Warum machen wir das Projekt?

Umfassende Informationen über das sozioökonomische Profil, differenzierte Bildungserfahrungen und Erwartungen von Geflüchteten sind nur unzureichend vorhanden. Ganz besonders gilt das für geflüchtete Frauen. Sie stehen zwar zunehmend im Fokus der Diskussion um Integration und Teilhabe in Bildung, Arbeit und Gesellschaft. Über die passenden Wege dahin ist aber eine relativ große Ratlosigkeit bei staatlichen und zivilgesellschaftlichen Akteuren zu beobachten. Kaum berücksichtigt wird bislang auch die Vielfalt geflüchteter Frauen wie ihre unterschiedlichen Lebensentwürfe, (akademische) Bildungsabschlüsse, Berufe, Alter oder Familienstatus. Die besonderen Diskriminierungen gegenüber geflüchteten Frauen und die damit zusammenhängenden Hürden für eine selbstbestimmte Teilhabe werden zwar thematisiert, sind aber weder qualitativ noch quantitativ genauer analysiert.

Was wollen wir erreichen?

Women's Science möchte geflüchtete Frauen am wissenschaftlichen Prozess beteiligen und so die enorme Definitionsmacht der Wissenschaft in unserer Gesellschaft für die Teilhabe von Neuzugewanderten öffnen. Diese Handlungskompetenz soll genutzt werden, um geflüchteten Frauen eine Stimme im öffentlichen Raum zu geben, um Diskussions- und Bildungsprozesse in den Communities zu befördern und um Politik und Verwaltung zu beraten.

Wie funktioniert das Projekt?

Zu Beginn des Projekts geht es um das Vernetzten geflüchteter Frauen und um die Bildung einer oder mehrerer Gruppen von Co-Forscherinnen. Anschließend sollen sich die Co-Forscherinnen – wissenschaftlich begleitet durch das Projektteam – zu relevanten Themen austauschen, Fragestellungen entwickeln und ein Forschungsdesign festlegen. Damit führen die Co-Forscherinnen eine eigene Befragung geflüchteter Frauen in unterschiedlichen Communities durch. Die Ergebnisse dieser Befragungen sollen zum Abschluss des Projekts einer breiten Öffentlichkeit präsentiert werden.

An wen richtet sich das Projekt?

Das Projekt richtet sich an geflüchtete Frauen. Eine akademische Vorbildung ist nicht erforderlich. Das Projekt soll Frauen mit Fluchterfahrung empowern, vernetzen und dabei unterstützen, Bedarfe sowie gesellschaftliche und politische Ziele eigenständig zu formulieren und zu veröffentlichen.

Wo findet das Projekt statt?

In Berlin, Deutschland.

Wer steht dahinter?

Minor – Projektkontor für Bildung und Forschung wird von einem interdisziplinären und interkulturellen Team getragen. Vielfältig, engagiert und wissenschaftlich fundiert arbeitet Minor mit und für gesellschaftlich marginalisierte Gruppen. Minor ist bundesweit und transnational aktiv in der Forschung, Programm- und Projektberatung, Weiterbildung, Netzwerkarbeit und Modellprojektentwicklung.