Warum machen wir das Projekt?

Ob Erzählen, Sprechen, Schreiben, Übersetzen – Sprache ist immer Zugang zu und zugleich Indikator von Teilhabe an Gesellschaft. Mit „Weltenschreiber – Das Literaturvermittlungsprogramm für Kinder und Jugendliche“ wollen wir jungen Menschen die Möglichkeit geben, sich mit Hilfe künstlerischer Ausdrucksformen aktiv an Gesellschaft zu beteiligen. Das Programm konzentriert sich auf die Methoden des Literarischen Schreibens, weil sie, neben dem Sprach- und Ausdrucksvermögen, auch die (Selbst-)Reflexion und Empathie für andere Denk- und Handelsweisen fördern und es Kindern und Jugendlichen ermöglichen, einen eigenen Standpunkt zu entwickeln.

Was wollen wir erreichen?

Wir wollen Kinder und Jugendliche für das Literarische Schreiben begeistern und die künstlerische Praxis langfristig an Literaturhäusern und im Schulunterricht als Methode der kulturellen Bildung verankern, um Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit zu eröffnen, ihr eigenes kreatives Potenzial zu entdecken. Zugleich wollen wir einem größeren Publikum Einblicke in die Lebenswelten junger Menschen gewähren.

Wie funktioniert das Projekt?

Umgesetzt wird das Programm in der Pilotphase 2018 bis 2020 von den Literaturhäusern Rostock und Stuttgart und dem Literarischen Zentrum Göttingen. Diese Literaturhäuser bieten in ihren jeweiligen Bundesländern in enger Kooperation mit je fünf beteiligten Schulen unterschiedlicher Schulform ein- bis zweijährige Schreibwerkstätten mit bekannten Autoren an, in denen das Literarische Schreiben als integrativer Bestandteil des regulären Deutschunterrichts eingesetzt wird. Die beteiligten Autoren werden am Deutschen Literaturarchiv Marbach (DLA) für ihre Zusammenarbeit mit Schülern und Lehrern geschult.

Eine Kooperation mit dem Goethe-Institut ermöglicht es darüber hinaus sieben Schulen im Ausland, in Belarus, Lettland, Polen, Tschechien, Rumänien, Russland und der Ukraine, am Programm teilzunehmen.

Die 18-monatige Lehrerfortbildung – hier von den Literaturhäusern organisiert und parallel zu den Schreibwerkstätten angeboten – orientiert sich am bewährten Vorbild des Literaturpädagogischen Zentrums Stuttgart (LpZ). Das dort bereits seit sieben Jahren bestehende Angebot „Literarisches Schreiben im Deutschunterricht" wurde in Zusammenarbeit des Stuttgarter Literaturhauses und des Bamberger Lehrstuhls für Didaktik der deutschen Sprache und Literatur entwickelt und ist inzwischen in der Fachdidaktik als modellbildend anerkannt. Die Lehrkräfte werden zunächst von erfahrenen Autoren angeleitet, eigene Schreiberfahrungen zu sammeln. Eine daran anschließende fachdidaktische Begleitung in Kooperation mit der Otto-Friedrich-Universität Bamberg, der Universität Rostock und der Georg-August-Universität Göttingen unterstützt die Lehrkräfte dabei, ihre Erfahrungen auf den Schreibunterricht zu übertragen und die Schülerinnen und Schüler an das Literarische Schreiben heranzuführen. Interessierte Lehrer aus den drei beteiligten Bundesländern können sich auch unabhängig von den Schreibwerkstätten für die Fortbildung an den jeweiligen Literaturhäusern und Kompetenzzentren bewerben.

Zusätzlich vergeben die Literaturhäuser ein Stipendium an junge Nachwuchsautoren und führen gemeinsam mit ihnen ein Mentorenprogramm durch, für das sich besonders interessierte Kinder und Jugendliche ab 2019 einschreiben können.

2022 werden die Ergebnisse auf einer großen Weltenschreiber-Fachtagung präsentiert.

An wen richtet sich das Projekt?

Das Programm richtet sich an Kinder und Jugendliche im Alter von 10 bis 18 Jahren, Autoren, Lehrer aller Schulformen sowie an Literaturhäuser und Universitäten.

Wo findet das Projekt statt?

In der Pilotphase wird das Programm in Baden-Württemberg, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen realisiert.

Wer steht dahinter?

Das Programm wird in Baden-Württemberg, Mecklenburg- Vorpommern und Niedersachsen von den Literaturhäusern in Stuttgart und Rostock und vom Literarischen Zentrum Göttingen umgesetzt. Neben den Kultusministerien der drei Bundesländer unterstützen in der Pilotphase 2018–2020 die Stiftung Niedersachsen, die Klosterkammer Hannover und die VGH-Stiftung das Programm. Weitere Partner sind die Otto-Friedrich-Universität Bamberg, die Universität Rostock und die Georg-August-Universität Göttingen, die die Lehrkräftefortbildung fachdidaktisch begleiten, sowie das Deutsche Literaturarchiv Marbach, an dem die beteiligten Autoren für ihre Zusammenarbeit mit Schülern und Lehrern geschult werden. Die am Mentorenprogramm mitwirkenden Nachwuchsautoren werden in Kooperation mit der Universität der Künste Berlin, dem Institut für literarisches Schreiben und Literaturwissenschaft der Stiftung Universität Hildesheim und dem Deutschen Literaturinstitut Leipzig ausgewählt und in Göttingen unterstützt durch den Göttinger Tourismus e.V. Eine Kooperation mit dem Goethe-Institut ermöglicht es darüber hinaus sieben Schulen im Ausland, in Belarus, Lettland, Polen, Tschechien, Rumänien, Russland und der Ukraine, am Programm teilzunehmen.