Warum machen wir das Projekt?

In Deutschland leben rund 4,5 Millionen Muslime. Viele von ihnen sind hier geboren und aufgewachsen. Sie prägen unsere Gesellschaft und unser Zusammenleben. Islamische Vereinigungen treten zunehmend als zivilgesellschaftliche Akteure auf, die mit ihren vielfältigen Angeboten wertvolle Beiträge für das Miteinander in der Kommune leisten. Dennoch gibt es häufig Unsicherheiten und offene Fragen im gegenseitigen Umgang zwischen Kommunen und islamischen Organisationen: Wie kann man ein islamisches Gräberfeld einrichten? Was ist beim Moscheebau zu beachten? Wie können kommunale und muslimische Akteure die Zusammenarbeit in der Flüchtlingshilfe besser gestalten?

Wie funktioniert das Projekt?

Mit Fragen wie diesen können sich Kommunen und islamische Gemeinden in zwei Bundesländern an eine neutrale Islamberatung wenden. In Baden-Württemberg gibt es dafür seit 2015 das Projekt "Muslime als Partner in Baden-Württemberg – Information, Beratung, Dialog" (kurz „Islamberatung“) wenden. In Bayern wurde dafür seit 2019 die „Islamberatung in Bayern. Brückenbauer zwischen muslimisch geprägten Lebenswelten und Kommunen“ eingerichtet. Die Beratung richtet sich ganz bewusst sowohl an kommunale Mitarbeiter als auch an muslimische Organisationen, denn Fragen gibt es auf allen Seiten. Dabei erfolgt die Beratung neutral, also unabhängig von Politik oder theologischen Strömungen.

Was wollen wir erreichen?

Ziel ist es, die islambezogene Kompetenz in Kommunen in Baden-Württemberg und Bayern zu stärken und islamische Akteure bei der Einbindung in kommunale Kommunikations- und Entscheidungsprozesse zu unterstützen. Damit möchten wir dazu beitragen, dass mehr zivilgesellschaftliches Engagement in unserer vielfältigen Gesellschaft ermöglicht wird. Nachdem das Modell in Baden-Württemberg erfolgreich gestartet ist, ist mit Bayern nun der erste Transfer gelungen. Der Bedarf besteht allerdings auch in anderen Bundesländern, deshalb sind wir fortlaufend in Gesprächen.