Warum machen wir das Projekt?

Die Digitalisierung bringt Auswirkungen auf vielen Ebenen mit sich, die ebenso die Transformation in eine nachhaltige Gesellschaft tangiert: Neben der Frage nach Erhalt von Ökosystemdienstleistungen betrifft dies die Lebensqualität, die soziale Teilhabe sowie im Diskurs um „Human Enhancement“ das Verhältnis von Mensch-Maschine-Umwelt-Interaktion in grundlegender Form. Schon heute haben Entscheidungen in der Sphäre der Digitalisierung konkrete Auswirkungen in der Realwelt, auch wenn diese oftmals zeitlich und örtlich verzögert zu deren Ursachen auftreten. Über das Ausmaß der Potentiale sowie der Risiken herrscht aktuell selbst unter Expertinnen und Experten noch Uneinigkeit, handelt es sich bei der digitalen Transformation doch um einen ökonomischen, gesellschaftlichen und kulturellen Wandlungsprozess der nicht nur durch eine hohe Dynamik, sondern auch durch eine hohe Unsicherheit gekennzeichnet ist.

Was wollen wir erreichen?

Ziel des Projekts ist es, den Diskurs vor allem an den Schnittstellen der beiden "wissenschaftlichen Communities Nachhaltigkeit und Digitalisierung" zu fördern. Dabei ist uns der Transfer und die Integration von Wissen in die und aus der Gesellschaft besonders wichtig, um gemeinschaftlich zukunftsfähige Lebensräume zu gestalten.

Wie funktioniert das Projekt?

In einer Serie von Workshops wird die Logik der drei Lernebenen des Individuellen, des Organisationalen und des Gesellschaftlichen aufgegriffen, mit den drei im neuen WBGU identifizierten Kompassdimensionen für würdevolle nachhaltige Entwicklung – (1) der Sicherung der planetaren Leitplanken, (2) der Teilhabe im Sozialen und (3) der Eigenart im Sein zusammengeführt und systematisch aufeinander bezogen. Dazu werden insgesamt 6 Workshops mit jeweils ca. 8 Teilnehmenden geplant und durchgeführt, in denen Gemeinsamkeiten und Divergenzen zwischen der Agenda der Nachhaltigkeitstransformation und der digitalen Transformation in den Blick genommen werden. Die Erkenntnisse aus den 6 Workshops werden dann in einem finalen Symposium synthetisiert.

An wen richtet sich das Projekt?

  • Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft und Praxis, die den Nachhaltigkeits- und den Digitalisierungsdiskurs auf nationaler, europäischer und internationaler Ebene zentral prägen
  • Vertreterinnen und Vertreter aus der (Wissenschafts-)Politik und weiteren Forschungsinstitutionen die zentralen Forschungsagenden für die kommenden Jahre rahmen und deren Umsetzung ausgestalten. 
  • Eine breite Öffentlichkeit, der die komplexen Themen Nachhaltigkeit und Digitalisierung sowie deren Zusammenspiel mit einer fokussierten Europäischen Perspektive greifbar nähergebracht werden (v.a. auch in Kombination mit der angedachten Road-Show, für das eine DBU-Förderung angestrebt wird).
     

Wo findet das Projekt statt?

Das Projekt findet in Deutschland mit Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus dem europäischen Raum und in englischer Sprache statt.

Wer steht dahinter?

Die Fakultät Nachhaltigkeit der Leuphana Universität forscht mit einer klaren  Nachhaltigkeitsorientierung, um starke disziplinäre Expertise mit inter- und transdisziplinärer Forschung zu verbinden. Im Rahmen der Workshopreihe zu Digitalisierung und Nachhaltigkeit bringt die Leuphana ihre Expertise im Feld der Nachhaltigkeitswissenschaften sowie der Moderation transdisziplinärer Multistakeholderdialoge ein. Sie übernimmt die Planung der inhaltlichen Ausgestaltung der Veranstaltungen sowie die Auswahl der Teilnehmenden in enger Abstimmung mit den Projektpartnern und organisiert Durchführung sowie Verwertung der Workshopreihe.

Das Weizenbaum-Institut für die vernetzte Gesellschaft untersucht aktuelle gesellschaftliche Veränderungen, die sich im Zusammenhang mit der Digitalisierung abzeichnen und skizziert künftige politische und wirtschaftliche Handlungsoptionen. Für die Workshopreihe bringt das Weizenbaum-Institut seine Expertise im Feld der Digitalisierung ein und unterstützt bei der Identifikation und Einladung geeigneter Teilnehmer sowie beim Wissenstransfer.

Der Wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU) wurde von der Bundesregierung als unabhängiges wissenschaftliches Beratungsgremium eingerichtet, um u.a. globale Umwelt- und Entwicklungsprobleme zu analysieren und darüber in Gutachten zu berichten, nationale und internationale Forschung auf dem Gebiet des Globalen Wandels auszuwerten und im Sinne von Frühwarnung auf neue Problemfelder hinzuweisen, Forschungsdefizite aufzuzeigen und Impulse für die Wissenschaft zu geben. Nach einer längeren Konsultationsphase mit öffentlichen Gesprächsrunden und einem veröffentlichten Impulspapier wird sich das neue Hauptgutachten 2019 mit Digitalisierung und Nachhaltigkeit beschäftigen. Als Co-Gastgeber bietet der WBGU die Gelegenheit zur intensiven Diskussion der im Hauptgutachten aufgeworfenen Fragestellungen in der Workshopreihe und bringt Kontakte und Kommunikationskanäle in das Projekt mit ein.