Warum machen wir das Projekt?

Die Trockengebiete dieser Erde sind extrem komplexe, empfindliche und sich stetig wandelnde Systeme. In ihnen werden große Mengen der weltweiten Nahrungsmittel erzeugt, und sie sind Heimat für mehr als ein Drittel der Weltbevölkerung. In Trockengebieten liegen etwa 44 % der landwirtschaftlich genutzten Flächen, sie beherbergen zudem die Hälfte des weltweiten Viehbestands. Trotz ihres überdurchschnittlichen Beitrags zur weltweiten Versorgung mit Nahrungsmitteln sind ihre Bewohner besonders von Armut betroffen: 72 % der Trockengebiete befinden sich in Entwicklungsländern. Die Entwicklungsindikatoren und der Lebensstandard rangieren im Durchschnitt weit hinter dem Rest der Welt.

Insbesondere die Trockengebiete Afrikas sind von Degradation bedroht. Ursachen hierfür sind eine intensivierte, landwirtschaftlichen Produktion, der Bergbau, der Ausbau der Infrastruktur, die zunehmende Urbanisierung und die Auswirkungen des Klimawandels. In den meisten afrikanischen Ländern können die gegenwärtigen Bemühungen zur Renaturierung von Landschaften mit der schnell voranschreitenden Landdegradation nicht Schritt halten.

Lokale Gemeinschaften und Wissensträger verfügen über ein großes Potential bei der Erarbeitung von Lösungen für die Klima- und Biodiversitätskrise in ihrer Region. Ihr Handlungsspielraum ist jedoch begrenzt. Es fehlt ihnen an Zugang zu Technologien, Plattformen, finanziellen Mittel sowie an Kenntnissen, wie lokale Wirkung ausgeweitet und skaliert werden kann.

Was wollen wir erreichen?

Die in den Trockengebieten Afrikas lebenden Menschen haben spezifische Strategien entwickelt, um beispielsweise mit Wassermangel und Klimaschwankungen umzugehen. Wir unterstützen lokal geleitete Initiativen in der Sahelzone, die auf eine koordinierte Wiederherstellung von Ökosystemen abzielen und verhelfen diesen Initiativen zu internationaler Sichtbarkeit.

Mit der Unterstützung des Global Landscapes Forum (GLF) stärken wir die Rahmenbedingungen für einen dezentralen und demokratischen Zugang zu Wissen: Im gemeinsamen Projekt fördern wir den Wissensaustausch sowohl zwischen lokalen Akteuren als auch zwischen lokal und global Handelnden. Den Initiativen vor Ort – angeleitet von jungen Menschen, Frauen und indigenen Gruppen – werden zielgerichtet Lernmöglichkeiten und Ressourcen zur Verfügung gestellt. Maßnahmen, die auf die Umkehrung von Landdegradation auf lokaler Ebene abzielen, werden verbreitet und skaliert. Das Projekt trägt mit seinem integrativen, lokalen Ansatz zu den Zielen der UN-Dekade zur Wiederherstellung von Ökosystemen bei.

Wie funktioniert das Projekt?

Das Projekt startet mit der digitalen Konferenz „Restoring Africa‘s Drylands“ im Juni 2021 – der ersten Online-Veranstaltung, die ausschließlich die Trockengebiete Afrikas thematisiert verbunden mit der Frage, wie sie durch integrative Renaturierungspraktiken wieder gedeihen können.

Das Forum mit lokalen und internationalen Akteuren soll dafür genutzt werden, fünf neue lokale GLF-Verbände zur Unterstützung von Renaturierungsinitiativen marginalisierter Gemeinschaften (junge Menschen, Frauen und Indigene) auf dem Land zu bilden. „The Global Landscape Forum Chapters – GLFx“ soll sich zu einer globalen Community entwickeln, die als zentraler Hub für Vernetzung und Wissensaustausch dient. Motor sind unabhängige lokale Initiativen, deren Mitglieder sich persönlich treffen, um gemeinsam aktiv zu werden.

Die neu ausgewählten Initiativen bringen Gemeinschaften, Innovatoren und Changemaker zusammen. Sie entwickeln im Austausch maßgeschneiderte Lösungen, die individuelle Landschaften, Kulturen, Traditionen und Existenzgrundlagen berücksichtigen, und helfen dabei, bewährte Lösungen zu skalieren. GLF und seine Partner unterstützen die lokalen Chapter mit Trainings und Lerneinheiten sowie Möglichkeiten zum Austausch mit anderen Mitgliedern des umfangreichen globalen GLF-Netzwerks. Ziel ist es, Erkenntnisse und Best Practices mit der weltweiten GLFx-Community zu teilen.