supPORT - Auf dem Weg zu Patientenorientierten Zentren zur Primär- und Langzeitversorgung

 

Warum machen wir das Projekt?

Mit supPORT - Auf dem Weg zu Patientenorientierten Zentren zur Primär- und Langzeitversorgung bietet die Robert Bosch Stiftung eine Fördermöglichkeit, die das Programm PORT - Patientenorientierte Zentren zur Primär- und Langzeitversorgung ergänzt.

Mit PORT und durch die Einführung lokaler, inhaltlich umfassender und exzellenter Gesundheitszentren streben wir an, unser Gesundheitssystem mehr auf die Versorgung von chronisch und mehrfacherkrankten Menschen auszurichten. Mit supPORT erweitern wir den Kreis derjenigen, die sich für den PORT-Ansatz einsetzen.

Unsere Gesundheitsversorgung ist mehr denn je in Bewegung. Die angemessene Versorgung von chronisch und mehrfach erkrankten Menschen mit ihren komplexen Bedarfen gilt als eine der größten Herausforderungen unseres zukünftigen Gesundheitswesens, das - historisch gewachsen - nach wie vor auf akute Krankheitszustände ausgerichtet ist.

Das Wissen über eine angemessene Versorgung dieser Patientengruppen ist jedoch in den letzten Jahrzehnten stark angewachsen und hat ein neues Verständnis einer angemessenen Versorgung hervorgebracht.

Unsere Förderung soll dazu beitragen, nicht nur Lücken zu füllen, sondern die ambulante Gesundheitsversor­gung qualitativ weiterzuentwickeln und an neuen Maßstäben auszurichten, die den Menschen in den Mittelpunkt stellt. Daran setzt bereits unser 2015 gestartetes Programm PORT - Patientenorientierte Zentren zur Primär- und Langzeitversorgung an, mit welchem wir deutschlandweit an fünf Standorten die Entwicklung und Einführung von lokalen, inhaltlich umfassenden und exzellenten Gesundheitszentren, die die Primär- und Langzeitversorgung in einer Region abdecken können, fördern.

Mit supPORT - Auf dem Weg zu Patientenorientierten Zentren zur Primär- und Langzeitversorgung wollen wir erreichen, mehr Akteure in das PORT-Programm und in die Arbeit an einer zukunftsfähigen, ambulanten Primärversorgung zu involvieren.

Was wollen wir erreichen?

Mit der Ausschreibung von supPORT geben wir weiteren engagierten Akteuren die Möglichkeit, durch das Umsetzen einzelner, wesentlicher PORT-Merkmale, bereits bestehende Kooperationen und Zusammenschlüsse in Richtung eines PORT-Zentrums weiterzuentwickeln.

Die PORT-Merkmale, auf die sich das supPORT-Programm beziehen, sind:

Regionale Bedarfsorientierung: die Initiative führt eine Analyse des regionalen Bedarfs an Gesundheitsversorgung durch und richtet ihre Arbeit an den konkreten Bedarfen des regionalen Umfelds aus.

Kommunale Anbindung und Prävention: die Initiative verbessert ihre kommunale Anbindung im Sinne einer guten Vernetzung und Anbindung auf kommunaler Ebene, verknüpft ihre medizinisch-pflegerischen Angebote mit Maßnahmen der Prävention und Gesundheitsförderung und bezieht dabei auch Bürger mit ein.

Multiprofessionelle Zusammenarbeit auf Augenhöhe: Die Initiative baut ein multiprofessionelles Team mit unterschiedlichen Berufsprofilen aus Medizin, Pflege und Therapie- und Sozialberufen auf, sorgt für interprofessionelle Handlungskompetenzen und für gute Zusammenarbeit und Abstimmung rund um den Patienten und verfestigt dies.

Patientenorientierung und Selbstmanagement: Die Initiative stellt den Patienten in den Mittelpunkt seiner individuellen Behandlung und arbeitet konsequent patientenorientiert, indem sie Patienten mehr in Entscheidungsprozesse und Behandlungsziele einbezieht, sie gezielter im Umgang mit ihrer Erkrankung unterstützt und Arbeitsprozesse entsprechend aufsetzt.

Care Coordination/Schnittstellenmanagement/Case Management: Die Initiative richtet die Behandlung ihrer Patienten konsequent langfristig und nachhaltig an individuellen Versorgungspfaden aus und baut dafür eine Versorgungskoordinierung bzw. Case-Management als kontinuierliche Koordinierung über das gesamte Continuum of Care auf, um Schnittstellen zu anderen Versorgungsbereichen wie Krankenhaus und Langzeitpflege reibungsfrei zu gestalten.

Erweiterung um medizinische Primärversorgung: Die Initiative erweitert ihre bereits gesundheitsorientierten (kommunalen) und sozialen Aktivitäten um medizinische Primärversorgung.

Wie funktioniert das Projekt?

Die Ausschreibung richtet sich an Kommunen, Wohlfahrtsverbände, medizinische Versor­gungs- und Gesundheitszentren, Ärztenetze und ähnliche Einrichtungen, wesentliche Merkmale umfassender Versorgung umzusetzen und sich perspektivisch zu einem PORT-Zentrum zu entwickeln.

Bis zu acht ausgewählte Initiativen können eine zwei­jährige Förderung von bis zu 100.000 € erhalten, die durch begleitende Aktivitäten der Stiftung wie Vernetzungstreffen, Fachtagungen und Studienreisen sowie den Austausch mit den laufenden PORT-Projekten ergänzt wird.

Grundlage für unsere Förderung ist das nachweisbare Interesse, das eigene Versorgungsmodell im Sinne eines PORT-Zentrums weiterzuentwickeln. Ebenso sollte im Zuge des späteren Antrags dargelegt werden, wie eHealth-Anwendungen in diesem Zusammenhang ge­nutzt und ausgebaut werden. Gefördert werden können Projekte, die sich konkret auf eines der oben genannten PORT-Merkmale beziehen.

Die Fördermittel können insbesondere eingesetzt werden für:

  • Schulungen und Weiterbildungen von haupt- oder ehrenamtlichen Mitarbeitern oder Angehörigen
  • Öffentlichkeitsarbeit- und Informationsveranstaltungen
  • punktuellen Beratungsaufwand, z. B. durch externe Berater
  • Honorare für Koordinierungs- und Qualifizierungsarbeit
  • Erstellung von Informationsmaterialien zum Konzept oder zum Projekt
  • Materialkosten, z. B. für Schulungen
  • Wissenschaftliche Begleitung

Bauvorhaben, Investitionen, Betriebsausstattung, Infrastrukturkosten, dauerhafte Personalstellen oder institutionelle Unterstützung/Bezuschussung sind von der Förderung ebenso ausgeschlossen wie Kosten, die durch die Regelversorgung abgedeckt sind.

Hinweis: Im Fall der Förderzusage müssen die Initiativen in der Lage sein, die Verwendung der von der Robert Bosch Stiftung erhaltenen Mittel eindeutig nachzuweisen. Bei nicht gemeinnützigen Initiativen erfolgt in jedem Fall eine Einzelbelegprüfung.

Aktuell: Die Auftakt­veranstaltung fand am 26. Oktober 2017 in Berlin statt. Hierzu wurden von einer Vorjury die vielversprechendsten Initiativen eingeladen, die sich in einem ersten Schritt anhand eines Motivationsschreiben beworben hatten. Die Teilnahme war für die spätere Antragstellung ver­bindlich. Im zweiten Schritt sind diese Initiativen nun aufgerufen, bis zum 10. Dezember 2017 über unser Onlineportal einen Förderantrag zu stellen.

Die Expertenjury wird im Februar 2018 entscheiden, welche Initiativen in das Förderprogramm aufgenommen werden.


Frühestmöglicher Projektbeginn ist der 01.05.2018.