Die Robert Bosch Stiftung wurde im Jahr 1964 gegründet um das philanthropische Vermächtnis von Robert Bosch zu verwirklichen Den Kern der Tätigkeit der neuen Stiftung bildeten fortan die Fördergebiete Gesundheit Bildung und Völkerverständigung Robert Bosch hatte sich zeitlebens für nachhaltigen Frieden engagiert und setzte sich insbe sondere für die deutsch französischen Beziehungen ein Doch 1964 sah die Welt ganz anders aus als heute Gefahren für die internationale Verständigung lagen in ideologischen Differenzen und dem längst überfälligen Prozess der Dekolonisation Es herrschte große Angst dass der Kalte Krieg den Konflikt der beiden Supermächte verschärfen und es infolgedessen zu einer nuklearen Eskalation kommen könnte Der Zwischenfall von Tonkin 1964 hatte ein stärkeres Eingreifen der USA in Vietnam zur Folge und der Rhodesien Krieg nahm seinen Anfang Heute stellen eine Reihe anderer Herausforderun gen die größte Bedrohung für Mensch und Planet dar Diese zeichneten sich damals bereits ab waren in ihren Folgen aber noch nicht deutlich vorhersehbar Dazu zählen die globale Erwärmung und die Zerstörung der Biodiversität wachsende Ungleichheit Fremdenfeindlichkeit das Wiederaufleben des Nationalismus und die politische Polarisierung rund um das Thema Migration die disrupti ven Auswirkungen transformativer neuer Technologien Wir brauchen neue Ansätze und kreatives Denken Gemeinsame Sache sowie der demografische Wandel der zu Verschiebungen der Altersstruktur und zu einer noch größeren ungeplanten Urbanisierung führen wird War die Weltordnung 1964 noch von zwei Supermächten geprägt so gab es nach dem Mauerfall nur noch eine Supermacht Heute erleben wir einen beunruhigenden Übergang zu einer multipolaren Weltordnung Ein ehemaliger ständiger Vertreter Frank reichs bei den Vereinten Nationen beschrieb diese Entwick lungen als neue Weltunordnung der UN Generalsekretär bezeichnete sie als Chaotisierung Tatsächlich stehen wir vor einem fundamentalen und potenziell tragischen Paradox zwischen wachsenden globalen Herausforderungen und einem Rückzug von den Institutionen die globale Lösungen herbeiführen können Werden die Herausforderungen nicht angegangen so wird dies weitreichende Konsequenzen für das Wohlergehen unserer Kinder Enkelkinder und den Planeten haben Dies wird besonders beim Thema Klimawandel deutlich der sich schneller vollzieht als wir Maßnahmen dagegen ergreifen können Im vergangenen Herbst hat der Weltklimarat die ernüchternde Warnung herausgegeben dass uns nur noch 11 Jahre bleiben um den globalen Temperaturanstieg auf 1 5 Grad Celsius zu begrenzen Die Auswirkungen des Klimawandels sind allgegenwärtig Hitzewellen in Europa Dürren in Afrika sowie Wirbelstür me in der Karibik und in den USA Im vergangenen Jahr wurden Schätzungen zufolge 17 2 Millionen Menschen aufgrund der vom Klimawandel verschärften Naturkatast rophen heimatlos Es gibt Prognosen die von rund einer Milliarde Klimamigranten bis zum Jahr 2050 ausgehen sollte der derzeitige Trend der globalen Erwärmung nicht umgekehrt werden Dabei ist die erzwungene Migration nur eine von mehreren demografischen Entwicklungen die wir besser angehen müssen In vielen ärmeren Teilen der Welt wächst der Anteil junger Menschen in der Bevölkerung während in Globale Herausforderungen brauchen vor allem eines eine intensive Zusammenarbeit meint UN Untergeneralsekretär Fabrizio Hochschild Drummond Essay8 Robert Bosch Stiftung TEXT Fabrizio Hochschild Drummond Fo to U ni te d N at io ns

Vorschau RBS 2019-02 DE Seite 8
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