Mehr Tropenstürme stärkere Überschwemmungen längere Dürren die Effekte des Klimawandels sind bereits heute spürbar Das zeigen nicht nur heftiger und häufiger werdende Extremwetterphänomene sondern auch die Zerstörung von Lebensräumen und der vielerorts gewachsene Migrationsdruck Die bisherigen Bemühungen dem menschengemachten Klimawandel entgegenzuwirken reichen nicht aus Es fehlen international bindende Vereinbarungen die über die freiwilli gen Selbstverpflichtungen der Staaten hinausgehen Selbst mit diesen wird sich die durchschnittliche Erdtempe ratur bis Ende des Jahrhunderts um mehr als 3 Grad erhöhen Angestrebt sind laut dem Pariser Klimaabkom men 2 Grad Der Weltklimarat unter streicht in seinem jüngsten Bericht dass die globale Erwärmung 1 5 Grad nicht übersteigen sollte Auch dieses Ziel ist immer noch erreichbar sagen Klimaexperten Doch in vielen Ländern ist die Sorge groß dass eine ambitionierte Kli mapolitik das Wirtschaftswachstum zunichtemachen könnte Allerdings ist das Gegenteil der Fall Laut dem britischen Ökonomen Nicholas Stern belaufen sich die Kosten des Handelns auf ungefähr ein Prozent der globa len jährlichen Wirtschaftsleistung Die Kosten des Nichtstuns sind dagegen weitaus höher Durch Klimaschäden droht laut Stern ein Verlust von fünf Prozent der globalen Wirtschaftsleistung pro Jahr pessi mistischeren Schätzungen zufolge sogar bis zu zwanzig Prozent DAS FRIEDLICHE ZUSAMMENLEBEN IST GEFÄHRDET Der Klimawandel wirkt sich aber noch auf ganz andere Weise aus als Migrationstreiber Konfliktverstärker und Verstärker der negativen Folgen von Ungleichheit Zwar spielen insgesamt viele Ursachen eine Rolle doch gibt es starke Anzeichen dafür dass die Klimaveränderung bestehen de globale Herausforderungen potenziert Das Ausmaß der humani tären Folgen kann das friedliche Zusammenleben gefährden Damit rückt der Klimawandel ins Blickfeld der Robert Bosch Stiftung deren übergeordnetes Ziel es ist zu Frieden und Stabilität in der Welt beizutragen Die Arbeit im Rahmen des Themas Klimawandel wird unter der Leitfrage stehen Wie können Gesell schaften die Belastungen durch Klima und Umweltveränderungen reduzieren Ein Ansatzpunkt besteht darin den nachhaltigen Umgang mit Ressourcen zu fördern Das Ziel ist es damit Versorgung zu sichern Vertei lungskonflikten entgegenzuwirken und eine nachhaltige Entwicklung zu fördern BENACHTEILIGTE GRUPPEN STÄRKEN Im Hinblick auf mehr Klimagerechtig keit will die Stiftung dazu beitragen die Lasten des Klimawandels fairer zu verteilen Denn Bevölkerungsgrup pen die am wenigsten zum men schengemachten Klimawandel beitragen haben oft am stärksten unter seinen Folgen zu leiden Um ihre Interessen besser vertreten zu können müssen die benachteiligten Gruppen am internationalen Diskurs beteiligt werden Ein fairer Aushand lungsprozess aller Beteiligten ist die Grundlage dafür Lösungsansätze für eine nachhaltige Entwicklung zu finden zu verbreiten und in die Tat umzusetzen Leena Srivastava ehemalige Fellow an der Robert Bosch Academy ist stellver tretende Generaldirek torin am International Institute for Applied Systems Analysis IIASA in Wien Sie hat über drei Jahrzehnte Forschungserfahrung in Energie Umwelt und Klimapolitik Klimawandel Ressourcen schonen Lasten gerecht verteilen NACHGEFRAGT Wie können Menschen zum Klima schutz beitragen und was sind die Hindernisse Als Verbraucher haben die Menschen einen starken Einfluss darauf die Wirtschaft relativ schnell in Richtung nachhaltiger Produktions und Konsummöglichkeiten zu bewegen Allerdings sensibilisiert weder das formale noch das informelle Bildungs system ausreichend für die menschli che Verantwortung gegenüber dem Planeten und gegenüber künftigen Generationen 1 5 statt 2 Grad Celsius Erderwär mung warum machen 0 5 Grad mehr oder weniger solch einen Unterschied Die Vermeidung von 0 5 Grad mehr kann fast 10 Millionen Menschen vor den Folgen des Meeresspiegelanstiegs bewahren Außerdem ließe sich der Anteil der Weltbevölkerung der von klimabedingtem Wassermangel betroffen ist um bis zu 50 Prozent reduzieren Vielen Städten weltweit geht jetzt schon das Wasser aus In Indien werden 2020 bereits 21 Großstädte betroffen sein Laut dem Weltklimarat zählt das kleinste bisschen Erwärmung jede Minute jede Aktion 25DAS MAGAZIN 2 19

Vorschau RBS 2019-02 DE Seite 25
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