Die Robert Bosch Stiftung

Bericht 2015

Liebe Leserin, lieber Leser,

das Jahr 2015 war nicht nur für die Robert Bosch Stiftung ein Jahr großer Herausforderungen und Umbrüche. Selten zuvor haben externe Ereignisse das Arbeitsumfeld der Stiftung so einschneidend verändert und uns so deutlich vor Augen geführt, dass wir unsere Strategie immer wieder an veränderte Bedingungen anpassen müssen, um die angestrebte gesellschaftliche Relevanz und Wirkung zu erzielen.

Am deutlichsten zeigte sich dies beim Thema Flüchtlinge. Die Robert Bosch Stiftung fördert seit Jahrzehnten Integrationsprojekte im weiteren Sinne und hatte schon 2005 einen eigenen Förderschwerpunkt "Migration und Integration" eingerichtet, in dem sie Projekte und Programme zum Thema Flucht und Asyl durchführt. Dabei ging es insbesondere um die Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts und die Entwicklung langfristiger, nachhaltiger Strategien zur Integration und Teilhabe von Flüchtlingen. Im März 2015, als der dramatische Anstieg der Flüchtlingszahlen noch nicht absehbar war, haben wir darüber hinaus die Robert Bosch Expertenkommission zur Neuausrichtung der Flüchtlingspolitik einberufen. Unter Vorsitz von Armin Laschet sollten zehn hochrangige Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft konkrete Reformvorschläge zur deutschen Flüchtlingspolitik entwickeln.

Abschlussbericht der Kommission enthält 99 Handlungsempfehlungen

Ab dem Sommer 2015 wurde der Arbeitsplan der Kommission jedoch durch die dynamische Entwicklung der Flüchtlingszahlen und die schnelle Veränderung der gesetzlichen Rahmenbedingungen gleich mehrfach überholt. Als Reaktion hat die Kommission ihren Arbeitsmodus angepasst und Ergebnisse zu verschiedenen Fachthemen vorab als sogenannte Themendossiers veröffentlicht. In den Feldern Spracherwerb, Bildung, Gesundheit und Wohnen konnte die Kommission so noch im Jahr 2015 wertvolle Anstöße zur Verbesserung der Flüchtlingspolitik geben. Der Abschlussbericht, der Anfang April 2016 vorgestellt wurde, enthält insgesamt 99 konkrete Handlungsempfehlungen.

Durch die Kommission, weitere Studien und die zahlreichen Praxisprojekte, die ganz konkrete Unterstützung bei der Integration und dem Zusammenleben vor Ort in den Kommunen bieten, hat sich die Robert Bosch Stiftung als ein wesentlicher zivilgesellschaftlicher Akteur in diesem Themenfeld etabliert. Die Auseinandersetzung mit den Folgen von Flucht und Migration hat uns auch deutlich gemacht, dass der Zusammenhalt in unserem Land keine Selbstverständlichkeit ist. Neben dem Grundgesetz verbinden uns gemeinsame Werte und Bräuche. Welche das sind, ob und wie sie sich angesichts der wachsenden kulturellen und religiösen Vielfalt in unserem Land verändern sollten, muss unsere Gesellschaft immer wieder aufs Neue aushandeln. Die Robert Bosch Stiftung sieht es als ihre Aufgabe, diesen Diskurs zu unterstützen und dazu beizutragen, dass sich möglichst viele Menschen daran beteiligen - gleich welcher Herkunft.

Die Flüchtlingskrise ist aber keineswegs der einzige externe Faktor, der die Arbeit der Robert Bosch Stiftung im Jahr 2015 beeinflusst hat. Der Krieg zwischen Russland und der Ukraine, der durch das zweite Minsker Abkommen allenfalls oberflächlich befriedet wurde, zeigt, dass die Aufgaben der Völkerverständigung gerade in Europa und an seinen Grenzen größer geworden sind. Für die Robert Bosch Stiftung war diese Entwicklung Anlass, ihre Bemühungen in Osteuropa und Russland zu verstärken und - wann immer möglich - Bürger aus diesen Regionen in direkten Kontakt miteinander zu bringen. Ein Beispiel dafür ist das Journalistenprogramm Perspektivy, das wir gemeinsam mit der Thomson Reuters Foundation und der norwegischen Fritt Ord Stiftung durchführen. Das Programm bietet Workshops und Recherchestipendien für russischsprachige Journalisten aus den genannten Regionen. Das Ziel ist, eine ausgewogene und differenzierte Berichterstattung zu stärken und grenzübergreifende Kontakte zwischen Medien aufzubauen. Perspektivy ist ein Erfolg und bekommt sehr gute Resonanz von der Zielgruppe - keine Selbstverständlichkeit angesichts der staatlichen Repressionen gegen kritische Journalisten sowie gegen in- und ausländische Organisationen der Zivilgesellschaft in Russland.

Über 130.000 Teilnehmer beim deutsch-russischen Jugendaustausch

Zu einer tragenden Säule der deutsch-russischen Zusammenarbeit hat sich in den vergangenen Jahren die Stiftung Deutsch-Russischer Jugendaustausch entwickelt. Sie wird neben der Robert Bosch Stiftung vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, der Freien und Hansestadt Hamburg sowie dem Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft getragen. Seit der Gründung 2006 hat die Stiftung über 130.000 Jugendliche, Lehr- und Fachkräfte aus Deutschland und Russland in Berührung mit dem jeweils anderen Land, seinen Menschen, seiner Sprache und seiner Kultur gebracht. 2015 / 2016 finden erstmalig Themenjahre statt. Unter dem Titel "70 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges: Jugendaustausch - Verständigung - gemeinsame Zukunft" sollen sich die Schüler und Jugendlichen intensiv mit der Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg auseinandersetzen. Auch die wirtschaftliche Krise in Südeuropa und ihre Folgen haben uns im Jahr 2015 beschäftigt. Weil die öffentlichen Haushalte in den Ländern dieser Region enormen Beschränkungen unterliegen, stehen viele Kultureinrichtungen vor dem Aus. Speziell in Griechenland finden junge Menschen, die sich auf einen Berufseinstieg in diesem Bereich vorbereitet haben, kaum Möglichkeiten der Beschäftigung. Das Projekt START, das im September 2015 begonnen hat, bietet ihnen eine Perspektive. Stipendien ermöglichen Jugendlichen kulturelle und gesellschaftliche Partizipation und qualifizieren sie zugleich für den Berufseinstieg ins internationale Kulturmanagement. Am Anfang steht eine zweiwöchige Fortbildung in Deutschland, gefolgt von einer vierwöchigen Hospitanz an einer deutschen Kultureinrichtung. Anschließend können die Stipendiaten ihr eigenes Projekt in Griechenland umsetzen. Das Programm START, das in Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut von Thessaloniki und der Bundesvereinigung Soziokultureller Zentren e. V. durchgeführt wird, trägt nicht nur dazu bei, dass die jungen Kulturmanager zu Motoren des Wandels in der griechischen Gesellschaft werden - es ist auch ein Zeichen gelebter Solidarität in Europa.

Ein weiteres Projekt, mit dem sich die Stiftung für junge Arbeitslose aus Südeuropa einsetzt, erfuhr im Jahr 2015 eine besondere Anerkennung. Das Center for European Trainees (CET) ist mit der Theodor Heuss Medaille 2015 ausgezeichnet worden. Die Beratungsstelle, die wir gemeinsam mit den Arbeitgebern Baden-Württembergs finanzieren, unterstützt Auszubildende aus Spanien und Italien dabei, sich in ihrem neuen Lebensumfeld in Deutschland zurechtzufinden. Zugleich berät das CET Unternehmen, die Auszubildende aus Südeuropa aufnehmen möchten und ist Ansprechpartner für Unternehmen und Behörden im Ausland.

Während die Stiftung bei den genannten Themen unmittelbar von aktuellen Entwicklungen und Krisen betroffen war und ihre Arbeit darauf einstellen musste, gibt es andere, bei denen wir aktiv neue Akzente setzen konnten, um vorausschauend an Lösungen für Zukunftsfragen zu arbeiten.

PORT - lokale, inhaltlich umfassende und exzellente Gesundheitszentren

So hat im Themenbereich Gesundheit eine Neuausrichtung stattgefunden. Mit dem Programm PORT - Patientenorientierte Zentren zur Primär- und Langzeitversorgung - will die Robert Bosch Stiftung verstärkt die Entwicklung und Einführung von lokalen, inhaltlich umfassenden und exzellenten Gesundheitszentren in Deutschland fördern. PORT-Zentren sind eine zukunftsfähige Antwort auf die wachsende Zahl von Menschen mit chronischen Erkrankungen und deren komplexe Versorgungsbedürfnisse, auch in ländlichen Regionen mit schwindender Fachkräftezahl. Zugleich decken sie den Bedarf an ambulanter Versorgung für die Gesamtbevölkerung ab. Beendet hat die Stiftung nach mehr als zehn Jahren Förderung und zahlreichen Projekten ihr Engagement für eine gute palliative Praxis in Deutschland. Auf dem Symposium in Berlin zog sie im Oktober 2015 Bilanz und präsentierte im Beisein von Gesundheitsminister Hermann Gröhe eine beeindruckende Zusammenfassung der gewonnenen Erkenntnisse und Empfehlungen.

Im Bereich Wissenschaft konzentrierte sich die Robert Bosch Stiftung im Jahr 2015 noch stärker auf das Thema Nachhaltigkeit. Im März wurde der Umwelt- und Ressourcenökonom Dr. Björn Vollan als Robert Bosch Juniorprofessor ausgezeichnet. Damit verbunden sind Forschungsmittel in Höhe von einer Million Euro. Mit diesem Geld wird Vollan in den folgenden fünf Jahren an der Universität Marburg untersuchen, wie sich der Klimawandel auf das Verhalten der betroffenen Menschen auswirkt. Fragestellungen sind dabei u.a., was passiert, wenn ganze Bevölkerungsgruppen aufgrund von extremen Wetterphänomenen wie Dürren oder Überschwemmungen vor einer ungewissen Zukunft stehen oder wie sich ihr Umgang mit natürlichen Ressourcen verändert.

Nach wie vor unbefriedigend ist der geringe Anteil von Frauen in wissenschaftlichen Gremien und Führungspositionen. Um das zu ändern, hat die Robert Bosch Stiftung AcademiaNet gegründet. Die Plattform feierte im November 2015 ihr fünfjähriges Jubiläum. Sie enthält die Profile von mehr als 2000 exzellenten Wissenschaftlerinnen, empfohlen von den Top-Wissenschaftsorganisationen. Die Ausrede "wir würden ja gerne eine Frau berufen, finden aber keine", ist dank AcademiaNet nicht mehr möglich. Das gefällt auch der Bundeskanzlerin: Sie schickte zum Jubiläum eine Videobotschaft.

Ideen und Konzepte für gute Bildung grenzüberschreitend verbreiten

Ein Höhepunkt für den Bildungsbereich der Robert Bosch Stiftung war der World Education Summit, eine internationale Bildungskonferenz am 8. Mai 2015 in Berlin. In der Repräsentanz der Stiftung diskutierten rund 70 Experten aus der ganzen Welt, wie es gelingen kann, dass sich vorhandene Ideen und innovative Konzepte für gute Bildung grenzüberschreitend verbreiten. Teilnehmer der Konferenz waren hochrangige Vertreter von Stiftungen und Nicht-Regierungsorganisationen, Bildungsforscher und Politiker ebenso wie Lehrer und Schüler.

Diese Idee - Transfer von guter Praxis - verfolgt auf nationaler Ebene auch der Deutsche Schulpreis. Jedes Jahr zeichnet die Jury die besten Schulen Deutschlands aus. Der Preis macht sichtbar, dass es hierzulande Schulen gibt, die unter den jeweils gegebenen Bedingungen hervorragende Arbeit leisten, und motiviert andere Schulen, diesen nachzueifern. Maßstab sind die sechs Qualitätsbereiche des Deutschen Schulpreises, die sich inzwischen als anerkannte Merkmale guter Schule etabliert haben. 2015 ging der Hauptpreis an die Gesamtschule Barmen aus Wuppertal. Trotz ihrer Lage in einem sozialen Brennpunkt erzielte sie in Vergleichstests sehr gute Ergebnisse, und seit Jahren hat kein Schüler die Schule ohne Abschluss verlassen. Überreicht wurde die Auszeichnung von Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Um den Transfer der guten Konzepte und der Erfahrungen von den Preisträgern des Deutschen Schulpreises zu verbessern und systematisch zu organisieren, hat die Robert Bosch Stiftung gemeinsam mit der Heidehof Stiftung die Deutsche Schulakademie gegründet, die im April 2015 ihre Arbeit aufgenommen hat. Seither stellt sie Materialien für gute Schulpraxis zur Verfügung, berät zu Fragen der Schul- und Unterrichtsentwicklung und organisiert innovative Fortbildungen für Lehrer und Schulleiter. Dafür arbeitet sie mit Ministerien, Lehrerfortbildungsinstituten, Kommunen und privaten Schulträgern zusammen.

Auslandserfahrungen für alle jungen Menschen in Deutschland

Im Herbst 2015 startete die Robert Bosch Stiftung die Aktion "Auslandserfahrung bringt’s!". Sie bündelte darin ihre Aktivitäten im Bereich der internationalen Bildung. Ziel der Aktion sind Rahmenbedingungen, die es in Zukunft allen jungen Menschen in Deutschland ermöglichen, Erfahrungen im Ausland zu sammeln. Zum Auftakt diskutierten rund 160 Experten aus Bildung, Verwaltung, Politik, Jugendarbeit und Zivilgesellschaft auf der Veranstaltung "Austausch macht Schule" darüber, wie internationale Bildung selbstverständlicher Teil der Schulbildung werden kann. Sie erarbeiteten Vorschläge, die an die Kultusministerkonferenz weitergeben wurden. Nur zwei Wochen später trafen sich Alumni des Austauschprogramms  "kulturweit" der Unesco und der Robert Bosch Stiftung zu einem Austausch über ihre Auslandserfahrung. Mit dabei Außenminister Frank-Walter Steinmeier. "Wir wollen mehr junge Menschen ermutigen, zu Brückenbauern zu werden!", so lautete seine Botschaft an die Teilnehmer.

Das Berliner Büro der Robert Bosch Stiftung veranstaltete im November 2015 erstmals das Richard von Weizsäcker Forum. In Gedenken an den ehemaligen Bundespräsidenten und Kurator der Stiftung diskutierten renommierte Experten und Entscheidungsträger zwei Tage lang über die Bedeutung von politischer Führung, über die Verantwortung Deutschlands und über gemeinsame Lösungen für weltweite Konflikte und Krisen. Das Forum bildete den Auftakt für ein Treffen der aktuellen und ehemaligen Richard von Weizsäcker Fellows der Robert Bosch Academy, das in Zukunft regelmäßig stattfinden soll. Inhaltlich standen bei diesem ersten Forum die Flüchtlingskrise, der Ukrainekonflikt und der Klimawandel im Fokus der Diskussion.

Ausführliche Informationen über die Strategie zu den verschiedenen Themen, die einzelnen Projekte und die Entwicklungen bei unseren Tochter-Institutionen finden Sie jederzeit auf unserer Website bzw. den Websites der Institutionen (Webadressen auf Seite 60 im PDF).

Auch intern war das Jahr 2015 für die Robert Bosch Stiftung geprägt von Wechsel und Neuausrichtung. Nach zwölf Jahren an der Spitze der Stiftung ist Dr. Ingrid Hamm zum 30. Juni mit Erreichen der Altersgrenze aus der Geschäftsführung ausgeschieden. Sie hatte die Robert Bosch Stiftung geprägt und dabei inhaltlich und strukturell weiterentwickelt.

Als neues Team in der Geschäftsführung haben wir bereits im Sommer 2015 einen Prozess der strategischen Weiterentwicklung angestoßen. Das Hauptaugenmerk lag auf der inhaltlichen Ausrichtung der Robert Bosch Stiftung. Bei welchen der aktuellen Herausforderungen kann die Stiftung etwas bewirken? Was ist die richtige Strategie, um in unseren Fördergebieten jeweils die bestmögliche, nachhaltige Wirkung zu erzielen? Auf welche vorhandenen Kompetenzen können wir dabei setzen und welche müssen wir gegebenenfalls auf- oder ausbauen? Im Ergebnis wird die Robert Bosch Stiftung weiter in den Fördergebieten Völkerverständigung, Gesundheit, Bildung, Wissenschaft und Gesellschaft tätig sein. Darüber hinaus wird sie in den kommenden Jahren ihre Aktivitäten über alle Fördergebiete hinweg verstärkt auf drei Schwerpunkte ausrichten:
  • Zukunftsfähige Lebensräume
  • Gesellschaftlicher Zusammenhalt in Deutschland und Europa
  • Migration, Integration und Teilhabe

Wir sind davon überzeugt, dass diese Fokussierung auf aktuelle Herausforderungen der richtige und notwendige Schritt ist, damit die Robert Bosch Stiftung auch in Zukunft ihrem gesellschaftlichen Gestaltungsanspruch gerecht werden kann.

Wir danken allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und den vielen Partnern der Stiftung, die unsere Arbeit auch im Jahr 2015 mit großem Engagement unterstützt haben.

Uta-Micaela Dürig                                Prof. Dr. Joachim Rogall

Bildergalerie zum Bericht 2015

Sehen Sie sich die schönsten Eindrücke von unseren Projekten und Veranstaltungen des Jahres 2015 an. Die Bilder zeigen Höhepunkte wie die Verleihung des Filmförderpreises für internationale Zusammenarbeit, den World Education Summit, das Medienforum China - Deutschland und die ersten Stuttgarter Gespräche mit Friedensnobelpreisträger Kailash Satyarthi.
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Bilder des Jahres

Stiftung in Zahlen

Der nach handelsrechtlichen Bilanzierungsvorschriften erstellte Jahresabschluss zum 31.12.2015 wurde von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft AG, Stuttgart, geprüft und mit dem uneingeschränkten Prüfungsvermerk versehen. Danach vermittelt der Jahresabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Robert Bosch Stiftung.

Die Beteiligung der Robert Bosch Stiftung GmbH am Stammkapital der Robert Bosch GmbH in Höhe von 5.055 Millionen Euro entsprach im Berichtsjahr unverändert 92 Prozent. Aus dieser Beteiligung floss der Stiftung eine Dividende von 90,7 Millionen Euro zu. Insgesamt standen 106,1 Millionen Euro zur Verfügung.

Im Berichtsjahr 2015 hatten die unselbständigen Stiftungen in Höhe von 2,5 Millionen Euro Zuflüsse durch Zinserträge und übrige Erträge.

Die Bewilligungen des Kuratoriums und der Geschäftsführung der Stiftung für Fremd- und Eigenprojekte beliefen sich auf 65,1 Millionen Euro. Hierin sind auch die für die Forschung am Robert-Bosch-Krankenhaus, dem Dr. Margarete Fischer-Bosch-Institut für Klinische Pharmakologie und dem Institut für Geschichte der Medizin bereitgestellten Mittel in Höhe von 10,1 Millionen Euro enthalten.

Für Sondermaßnahmen und Investitionen am Robert-Bosch-Krankenhaus, die durch die Pauschalförderung des Landes nach dem Krankenhausfinanzierungsgesetz nicht gedeckt sind, wurden 8,5 Millionen Euro bereitgestellt.

Das Robert Bosch College UWC wurde mit 1,0 Millionen Euro für Investitionen und Betriebskosten, die Deutsche Schulakademie mit 0,5 Millionen Euro unterstützt. Die unselbständigen Stiftungen förderten Projekte in Höhe von 1,6 Millionen Euro.

23,2 Millionen Euro wurden im Berichtsjahr für Mitarbeiter, Verwaltung und Kommunikation aufgewendet.