Why are we running this project?

The Goerdeler Kolleg is a professional development program for committed leaders who stand up for responsible and public interest-oriented behavior in public administration, in business or in civil society.

What are our goals?

Over the course of one year, the participants gain knowledge and competencies in good governance, trans-sectoral cooperation and innovation management. They receive exclusive insight into German and European organizations and can hone their leadership skills. With the support of experienced project managers each participant implements a good governance project in his home country.

How does the project work?

The Kolleg addresses committed leaders from Armenia, Azerbaijan, Belarus, Georgia, Moldova, Russia, Serbia, Turkey, and Ukraine who work in public administration, in business or in non-profit organizations. The program language is German.

Neue Kompetenzen erwerben

In den Seminaren bilden sich die Kollegiatinnen und Kollegiaten zu Good Governance, transsektoraler Zusammenarbeit und Innovationsmanagement weiter. In Expertengesprächen, Diskussionen und interaktiven Workshops befassen sie sich mit Themen wie Korruptionsbekämpfung, Corporate Social Responsibility und Bürgerbeteiligung. Ein integraler Bestandteil des Programms ist eine akademische Fortbildung zu Good Governance, die das Goerdeler-Kolleg in Kooperation mit einer deutschen Universität durchführt. In mehreren Trainings erweitern die Kollegiaten ihre Fähigkeiten im Projektmanagement und stärken ihre Führungs- und Innovationskompetenzen.

Hinter die Kulissen blicken

Durch individuelle Hospitationen und Exkursionen erhalten die Kollegiatinnen und Kollegiaten exklusive Einblicke in Organisationen aus Verwaltung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft. An praktischen Beispielen erfahren sie, wie wirkungs- und verantwortungsvolle Zusammenarbeit sektorenübergreifend gestaltet werden kann. Dabei legen wir besonderen Wert auf transsektoralen und internationalen Erfahrungsaustausch. In individuellen Hospitationen lernen die Kollegiaten den Arbeitsalltag deutscher Organisationen kennen und erhalten Anregungen für ihre eigene Arbeit und ihre Good Governance-Projekte. Begleitet werden die Kollegiaten von Kollegdirektor Prof. Günter Verheugen, Vizepräsident der Europäischen Kommission a.D., mit dem sie sich im kleinen Kreis immer wieder austauschen.

Wirkung entfalten

Im Verlauf des Kollegjahres entwickeln und verwirklichen die Kollegiatinnen und Kollegiaten individuelle Good Governance-Projekte. Die innovativen Projekte zeigen modellhaft auf, wie Prozesse „anders“ – gemeinwohlorientierter, transparenter und partizipativer – gestaltet werden können. So tragen sie aktiv dazu bei, die Prinzipien von Good Governance in die Praxis umzusetzen. Das Kolleg unterstützt die Kollegiaten bei der Umsetzung der Projekte durch ein intensives Training in Projektmanagement, begleitendes Projektcoaching und Peer-to-Peer-Beratung.

Das Jahr im Kolleg

Das Kolleg besteht aus fünf Modulen:

  1. Septemberkolleg: Das Kollegjahr beginnt mit dem dreiwöchigen Septemberkolleg in Berlin und anderen Orten. Mit einem intensiven Programm   wird der Grundstein für die gemeinsame Arbeit im Kolleg gelegt.
  2. Projektphase I: Nach dem Septemberkolleg kehren die Kollegiatinnen und Kollegiaten in ihre Heimatländer zurück und beginnen mit der Umsetzung ihrer Good Governance-Projekte. Dabei stehen ihnen erfahrene Projektmanager beratend zur Seite.
  3. Zwischenseminar: Im März findet das einwöchige Zwischenseminar in einem mittelosteuropäischen Mitgliedsland der EU statt. Die Kollegiaten nehmen eine Zwischenevaluation ihrer Projektarbeit vor und beraten sich gegenseitig bei der Überwindung von Herausforderungen. Außerdem setzen sie sich vertieft mit einem Aspekt von Good Governance auseinander und lernen aus den Transformationserfahrungen des Gastlandes.
  4. Projektphase II: Im Anschluss an das Zwischenseminar setzen die Kollegiaten ihre Projekte weiter um. Bis August bringen sie ihre Vorhaben zum Abschluss.
  5. Abschlussseminar: Zum Abschluss des Kollegjahres kommen die Kollegiaten wieder in der Nähe von Berlin zusammen. Sie präsentieren dort ihre Projektergebnisse, werten gemeinsam das Kollegjahr aus und vernetzen sich mit den Kollegiaten des folgenden Jahrgangs.

Von der Idee zum Projekt

Vorrausetzung für die Teilnahme am Kolleg ist eine innovative, gemeinwohlorientierte Projektidee. Während der Kollegseminare werden die Projektideen weiterentwickelt. Wir unterstützen die Vorhaben der Kollegiatinnen und Kollegiaten mit einem intensiven Training in Projektmanagement. Bei individuellen Hospitationen in deutschen Organisationen erhalten sie Anregungen aus der Praxis für ihr Projekt. Eine finanzielle Förderung der Projekte ist nicht vorgesehen.

Selbständige Umsetzung vor Ort

Die Umsetzung des Projektes vor Ort erfolgt selbständig und muss bis zum Ende des Kollegjahres abgeschlossen sein. Dabei erhalten die Kollegiatinnen und Kollegiaten Peer-to-Peer-Beratung und können ein begleitendes Projektcoaching in Anspruch nehmen. Den Höhepunkt des Kollegjahres bildet die Projektmesse beim Abschlussseminar, bei der die Kollegiaten ihre Projektergebnisse präsentieren.

Eine große Bandbreite von Themen

Die Good Governance-Projekte im Goerdeler-Kolleg behandeln jedes Jahr eine große Bandbreite von Themen. Die Vielfalt der Projekte spiegelt die Vielfalt an Herausforderungen wider, der sich Transformationsgesellschaften gegenübersehen – aber auch die Kreativität und das Engagement der nächsten Generation von Führungskräften, die für die Welt von morgen Verantwortung übernimmt.

Im Mittelpunkt des Goerdeler-Kollegs steht die wissenschaftlich fundierte und praxisorientierte Weiterbildung in Good Governance. Wir vermitteln nicht nur Wissen, sondern auch Kompetenzen, damit die Kollegiatinnen und Kollegiaten die gewonnenen Erkenntnisse in der Praxis anwenden können. Die Arbeitsweise im Kolleg ist von Methodenvielfalt und Praxisnähe gekennzeichnet. Ob in interaktiven Workshops, exklusiven Expertengesprächen, kollegialer Beratung, Exkursionen oder Kompetenztrainings – wir legen Wert auf transsektoralen und internationalen Erfahrungsaustausch, Peer-to-Peer-Learning und den Transfer in den eigenen Arbeitskontext.
Neben dem Erwerb neuen Wissens, neuer Fähigkeiten und Kontakte ist auch die Reflexion der eigenen Rolle in der Gesellschaft ein Bestandteil des Kollegs. Wir unterstützen die Auseinandersetzung der Kollegiaten mit den eigenen Werten und bieten einen wertschätzenden Lernraum, in dem Neues ausprobiert werden kann. Dadurch stärken die Kollegiaten ihre Kompetenzen und ihre Haltung als Akteure organisationaler und gesellschaftlicher Veränderungen.

 

Das Goerdeler-Kolleg ist ein Programm der Robert Bosch Stiftung in Kooperation mit der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik e.V. (DGAP).

Die Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik e.V. (DGAP) forscht und berät zu den aktuellen Themen und Trends der deutschen Außenpolitik. Als unabhängige, überparteiliche und gemeinnützige Experten- und Mitgliederorganisation prägt sie seit über 60 Jahren die außenpolitische Debatte in Deutschland und trägt zur internationalen Vermittlung deutscher Politik bei.

Das Goerdeler-Kolleg ist am Robert Bosch-Zentrum für Mittel- und Osteuropa, Russland und Zentralasien der DGAP angesiedelt. Das Zentrum versteht sich als einer der zentralen Ansprechpartner für Fragen der Beziehungen Deutschlands und der EU zu den Mitgliedstaaten in Mittelosteuropa, zu Russland, den östlichen Nachbarn der EU und den Staaten Zentralasiens.

Prof. Günter Verheugen, Vizepräsident der Europäischen Kommission a.D., begleitet die Teilnehmer als Kollegdirektor.

Der Verwaltungsjurist Carl Friedrich Goerdeler (1884 –1945) war von 1930 bis 1936 als Oberbürgermeister von Leipzig eines der wenigen großstädtischen Stadtoberhäupter in Deutschland ohne NSDAP-Parteimitgliedschaft. Nach seinem Rücktritt wurde er Verbindungsmann der Firma Bosch zu den Berliner Behörden. Diese Anstellung durch Robert Bosch ermöglichte ihm seine Widerstandstätigkeit gegen das NS-Regime.

Als Mitbegründer des zivilen Widerstandskreises gegen das NS-Regime entwarf Goerdeler in seinen Denkschriften verfassungspolitische Neuordnungen sowie Pläne für eine Europäische Union. Nach dem gescheiterten Attentat vom 20. Juli 1944 wurde Goerdeler, der als neuer Reichskanzler vorgesehen war, als „Verräter" und „politischer Kriegsspion" am 2. Februar 1945 in Berlin hingerichtet.

Das Kolleg wurde 2007 nach Carl Friedrich Goerdeler benannt. Ein persönliches Gespräch mit den Nachkommen Goerdelers ist Bestandteil des Seminarprogramms.