Robert Bosch Academy

Die Welt neu denken

Wie bringt man Kunst und Aktivismus zusammen? Welche Reformen brauchen die Vereinten Nationen? Und welche Chancen wurden bei der Demokratisierung post-sowjetischer Staaten verpasst? Während ihres Aufenthaltes an der Robert Bosch Academy in Berlin arbeiten die Richard von Weizsäcker Fellows an Antworten auf diese und weitere Fragen unserer Zeit.

Text
Sabine Fischer
Bilder
David Ausserhofer

„Wir befinden uns gerade im folgenschwersten Jahrzehnt der Menschheitsgeschichte. Was wir in den nächsten zehn Jahren tun, bestimmt die Zukunft unserer Kinder und Enkel - und vor allem, ob sie überhaupt eine Zukunft haben werden“, sagt Kumi Naidoo. Für den ehemaligen Generalsekretär von Amnesty International ist es an der Zeit, Weichen zu stellen und schwierige Fragen anzugehen. 

Dafür ist Kumi Naidoo gemeinsam mit anderen Entscheidungsträger:innen, Meinungsmacher:innen und Expert:innen aus der ganzen Welt nach Deutschland gekommen. Er ist einer der diesjährigen Richard von Weizsäcker Fellows, die an der Robert Bosch Academy in Berlin einen mehrmonatigen Aufenthalt verbringen. Das Ziel: Abseits ihrer sonstigen Verpflichtungen sollen die Fellows sich ihren individuellen Fragestellungen widmen. 

2022 reichen die Themen der Fellows von der Finanzierung von Entwicklungsarbeit über das Verhältnis von Kunst und Aktivismus bis hin zu den verpassten Chancen in der Demokratisierung post-sowjetischer Staaten oder der Frage, welche Lehren sich aus dem Umgang der Deutschen mit dem Erbe des Nationalsozialismus für eine Gesellschaft der Gleichheit ziehen lassen. In den folgenden Videostatements stellen die Fellows sich und ihre Arbeit vor.

Kumi Naidoo, Südafrika: Wie wird Aktivismus schneller und erfolgreicher?

Kumi Naidoo ist ein Menschenrechts- und Umweltaktivist aus Südafrika. Von 2018 bis 2020 war er Generalsekretär von Amnesty International. Während seines Fellowships will er reflektieren, woran Aktivismus scheitert und auf welchem Weg man Kunst und Aktivismus zusammenbringen kann. 

Leila Alieva, Aserbaidschan: Welche Chancen hat man bei der Demokratisierung post-sowjetischer Staaten verpasst?

Leila Alieva kommt aus Aserbaidschan und ist Affiliate der Russian and East European Studies an der School of Global and Area Studies der University of Oxford. Als Expertin für die ehemalige Sowjetunion, die Europäische Union und die Euro-Atlantische Integration spricht sie häufig auf internationalen Symposien und Konferenzen, unter anderem bei Ministertreffen der EU und Sitzungen des Europäischen Parlaments. 

Die Krisen unserer Zeit erfordern multilaterale Lösungen und ein gemeinsames Vorgehen weltweit. 

Zitat vonMaría Fernanda Espinosa
Zitat vonMaría Fernanda Espinosa

María Fernanda Espinosa, Ecuador: Wie sehen Zukunftsszenarien für den Multilateralismus aus?

Als Diplomatin, Politikerin und Akademikerin aus Ecuador hat María Fernanda Espinosa mehr als 30 Jahre Erfahrung in internationalen Organisationen, der ecuadorianischen Regierung, NGOs und der Wissenschaft. Ihr Fellowship nutzt Espinosa, um an Zukunftsszenarien für den Multilateralismus zu arbeiten. 

Erin Ganju, USA: Wie kann Entwicklungsarbeit besser finanziert werden?

Die US-Amerikanerin Erin Ganju ist Sozialunternehmerin und Geschäftsführerin bei Echidna Giving, einem der größten privaten Geldgeber für die Bildung von Mädchen in Ländern mit niedrigem Einkommen. Dort verwaltet sie das Portfolio globaler Investitionen in Programme für Jugendliche sowie die Bemühungen um den Aufbau eines robusten Umfelds für Durchführungsorganisationen, Forscher:innen und andere Geldgeber:innen im Bereich der Geschlechtergleichstellung in der Bildung.

Wir brauchen eine Philanthropie, die sich den globalen Herausforderungen stellt und dem gemeinnützigen Sektor ein konstruktiver, unterstützender Partner sein kann.

Zitat vonErin Ganju
Zitat vonErin Ganju

Harsh Mander, Indien: Wie sieht eine Gesellschaft des Miteinanders aus?

Harsh Mander ist ein Menschenrechts- und Friedensaktivist, Autor und Dozent. Er ist Direktor des Centre for Equity Studies in Indien, einem Forschungszentrum, das sich mit sozialer und wirtschaftlicher Gerechtigkeit beschäftigt. Zuvor arbeitete er fast zwei Jahrzehnte lang auf höchster Ebene im indischen Verwaltungsdienst in Madhya Pradesh und Chattisgarh. Im Jahr 2002 kündigte er aus Protest gegen die Rolle des Staates bei dem Massaker in Gujarat. Während seines Fellowships will er untersuchen, wie Deutschland mit dem schwierigen Erbe der Nazi-Zeit umgegangen ist. 

Die Robert Bosch Academy ist eine Einrichtung der Robert Bosch Stiftung mit Sitz in Berlin. Sie dient dem vertraulichen Austausch und der lösungsorientierten Zusammenarbeit weltweiter Entscheidungsträger:innen, Meinungsbildner:innen und Expert:innen zu Zukunftsfragen von globaler Bedeutung. 

So arbeitet die Robert Bosch Academy
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