Warum machen wir das Projekt?

Angesichts der Corona-Pandemie und ihrer Folgen für unsere Gesellschaft zeigt sich, wie systemrelevant Wissenschaft, gute Wissenschaftskommunikation und sorgfältiger Wissenschaftsjournalismus sind. Zwar weiß laut der wichtigsten repräsentativen Befragung zum Umgang mit dem Corona-Virus eine deutliche Mehrheit über Hygieneregeln und Symptome Bescheid, aber zugleich empfehlen die Autoren eine bessere Erklärung der Hintergründe.

Wissenschaftler wie der Virologe Christian Drosten, Wissenschaftsjournalisten wie Kai Kupferschmidt und Multiplikatoren wie das Science Media Center sind nur drei Beispiele für die vielen hervorragenden Informationsangebote. Auch wenn die Reichweiten dieser Angebote stark gestiegen sind, sprechen sie in der Regel einen oft akademisch geprägten Teil der Bevölkerung an. Zugleich werden Informationslücken vor allem in sozialen Netzwerken schnell mit Fehlinformationen, Halbwahrheiten, Verkürzungen oder Zuspitzungen gefüllt, die wiederum Unsicherheiten auslösen und Verschwörungstheorien befeuern. Hier braucht es detaillierte Faktenchecks.

Darüber hinaus zeigt sich, dass bestimmte Themen und Herausforderungen aktuell aus dem Fokus geraten sind. Während in der jetzigen Frühphase der Krise Fragen nach Maßnahmen zur Eindämmung und medizinischen Kontrolle der Pandemie im Vordergrund stehen, werden anschließend die gesellschaftlichen Konsequenzen und die langfristigen Folgen wichtiger werden. Wie verändert die Krise unser gesellschaftliches Zusammenleben? Ist jetzt die Zeit, unsere Weltanschauungen und Lebensstile kritisch zu hinterfragen?

Deutlich wie selten zuvor zeigt sich jetzt, worin die gesellschaftliche Verantwortung der Wissenschaft und der Wissenschaftskommunikation besteht und welche Bedeutung der Wissenschaftsjournalismus für einen funktionierenden gesellschaftlichen Diskurs hat.

Was wollen wir erreichen?

Um vielfältige Zielgruppen mit wissenschaftsbasierten Informationen zu erreichen und den Umgang mit der Krise auf Grundlage des besten Wissensstandes zu gestalten, schreiben wir die Förderinitiative aus „Wissenschaftskommunikation für die Gesellschaft – Corona und darüber hinaus“. Wir passen damit unsere bestehende Unterstützung zielgruppengerechter Wissenschaftskommunikation an die aktuelle Lage an.

An wen richtet sich das Projekt?

Grundsätzlich können sich Personen bzw. Organisationen aus dem deutschsprachigen Raum bewerben, die mit ihrer Projektidee zur wissenschaftsbasierten Kommunikation über die Corona-Krise und darüber hinaus beitragen wollen.

Wer steht dahinter?

Der Bereich Wissenschaft der Robert Bosch Stiftung engagiert sich seit vielen Jahren für tragfähige Verbindungen zwischen Wissenschaft und Gesellschaft. Die Ausschreibung reagiert auf die aktuelle Situation. Sie ergänzt unsere bestehende Unterstützung für neue Wege in Wissenschaftskommunikation und Wissenschaftsjournalismus. Im Rahmen dieser Strategie sind u.a. folgende Projekte entstanden: der „Preis für Hochschulkommunikation“ mit der Hochschulrektorenkonferenz, das „SILBERSALZ Science & Media Festival“, „Falling Walls Engage“, die „Berlin School of Public Engagement and Open Science“ gemeinsam mit dem Berliner Naturkundemuseum und der Humboldt-Universität, die Ideenschmiede „Rocking Science Journalism“ am MediaLabBayern oder die „Masterclass Wissenschaftsjournalismus“ mit den RiffReportern.