Warum machen wir das Projekt?

Ob Erzählen, Sprechen, Schreiben, Übersetzen – Sprache ist immer Zugang zu und zugleich Indikator von Teilhabe an Gesellschaft. „Weltenschreiber – Das Literaturvermittlungsprogramm für Kinder und Jugendliche“ möchte durch künstlerische Ausdrucksformen junge Menschen zur aktiven Beteiligung an unserer Gesellschaft befähigen. Das Programm konzentriert sich auf die Methoden des Literarischen Schreibens, da sie, neben dem Sprach- und Ausdrucksvermögen, auch die (Selbst-)Reflexion und Empathie für andere Denk- und Handelsweisen fördern und Kindern und Jugendlichen ermöglichen, einen eigenen Standpunkt zu entwickeln.

Was wollen wir erreichen?

Wir wollen Kinder und Jugendliche für das Literarische Schreiben begeistern und die künstlerische Praxis langfristig an Literaturhäusern, im Schulunterricht und an Hochschulen als Methode der Kulturellen Bildung verankern.. Dafür kooperieren wir mit Literaturhäusern – dem Literarischen Zentrum Göttingen, dem Literaturhaus Rostock und dem Literaturhaus Stuttgart. Die vierjährige Förderung ermöglicht den drei Literaturinstitutionen ihre Angebote für Kinder und Jugendliche breiter, systematischer und nachhaltiger aufzustellen, und sich als zentrale Akteure der Literaturvermittlung für Kinder und Jugendliche zu positionieren – ein relevanter Aspekt ihres professionellen Selbstverständnisses.

Wie funktioniert das Projekt?

Umgesetzt wird das Programm von 2018 bis 2022 von den Literaturhäusern Rostock und Stuttgart sowie dem Literarischen Zentrum Göttingen. In ihren jeweiligen Bundesländern bieten diese literarischen Institutionen, in enger Kooperation mit je bis zu fünf beteiligten Schulen unterschiedlicher Schulformen, ein- bis zweijährige Schreibwerkstätten mit bekannten Autorinnen und Autoren an, in denen das Literarische Schreiben als integrativer Bestandteil des regulären Deutschunterrichts eingesetzt wird.
Eine Kooperation mit dem Goethe-Institut ermöglichte es darüber hinaus im Schuljahr 2019/2020 sieben Schulen im Ausland, nämlich Belarus, Lettland, Polen, Tschechien, Rumänien, Russland und der Ukraine, am Programm teilzunehmen. Weitere Informationen dazu unter: http://www.goethe.de/weltenschreiber
Die 18-monatige Lehrerfortbildung –von den Literaturhäusern organisiert und parallel zu den Schreibwerkstätten angeboten – orientiert sich am bewährten Vorbild des Literaturpädagogischen Zentrums Stuttgart (LpZ). Das dort bereits seit 2011 bestehende Angebot „Literarisches Schreiben im Deutschunterricht" wurde in Zusammenarbeit des Stuttgarter Literaturhauses und des Bamberger Lehrstuhls für Didaktik der deutschen Sprache und Literatur entwickelt und ist inzwischen in der Fachdidaktik als modellbildend anerkannt. Die Lehrkräfte werden zunächst von erfahrenen Autoren angeleitet, eigene Schreiberfahrungen zu sammeln. Eine daran anschließende fachdidaktische Begleitung in Kooperation mit der Otto-Friedrich-Universität Bamberg, der Universität Rostock und der Georg-August-Universität Göttingen unterstützt die Lehrkräfte dabei, ihre Erfahrungen auf den Schreibunterricht zu übertragen und die Schülerinnen und Schüler an das Literarische Schreiben heranzuführen. Interessierte Lehrer aus den drei beteiligten Bundesländern können sich auch unabhängig von den Schreibwerkstätten für die Fortbildung an den jeweiligen Literaturhäusern und Kompetenzzentren bewerben. Die Fortbildung wird durch das Lehrgebiet Empirische Bildungsforschung der Fernuniversität Hagen evaluiert – erste, sehr positive Forschungsergebnisse liegen bereits vor.
Neben der institutionellen Verankerung der Literaturvermittlung für Kinder und Jugendliche an den Literaturhäusern und im System Schule, wurde im Laufe des Programms ein weiterer Bedarf identifiziert und aufgegriffen: die Lehre der Methode des Literarischen Schreibens und damit verbundene Vermittlungskompetenzen und -felder in der Ausbildung von professionellen Autoren an dafür relevanten Hochschulen. Die Kooperation des Literarischen Zentrums Göttingen und des Literaturhauses Stuttgart mit der Universität Hildesheim, dem Deutsches Literaturinstitut Leipzig und der Universität der Künste Berlin reagiert auf diese Leerstelle. Durch die Implementierung relevanter Inhalte in die Lehre – nach dem aus der Weiterbildung bewährten Prinzip „train the trainer“ – stärken wir erneut die Professionalisierung des Literarischen Schreibens und eröffnen den Studierenden durch die Literaturhäuser neue Praxis- bzw. Arbeitsfelder.
2022 werden die Ergebnisse und Erfahrungen aus dem Programm auf einer Weltenschreiber-Fachtagung präsentiert.

An wen richtet sich das Projekt?

Das Programm richtet sich an Kinder und Jugendliche im Alter von 10 bis 18 Jahren, Autorinnen und Autoren, Lehrerinnen und Lehrer aller Schulformen sowie an Literaturhäuser und Universitäten.

Wo findet das Projekt statt und wer steht dahinter?

Das Programm wird in Baden-Württemberg, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen von den Literaturhäusern Stuttgart und Rostock sowie dem Literarischen Zentrum Göttingen umgesetzt. In der Pilotphase 2018–2020 wurde das Programm, neben den Kultusministerien der drei Bundesländer, durch die Stiftung Niedersachsen, die Klosterkammer Hannover und die VGH-Stiftung unterstützt. Weitere Partner sind die Otto-Friedrich-Universität Bamberg, die Universität Rostock und die Georg-August-Universität Göttingen, die die Lehrkräftefortbildung fachdidaktisch begleiten. Die Verankerung des Literarischen Schreibens in der Ausbildung von Autoren findet statt mit der Universität Hildesheim, dem Deutschen Literaturinstitut Leipzig und der Universität der Künste Berlin.