Lernen Sie die laufenden Projekte kennen

In 2018 wurden 35 Projektideen eingereicht, von denen die Jury zwei zur Förderung vorgeschlagen hat: Das von der Paris-Lodron-Universität Salzburg koordinierte Vorhaben „EXBOX-Digital – Entwicklung und Evaluation von digitalen Experimentierboxen für den Chemie- und Physikunterricht“ sowie das Projekt „Digital gestütztes, individuelles Feedback zur Förderung von Lernmotivation und Lernerfolg - Evaluation eines Unterrichtskonzepts in Mathematik“, das von der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg durchgeführt wird. Die Projekte haben im November 2018 begonnen.

In 2019 wurden 31 Projektideen eingereicht, von denen die Jury zwei zur Förderung vorgeschlagen hat. Das von der  Eberhard Karls Universität Tübingen koordinierte Projekt "Digitale Binnendifferenzierung: Integration sprachlicher & kognitiver Maße zur adaptiven Förderung" beginnt im Oktober 2019. Ab Juni 2020 koordiniert das Institut für Bildungsevaluation der Universität Zürich das Projekt "Step forward! Programm zur evidenzbasierten personalisierten Förderung von Schülerinnen und Schülern mit niedrigen schulischen Kompetenzen im Englischunterricht".

EXBOX-Digital – Entwicklung und Evaluation von digitalen Experimentierboxen für den Chemie- und Physikunterricht

Digitale Medien sind fester Bestandteil der Unterrichtspraxis und stellen eine Verknüpfung zwischen Schule und Lebenswelt von Jugendlichen dar. Das Potential für fachdidaktische Konzepte ist allerdings bei weitem nicht ausgeschöpft.

Ziel des hier vorgestellten Projekts ist es, Unterrichtsmaterialien für den Chemie- und Physikunterricht zu entwerfen, welche individuell auf das schulische Leistungsniveau der Schülerinnen angepasst werden können. Anhand von adaptiven Lernhilfen in Form von Lernvideos und digitalen Experimentierboxen (EXBOX) sollen SchülerInnen beim Erwerb des chemischen und physikalischen Fachwissens sowie der Experimentierfähigkeit unterstützt werden. Die EXBOX bietet die Möglichkeit, dass SchülerInnen je nach Leistungsniveau auf Lernhilfen (adaptive Web-Based Trainings; Augmented Reality; Lernvideos mit Lernhilfen) zugreifen können. SchülerInnen können sich dadurch nach dem eigenen Lerntempo und Leistungsniveau mit dem Lerninhalt auseinander setzen. Die Wirksamkeit der Materialien auf das Lernverhalten und die Leistung der SchülerInnen soll anhand empirischer Studien überprüft werden. Die Sicherstellung der gesetzten Ziele soll durch eine den Prozessverlauf begleitende Evaluation gewährleistet werden.

Weitere Informationen auf der Website der Paris-Lodron-Universität Salzburg

Digital gestütztes individuelles Feedback zur Förderung von Lernmotivation und Lernerfolg - Evaluation eines Unterrichtskonzepts in Mathematik

Die Digitalisierung von Unterricht bietet Chancen, individualisiertes Lernen zu stärken, das insbesondere schwächeren Schülerinnen und Schüler (SuS) zugutekommt. Zentral ist dabei, wie die Digitalisierung umgesetzt wird und wie Lehrkräfte mit „digitalisierten“ Unterrichtsphasen umgehen.

Im skizzierten Projekt wird ein Unterrichtskonzept zusammen mit Schulpraktikern evaluiert, das die lern- und motivationsförderlichen Potenziale eines digitalen Lernprogramms - unter entsprechender Mitwirkung der Lehrkraft – gezielt auszunutzen sucht. Ziel des Unterrichtskonzepts ist, motivationale „Negativspiralen“ zu verhindern und dadurch das selbstregulierte Lernen insbesondere von schwächeren SuS zu fördern. Dies soll über eine Individualisierung des Lernens sowie über digitales, motivationsförderliches Feedback für (Miss-)Erfolge erreicht werden. Eine Fortbildung für Lehrkräfte zur individuellen Begleitung von Schülern außerhalb und ergänzend zum Lernprogramm soll die Wirksamkeit des Unterrichtskonzepts zusätzlich verstärken. Inwieweit die genannten Ziele erreicht werden, wird u.a. durch Tagebücher erfasst, die von SuS sowie Lehrkräften geführt werden. Der Einsatz eines in Schulen bereits verbreiteten digitalen Lernprogramms bietet ideale Umsetzungsmöglichkeiten, z.B. die Möglichkeit, individuell Lernmaterial zuzuweisen (Aufgaben und Vertiefungstexte) und systematisch Feedback einzublenden.

Weitere Informationen auf der Website der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg

Digitale Binnendifferenzierung - Integration sprachlicher und kognitiver Maße zur adaptiven Förderung

Die Digitalisierung ermöglicht interaktives, individuelles Lernen mit adaptiven Materialien – aber wie sind die Materialien und die Interaktion zu gestalten, so dass sie Individuen entsprechend ihrer Fähigkeiten fördern?

Das Projekt adressiert diese Frage in einer interdisziplinären Kooperation, die eine real nutzbare Verbindung zwischen individueller Diagnostik, adaptiven Aufgaben und KI-Methoden zur interaktiven Unterstützung des Lernprozesses zum Ziel hat. Aufbauend auf dem erfolgreich in einer ersten Feldstudie in Schulen getesteten “FeedBook”, das die interaktive Bearbeitung von Lernaufgaben im Fach Englisch unterstützt, untersucht das Projekt, wie Aufgaben für den individuellen Lernprozess sinnvoll parametrisiert werden können und welche kognitiven und motivationale Faktoren in der Schulrealität messbar und für die Aufgabenauswahl relevant sind. Die Perspektive ist direkt mit dem Schulunterricht verzahnt: Das webbasierte, individuelle Üben des Sprachsystems soll eine aktive Teilnahme am kompetenzorientierten, kommunikativen Fremdsprachenunterricht in der Klasse ermöglichen, der ansonsten besonders für schwächere Schülerinnen und Schüler eine hohe Hürde darstellt.

Weitere Informationen auf der Website der Eberhard Karls Universität Tübingen

Step forward - Programm zur evidenzbasierten personalisierten Förderung von Schülerinnen und Schülern mit niedrigen schulischen Kompetenzen im Englischunterricht

Lehrpersonen an Sekundarschulen erarbeiten mit Unterstützung von Bildungsforschern und Fachdidaktikern „best practice“-Anwendungsmethoden für den Einsatz eines formativen Feedbacksystems im Fremdsprachenunterricht, wodurch Schülerinnen und Schüler mit niedrigen schulischen Kompetenzen evidenzbasiert, adaptiv und personalisiert gefördert werden. Die zu erarbeitenden Anwendungsmethoden bauen auf feedbacktheoretischen Ansätzen zur Förderung des selbstregulierten Lernens und auf fachdidaktischen Überlegungen zum Fremdsprachenerwerb auf. Als technologische Grundlage dient die Aufgabendatenbank MINDSTEPS, die digitale Lern- und Übungsgelegenheiten bietet, um die im Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen definierten Kompetenzziele zu erreichen. Während in der ersten Projektphase die fachdidaktisch unterstützte Erprobung des Systems und die Entwicklung von Praktiken und Methoden für den Einsatz im Unterricht im Vordergrund stehen, erfolgt in der zweiten Projektphase deren Evaluation und die Publikation eines anwendungsorientierten Leitfadens. Das Projekt wird mit zunächst sechs Partnerschulen aus vier Kantonen der Deutschschweiz umgesetzt.