Konflikte Dauerhaft Frieden schaffen In den letzten zehn Jahren ist die Zahl der Konflikte fast stetig gestiegen Laut dem Uppsala Conflict Data Program gab es 2018 weltweit 77 bewaffnete Auseinandersetzungen mit staatlicher Beteiligung 52 zwi schen nichtstaatlichen Gruppen und 33 Akte einseitiger Gewalt gegen Zivilisten Schätzungsweise 420 Millionen Kinder wachsen in Konflikt regionen auf Deeskalation und internationa le Friedensarbeit werden immer schwieriger und langwieriger Das liegt daran dass Konflikte komplexer und internationaler werden mit vielfältigen sich überlagernden Ursachen Hierzu gehören auch Migration Ungleichheit sowie der Klimawandel und seine Folgen Als konfliktreichste Regionen gelten gemäß dem Global Peace Index 2019 der Mittlere Osten und Nordafrika Aber auch andere Gebiete sind von Konflikten oder zumindest Spannun gen belastet In der Sahelzone am Horn von Afrika und um die Afrikani schen Großen Seen gibt es offene bewaffnete Konflikte die Situation auf dem Balkan in Zentralasien und im Kaukasus ist angespannt und die Kaschmir Krise kann jederzeit eskalieren urteilen Experten NEUE KONFLIKTLINIEN Zudem verändern sich die globalen Machtverhältnisse Die internationale Ordnung befindet sich im Umbruch sodass die bisherigen Mechanismen der Konfliktlösung nicht mehr greifen Auch neue Akteure tragen dazu bei dass sich Konfliktlinien verändern Fundamentalistische Gruppen etwa die räumlich getrennt aber ideolo gisch verbunden sind vernetzen sich über soziale Medien und gewinnen so leichter an Einfluss Konflikte gehören somit weiterhin zu den größten Herausfor derungen unserer Zeit Sie gelten zudem als zentrales Hindernis für die Erreichung der 17 UN Ziele für nachhaltige Entwicklung In der internationalen Stiftungswelt spielen Konfliktthemen bisher jedoch eine sehr geringe Rolle Laut dem Peace and Security Funding Index wurde 2016 weniger als ein Prozent der Fördergelder in Frieden und Sicher heit investiert Die Robert Bosch Stiftung fördert bereits seit 2013 intensiv im Thema Frieden und knüpft damit direkt an das Vermächtnis ihres Stifters an Robert Bosch sah bereits 1912 in Anbetracht der Balkankrise den Frieden in Europa bedroht und setzte sich für die Versöhnung zwischen Völkern und für Frieden und Stabilität ein Ihre künftige Förderarbeit im Rahmen des Themas Konflikte wird die Stiftung an der Leitfrage ausrichten Was schafft dauerhaften Frieden Die Ausgestaltung der Arbeit baut auf den bisherigen Erfahrungen auf Eine Erkenntnis ist dass sich das Modell aufeinanderfolgender Kon fliktphasen nicht für die Bewältigung eignet da Konflikte in der Realität selten zyklisch verlaufen Vielerorts überlagern sich Phasen von Destabili sierung bewaffneter Auseinanderset zung Deeskalation und Friedensver handlungen In rund der Hälfte der Fälle eskaliert die Gewalt binnen fünf Jahren nach einem Friedensabkom men wieder DAS GANZE SEHEN Daher werden Konflikte in der Förderarbeit künftig ganzheitlich betrachtet Auf lange Sicht will die Robert Bosch Stiftung betroffene Gesellschaften darin unterstützen eine möglichst große Widerstands kraft gegen das Wiederaufflammen von Konflikten zu entwickeln Ziel ist ein positiver Frieden So nannte der norwegische Friedensforscher Johan Galtung Anfang der 1970er Jahre einen Zustand in dem nicht nur die akute Gewalt gestoppt ist sondern potenzielle Konfliktursachen wie Armut oder Diskriminierung beseitigt sind und dauerhaft soziale Gerechtig keit herrscht Um Wirkung zu erzielen wird sich die Stiftung auf ausgewählte Konfliktregionen konzentrieren und sich in diesen langfristig engagieren Dabei setzt sie auf starke internatio nale Partner in staatlichen und privaten Institutionen insbesondere aber auf lokale Organisationen in den Krisengebieten Wichtigster Ansatz ist die sektorenübergreifende Zusam menarbeit vor Ort die die Stiftung unterstützen will damit gemeinsame und tragfähige Lösungsansätze entwickelt und umgesetzt werden Schwerpunkt24 Robert Bosch Stiftung Fo to T he od or B ar th

Vorschau RBS 2019-02 DE Seite 24
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