Warum machen wir das Projekt?

Autoritäre Systeme bringen Menschen zum Verschwinden, sperren sie weg und verwischen ihre Spuren. Doch nicht nur Gewaltherrschaft tilgt die Vielfalt gesellschaftlicher Wirklichkeiten und Visionen. Auch in demokratischen Gesellschaften werden Menschen unterdrückt, aus dem Blick gedrängt und unsichtbar gemacht. Die Mittel und Methoden sind mannigfach. Die Frage nach Sichtbarkeit und Teilhabe am öffentlichen Diskurs ist eine der zentralen Herausforderungen in modernen Gesellschaften.

Was wollen wir erreichen?

Das Internationale Dramatikerlabor bietet renommierten Theaterautoren (m/w/d) einen sprachen- und länderübergreifenden Schreib-, Reflexions- und Entwicklungsraum zu aktuellen gesellschaftlichen Themen. Über einen Zeitraum von anderthalb Jahren fördern wir den Schreibprozess der beteiligten Autoren.

Wie funktioniert das Projekt?

Von Frühjahr 2019 bis Sommer 2020 widmen sich Yildiz Çakar (Berlin), Monageng Motshabi (Johannesburg), Dalia Taha (Ramallah) und Laura Uribe (Mexiko Stadt) dem Themenkomplex "Out of Sight". Ausgehend von einem Schreiblabor am Literarischen Colloquium Berlin und Austauschforen mit zivilgesellschaftlichen Akteuren in Südafrika, Palästina und Mexiko werden sie den Fragen nachgehen: Wer entscheidet, was unsichtbar gemacht und was in Vergessenheit gedrängt wird? Welche gesellschaftlichen Gruppen und Vorstellungen, welche Körper, werden unterschlagen? Und welche Realitäten und Geschichten zeigen sich dort, wo das Leben und Handeln bewusst im Verborgenen gehalten wird?

Die Zusammenarbeit der Theaterautoren wird von Maxi Obexer (Neues Institut für Dramatisches Schreiben) geleitet und von Mazlum Nergiz dramaturgisch begleitet. Die entstehenden Texte werden im Herbst 2020 in Form von szenischen Lesungen im Studio Я des Maxim Gorki Theaters und im Rahmen eines Themenabends am Schauspiel Stuttgart präsentiert

Wer steht dahinter?

„Out of Sight“ ist ein Kooperationsprojekt des Literarischen Colloquiums Berlin (LCB), des Maxim Gorki Theaters/Studio Я, des Neuen Instituts für Dramatisches Schreiben (NIDS), der Robert Bosch Stiftung und des Schauspiel Stuttgart.