Lernen Sie die laufenden Forschungsvorhaben kennen

Diese Forschungsvorhaben haben sich mit ihren Ideen behauptet und unsere unabhängige Expertenjury überzeugt.

Land*Stadt Transformation gestalten

Wenn über Lebensräume gesprochen wird, wird oft zwischen "der Stadt" und "dem Land" unterschieden. Diese Unterscheidung greift jedoch oft zu kurz, denn verschiedene Lebensräume und ihre Bewohner beeinflussen sich gegenseitig. Diese räumlichen und sozialen Zusammenhänge müssen für erfolgreiche urbane Transformationen berücksichtigt werden.

Das Vorhaben "Land*Stadt Transformation gestalten" entwickelt und testet mit dem Konzept der "transformativen Zelle" einen Ansatz, der darauf abzielt, Verknüpfungen von städtischen und ländlichen Regionen systematisch zu erfassen. Dieser Ansatz basiert auf einer Analyse von Strömen, zum Beispiel von Personen, Waren, Rohstoffen, Informationen, etc. Dadurch können für Transformationen relevante Akteure sowie deren Handlungs- und Veränderungspotenziale erkannt werden.

Das Konzept der transformativen Zelle wird anhand von vier Reallaboren gespiegelt und getestet. Außerdem wird ein Forschungscamp durchgeführt. Ausgesuchte Transformationsprojekte sollen dann die strenge Stadt-Land Dichotomie in unterschiedlichen Handlungsfeldern überwinden. Die Projektaktivitäten werden durch wissenschaftlich-künstlerische Forschungs- und Interventionsformate fortwährend begleitet und in diesem Rahmen reflektiert.

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Diskussion in der Projektgruppe
Tobias Bohm

Offene Stadt

Offenheit ist ein zentrales Thema aktueller gesellschaftlicher Debatten wenn es um Zugehörigkeit, Sicherheit oder Ressourcenverteilung geht. Diese Debatten werden gerade im städtischen Raum greifbar, weshalb Offenheit in der Stadtforschung eine wichtige Rolle spielt. Offenheit umfasst dabei drei miteinander verknüpfte Aspekte:

  • Offenheit von physischen Räumen
  • Offenheit sozialer, ökonomischer und ökologischer Systeme
  • Zukunftsoffenheit im Sinne einer zeitlichen Dimension
     

Das Vorhaben „Offene Stadt“ nimmt sich dieser drei Aspekte an und untersucht am Beispiel Berlins, welche neuen Zugänge, Strategien und Werkzeuge der Stadtentwicklung entstehen, wenn verschiedene Ansätze zur Offenheit von Stadt und Gesellschaft zusammengeführt werden.

Die grundlegende Frage ist: Welche Antworten bietet das Thema, wenn es systematisch in Stadtentwicklungsprozesse integriert wird? Die Forscher wollen Konzepte und Ansätze zu Offenheit von Stadt und Gesellschaft untersuchen, um damit den aktuellen Herausforderungen der Stadtentwicklung zu begegnen und gleichzeitig offen für Entwicklungen in der Zukunft zu bleiben.

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Arbeitsgruppe diskutiert
Tobias Bohm

StadtTeilen

In den letzten Jahren sind Debatten um die Zukunft der Städte zunehmend von Themen wie Raumknappheit, Gentrifizierung und Verdrängung geprägt. Zugleich ist zu beobachten, dass Praktiken des Teilens im städtischen Raum an Bedeutung gewinnen. Das Projekt StadtTeilen erforscht die Bedeutung und das Potenzial des Teilens in innerstädtischen, sozial gemischten Nachbarschaften von Großstädten. Dabei knüpft das Projekt an bisherige wissenschaftliche und praktische Ansätze an und setzt sich mit Spielarten des Teilens vom Commoning bis zur Sharing Economy auseinander. Ziel ist die Entwicklung von Ansätzen und Visionen für Praktiken des Teilens zur Herstellung von öffentlichem Raum und des Wohnens als Gemeingütern.

Das Projekt umfasst Fallstudien innerstädtischer Nachbarschaften in den Städten Berlin, Kassel und Stuttgart. Neben empirischen Untersuchungen werden in Dialogen und einem Praxislabor mit Bewohnern und städtischen Akteuren Formen und Möglichkeiten des nachbarschaftlichen Teilens transdisziplinär erforscht. Die Ergebnisse der Untersuchung sollen einerseits in Form von wissenschaftlichen Publikationen sowie praxisorientierten Handreichungen zusammengefasst, andererseits mit exemplarischen architektonischen Entwürfen zugänglich gemacht werden. Anliegen des Projekts ist es zudem, die Ergebnisse in die beteiligten Nachbarschaften zurückzuspielen.

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Menschen im Austausch bei einem Workshop
Tobias Bohm

Critical Mapping in Municipalist Movements

Kann Critical Mapping, d.h. Kartierung, zivilgesellschaftliche Initiativen in ihrem Einsatz für eine tiefgreifende Transformation unterstützen?  Anhand von drei Fallbeispielen in europäischen Städten (Barcelona, Berlin, Belgrad) sollen die Potentiale von Critical Mapping untersucht und seine Anwendungsmöglichkeiten in den so genannten neuen Munizipalistischen Bewegungen getestet werden. Dabei geht das Team den folgenden Fragen nach. Wie kann Critical Mapping konkret zum Anliegen der Munizipalistischen Bewegungen beitragen? Wo, warum und wie wird Critical Mapping in neuen Munizipalistischen Bewegungen genutzt und von wem? Wie kann die Rolle von Critical Mapping in Munizipalistischen Bewegungen gestärkt werden?

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Team Critical Mapping
Tobias Bohm

Obsolete Stadt

Megatrends, also langanhaltende und grundlegende gesellschaftliche Entwicklungen wirken sich unmittelbar auf die Nutzung des Raumes aus. Sie sind Auslöser für Flächenverknappung, aber auch für Leerstände, die neuen Nutzungen zugeführt werden können. Solche Obsoleszenzen waren in den letzten Dekaden ein Nebenprodukt der Globalisierung und ihrer Logistik. Die Verlagerung von Produktionsstätten ins Ausland setzte gründerzeitliche Industrie- und Gewerbeflächen frei, die Erfindung des Containers Häfen und Güterbahnhöfe. Hinzu kamen Kasernen, die nach dem Fall der Mauer obsolet wurden. Diese großen Flächenressourcen für die Innenentwicklung gehen nun langsam zur Neige. Die zukünftigen Transformationsfelder werden nicht mehr so großflächig ausfallen, sondern eher kleinteilig und dispers. Zum zweiten werden neben der Globalisierung vor allem die Digitalisierung und der Klimawandel sowie der Wandel der Religiosität Flächen freisetzen. Diese vorausschauend zu identifizieren und systematisch zu erschließen scheint auf Grund der akuten Flächenknappheit zu einer wesentlichen Aufgabe der Stadtentwicklung zu werden.

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Podcast Urbanotopia

Urbane Xtopien - Freiräume der Zukunft

These des Projektes ist, dass die große Transformation zur Nachhaltigkeit große Visionen braucht - freies, kritisches Denken sowie spielerisches Träumen. Jedoch verstellen akute Probleme, Gewohnheiten und kleinteilige oder eindimensionale Lösungsversuche den Blick und die Kompetenzen, um mit umfassenden (utopischen, dystopischen) Zukunftsvorstellungen umgehen zu können.Ziel des Projektes "Urbane Xtopien - Freiräume der Zukunft" ist es, Menschen zur Mitwirkung an der Entwicklung und Umsetzung einer großen urbanen Transformation zu motivieren. Dafür erarbeiten wir Methoden, die die Vorstellungskraft von Menschen über zukünftige Lebensweisen sowie die Fähigkeit und Motivation zum schöpferischen und gestalterischen Umgang mit Zukünften anregen. Wir entwickeln als innovative Werkzeuge "urbane Xtopien": Sie nutzen die Denkweise von Utopien und Dystopien, brechen radikal mit der Gegenwart und entwerfen umfassende, vielschichtige und ambivalente Zukunftsentwürfe und damit auch bewusst viele Angriffspunkte zur Auseinandersetzung. Xtopien sind zum einen inhaltliche Produkte, die urbane Utopien und Dystopien kombinieren und integrieren, gleichzeitig stellen sie methodische Werkzeuge dar, insofern die Inhalte mit Formaten zur praktischen Anwendung verbunden werden. In einem "Jahr der Xtopien" führen wir Xtopien in Form von Interventionen an verschiedenen Orten durch, wobei unterschiedliche Bevölkerungsgruppen und Akteure angesprochen werden. Die Ergebnisse der Praxistests münden in eine Überarbeitung der Xtopien, die als Endprodukte zur Verfügung gestellt werden. Ziel ist es, die lokalen Anwendungen im Sinne der großen Transformation über die Projektlaufzeit zu verstetigen.

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