European Fund for the Balkans
Begegnung und Dialog

European Fund for the Balkans

2013 trat Kroatien als erstes der westlichen Balkanländer der EU bei – aber auch Albanien, Bosnien und Herzegowina, Kosovo, Mazedonien, Montenegro und Serbien bemühen sich um eine EU-Mitgliedschaft. Um die Länder des westlichen Balkans in diesem Prozess zu unterstützen, hat die Robert Bosch Stiftung gemeinsam mit DIE ERSTE österreichische Spar-Casse Privatstiftung, Wien, der König-Baudouin-Stiftung, Brüssel, und der Compagnia di San Paolo, Turin, einen europäischen Fonds für den Balkan (EFB) ins Leben gerufen.

Der Fonds folgt den Empfehlungen der von der Robert Bosch Stiftung initiierten Internationalen Balkan-Kommission. Sie hatte gefordert, dass die Entwicklung funktionierender staatlicher Verwaltungen gefördert werden müsse und eine pro-europäische Öffentlichkeit eine wichtige Voraussetzung für die Integration der Region in die Europäische Union sei. Als neutrale Plattform für innovative Vorhaben unterstützt der Fonds seit 2007 diesen Prozess, indem er die Aus- und Weiterbildung von Nachwuchsführungskräften in der öffentlichen Verwaltung und den Ausbau regionaler Expertise im Bereich Politikanalyse und -beratung unterstützt.

In der Programmsäule „Policy Development“ führt der Fonds Vorhaben mit Think Tanks und wissenschaftlichen Einrichtungen durch und möchte darüber gesellschaftliche und politische Debatten zur weiteren Entwicklung der Region anregen. Die „Balkans in Europe Policy Advisory Group“ setzt sich aus Experten aus Balkan- und EU-Ländern zusammen, die Handlungsempfehlungen an Entscheidungsträger erarbeiten und öffentlichkeitswirksam präsentieren. Die Expertengruppe konzentriert sich auf die Themen EU-Erweiterung, Demokratisierung und wirtschaftliche Entwicklung. Mit „Think and Link“ werden regionale Think Tanks, aber auch NGOs und Institute in ihren methodischen Kapazitäten gestärkt und miteinander vernetzt. Inzwischen haben mehr als 50 Organisationen an dem Programm teilgenommen.

Im Mittelpunkt der Säule „Capacity Building“ steht das „Fellowship Programme for Young Government Officials from the Western Balkans“, das jährlich zwanzig Nachwuchsführungskräften aus der Verwaltung einen dreimonatigen Arbeitsaufenthalt an nationalen Ministerien in EU-Mitgliedstaaten ermöglicht. An dem Programm, das in Zusammenarbeit mit dem Potsdam Centrum für Politik und Management der Universität Potsdam durchgeführt wird, nahmen seit 2008 rund 120 junge Verwaltungsfachkräfte aus den Balkanländern teil.

Als dritte Säule umfasst die „EFB Community“ die Alumni- und Netzwerk-Aktivitäten des EFB, durch die ehemalige Teilnehmer und Partner unterschiedlicher Programme und Länder zusammengebracht werden.

Das Sekretariat des Fonds sitzt in Belgrad. Der Fonds ist in Albanien, Bosnien und Herzegowina, Kosovo, Kroatien, Mazedonien, Montenegro und Serbien tätig.

Zum oberen Bild: Vertragsunterzeichnung der beteiligten Partner im Juni 2007 in Madrid. Für die Robert Bosch Stiftung dabei: Geschäftsführerin Dr. Ingrid Hamm und Prof. Dr. Joachim Rogall (2.v.re.), Leiter des Programmbereiches "Völkerverständigung Mitteleuropa, Osteuropa". Foto: Arteuno, Madrid.

Regionale Eröffnung des European Fund for the Balkans in Sarajewo

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Das Foto zeigt Guiliano Amato, ehemaliger italienischer Ministerpräsident und ehemaliger Innenminister, bei der Diskussion mit Goran Svilanovic, ehemaliger
serbischer Außenminister.
Die regionale Festveranstaltung zur Einrichtung des European Fund for the Balkans hat am 18. Juni 2008 in Sarajevo stattgefunden. An der öffentlichen Podiumsdiskussion nahmen als Mitglieder der von der Robert Bosch Stiftung geförderten Internationalen Balkan-Kommission der ehemalige italienische Premierminister Giuliano Amato, der ehemalige serbische Außenminister Go-ran Svilanovic, der ehemalige bosnische Premierminister Zlatko Lagumdzija sowie junge Nachwuchskräfte aus verschiedenen Ländern Südosteuropas teil. Miroslav Lajcak, Hoher Repräsentant und EU-Sondergesandter, begrüßte die Gäste aus allen Ländern der Region in Sarajewo, die Diskussion wurde von Nik Gowing vom BBC World Service moderiert. „Der European Fund for the Balkans greift die Empfehlungen der Internationalen Balkan-Kommission auf, indem er sich mit seinen Aktiviäten an die Bürger der Länder Südosteuropas wendet und damit hilft, die pro-europäische Anhängerschaft zu schaffen, die die Gesellschaften für Ihre Zukunft brauchen.“ sagte Giuliano Amato.