Neustart für die internationale Arbeit Nach über 50 Jahren stellt die Robert Bosch Stiftung ihr internationales Fördergebiet neu auf Geschäftsführerin Sandra Breka über die Notwendigkeit eines Resets die neuen Themen der Förderung und darüber wie sehr sie das Engagement der Mitarbeiter beeindruckte Frau Breka Sie stellen Ihre internationale Arbeit komplett neu auf Warum gehen Sie diesen Schritt Unser bisheriges Fördergebiet Völkerverständigung geht auf das Vermächtnis von Robert Bosch zurück und hat eine lange Tradition in der Stiftung In den letzten Jahrzehnten wurde dieses Fördergebiet strategisch weiterentwickelt diese Veränderun gen vollzogen sich aber eher in kleinen Schritten In den letzten Jahren hat sich der internationale Kontext in dem wir arbeiten aber rasant verändert Darauf müssen wir reagieren Sie sprechen von den globalen politischen Entwicklungen und den Veränderungen im Sektor der Philanthropie Ja Unser Anspruch ist es einen Beitrag zur Lösung der Herausforde rungen unserer Zeit zu leisten Zuletzt haben wir in unserer internationalen Förderung in zehn sehr unterschiedli chen Themen gearbeitet eine beachtliche Breite und Vielfalt der Förderung mit vielen guten Projekten Allerdings war es zunehmend schwer zu erkennen wofür die Stiftung in ihrer internationalen Arbeit steht Hinzu kommt dass sich die Philan thropie in einem maßgeblichen Wandel befindet Das Volumen globaler Philanthropie hat sich in den letzten zwei Jahrzehnten mehr als verdoppelt Viele Stiftungen entwi ckeln neue Arten der Förderung Die Öffentlichkeit wird kritischer Legiti mität und Wirksamkeit werden hinterfragt Deshalb haben wir uns neu die Frage gestellt wie wir mit unserer Arbeit die größtmögliche Wirkung erzielen und für die Zukunft gut aufgestellt sind Und welche Antwort haben Sie gefunden Dass wir uns strategisch neu ausrich ten und zum Beispiel auf wenige Themen fokussieren müssen In den letzten 18 Monaten haben rund 100 Mitarbeiter der Stiftung am Prozess dieser Neuausrichtung mitgewirkt Wir haben den Blick zunächst nach au ßen gerichtet und uns die Frage gestellt welche globalen Trends für die Zukunft entscheidend sind Durch Gespräche mit internationalen Experten aus Praxis und Wissen schaft durch Studien Workshops und Lernreisen konnten wir uns ein umfassendes Bild verschaffen Die neuen Themen der internationa len Arbeit werden Klimawandel Konflikte Migration und Ungleich heit sein Warum gerade diese Themen Die Kombination dieser vier Themen erfüllt aus unserer Sicht am besten den Anspruch den wir als Kern unserer internationalen Arbeit formu liert haben Wir wollen künftig Themen bearbeiten die auf ein friedliches Miteinander innerhalb und zwischen Gesellschaften hinwir ken und für die die multilaterale Zusammenarbeit verschiedener Akteure erforderlich ist Vor allem aber bedingen die Themen sich gegenseitig Klimawandel und Ungleichheit sind beispielsweise Treiber von Konflikten und Migration Die Wechselbeziehungen zwischen den Themen in den Blick zu nehmen und an den Schnittstellen zu arbeiten ist das Ziel der künftigen Arbeit Interview 19DAS MAGAZIN 2 19 INTERVIEW Nicole Zepter FOTOS Gene Glover

Vorschau RBS 2019-02 DE Seite 19
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