Jonas Budkiewitz arbeitet als Deutschlehrer im südkoreanischen Busan Dieser Job stellte seine Lehrideale aus Deutschland erst mal auf eine harte Probe Zeit zur See gefahren Zum Schüleraus tausch war ich in Paris Rumänien und Israel später im Auslandssemes ter in Island und Krakau Hier in Südkorea war der Neustart am schwie rigsten Ich war nicht automatisch eingebettet in ein Netzwerk von Aus tauschstudenten ich musste mir selbst eins aufbauen Ich habe ange fangen in Kletterstudios zu gehen die hier oft in die höheren Stockwerke von Bürogebäuden hineingezimmert sind Ich habe Lokale gefunden wo ich vegetarisch essen kann ohne lange erklären zu müssen warum Mit meinen Studenten spiele ich auch Fußball Ich hoffe dass ich in meinen Studenten Neugier wecken kann dann hat meine Zeit hier etwas bewirkt Es gibt an der Uni Projekte für die Studenten nach Deutsch land reisen Ich habe ihnen bei der Vorbereitung und mit Kontakten weitergeholfen Sie waren dann in Hamburg und haben bei meinen Eltern und ihren Nachbarn gewohnt Diese Kulturkontakte auch dass meine Eltern die Leute aus meinem Umfeld in Korea kennengelernt haben finde ich schön Bitte Fragen stellen Auch meine allerersten Projekte außer halb der Deutschkurse sind eher ins Leere gelaufen Einmal wollte ich eine Studentenzeitung gründen ein anderes Mal einen Workshop zum Zusammentreffen unterschiedlicher Kulturen machen Korea ist eine sehr homogene Gesellschaft sie hat nicht viel Erfahrung mit Andersar tigkeit Auf dem Campus bleiben die einzelnen Gruppen unter sich die Studenten aus Korea aus China das wollte ich thematisieren Doch es meldete sich kaum jemand an das war natürlich erst mal enttäuschend Ich frage mich seither wie ich Interes se für Projekte wecken kann bei denen nicht berufliche Qualifikation im Vordergrund steht sondern persönliche Erfahrung Ich habe noch nicht das Gefühl alles durchblickt zu haben das macht es hier so span nend Jetzt gründe ich gerade mit mehreren Professorinnen ein Zent rum für deutsch koreanische Kultur arbeit vor Kurzem gab es schon einen Austausch von Künstlern zwi schen Hamburg und Busan Ich mag andere Kulturen ein fach vielleicht habe ich das von meinem Vater er ist während der DDR A n der Universität in Busan bin ich der erste Bosch Lektor für Deutschunter richt und der Anfang fühlte sich an wie ein Sprung ins kalte Wasser Nicht nur für mich sicher auch für meine Studenten Da gibt es ein Beispiel aus einer Gruppenarbeitsstunde Die Studenten sollten zuerst zu zweit ar beiten das ging gut Als ich dann mit allen zusammen die Ergebnisse besprechen wollte regte sich nie mand In meiner deutschen Art habe ich direkt nachgefragt Wo ist das Problem braucht ihr noch Hilfe Ich hakte mehrmals nach aber über Minuten kam nur Schweigen alle Bli cke gingen zum Boden Man merkt hier große Kulturunterschiede Die Studenten würden mir gegenüber nicht sagen wenn sie etwas nicht ver standen haben und sie würden mir schon gar nicht widersprechen Es ist für sie ein Umbruch dass da vorne jemand steht der will dass sie Fragen stellen Da stand ich mit meinem dialogischen Lehransatz aus Deutsch land und kam erst mal nicht weiter 25 Jahre Lektorenprogramm Mit dem Lektorenprogramm fördert die Robert Bosch Stiftung Uni Absolventen aus Deutschland Österreich und der Schweiz sowie Hochschulmitarbeiter aus China Indonesien Südkorea Thailand und Vietnam die in Asien Deutsch als Fremdsprache unterrichten und Bildungsprojekte umsetzen Das Lektorenprogramm wird in Ko operation mit MitOst e V durchgeführt MitOst wurde 1996 von ehemaligen Lektoren als Plattform für die weitere Vernetzung gegründet und ist heute Träger für zahlreiche Projekte und das Engagement von Mitgliedern und Alumni aus über 40 Ländern Das Lektorenprogramm feiert 2018 19 sein 25 jähriges Jubiläum Anfangen 9DAS MAGAZIN 3 18 Te xt R eg in a M en ni g    Fo to M ic ha el K oh ls

Vorschau RBS 2018-03 DE Seite 9
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