignitz (PDF)

Zwischenbericht des Förderprogramms Bunte Prignitz (PDF)

Vogtlandkreis: Teilnehmer- und Absolventenmanagement in und nach Integrationskursen

Spracherwerb und Sprachförderung sind zentral für Neuzuwanderer, um langfristig in die deutsche Gesellschaft integriert zu werden und am sozialen, wirtschaftlichen und politischen Leben teilhaben zu können. Die Basis für den Erwerb der deutschen Sprache wird in den BAMF-Integrationskursen gelegt, die zum Sprachniveau B1, also Beherrschung der Alltags- und Umgangssprache führen sollen. Im ländlichen Raum gibt es spezifische Herausforderungen für eine erfolgreiche Sprachvermittlung. Das Kursangebot ist meist weniger zielgruppendifferenziert, da anders als in großen Städten Angebote für vergleichsweise weniger Kursteilnehmer auf großer Fläche gemacht werden müssen. Eine zielgenaue Förderung nach individuellem und gruppenspezifischem Bedarf ist dadurch schwieriger. Und der Übergang für Kursabsolventen in weiterführende Maßnahmen und den Arbeitsmarkt ist aufgrund struktureller Faktoren anders und oft auch komplizierter. Zu diesen Faktoren zählen sowohl die Besonderheiten des Arbeitsmarkts, geprägt durch kleine und mittlere Unternehmen, wie auch die individuellen Voraussetzungen der Kursteilnehmer (z. B. deren Bleibeabsicht und Perspektiven im ländlichen Raum). Hier braucht es frühzeitige weiterführende Begleitung und ein Übergangsmanagement, das lokale Lösungen entwickelt, die den Besonderheiten der Zielgruppe und des ländlichen und kleinstädtischen Raums gerecht werden.

Der Beratungs- und Begleitungsprozess sowie die damit verknüpfte Entwicklung und Umsetzung eines Modellprojekts im Vogtlandkreis haben drei Ziele. Erstens werden die besonderen Strukturbedingungen und Herausforderungen des ländlichen Raums bei der Sprachvermittlung untersucht und in einem Konzeptpapier dokumentiert. Zweitens wird ein lokales Lösungsangebot für die besonderen Herausforderungen ermittelt und erprobt. Drittens sollen die Erfahrungen aus dem lokalen Ansatz überregional vermittelt werden.

Der Beratungsprozess nimmt die skizzierten Herausforderungen auf, um durch lokale Analyse, Beratung und die Entwicklung passgerechter Praxismodule Lösungen zu entwickeln. Dafür werden zuerst mit den verschiedenen Akteursgruppen (Kursträger und -teilnehmer, Migrationsberatungen, Arbeitsverwaltung, Unternehmen) in Fokusgruppen und individuellen Interviews der Ist-Zustand und der Bedarf analysiert. Dann werden für zwei spezifische Zielgruppen (Schnelllerner und Langsamlerner) spezifische kursbegleitende und -fortführende Angebote entwickelt und implementiert. Die Beratungs- und Projekterfahrungen fließen in einen themenspezifischen Workshop vor Ort und eine Kurz-Expertise ein.

Alexandra Reißmann
Koordinationskraft Integration
Büro Landrat
Landratsamt Vogtlandkreis
Postplatz 5
08523 Plauen
Telefon 03741 3001067
E-Mail: reissmann.alexandra@vogtlandkreis.de