Aktuelle Masterclass

Unabhängiger Wissenschaftsjournalismus ist angesichts einer Flut an Meldungen aus der Wissenschaft die wichtigste Instanz für thematische Übersicht, für verständliche Vermittlung in die Breite, für kritische Beobachtung und damit letztlich für das essentielle gesellschaftliche Vertrauen in die Wissenschaft. Fundierte zielgruppenorientierte Berichterstattung zu wissenschaftlichen Hintergründen hat in Zeiten, in denen unklare oder bewusst verzerrte Faktendarstellungen enorme Reichweiten und Wirkung erzielen, eine besondere Bedeutung gewonnen. Gerade in diesem Umfeld sollte der Wissenschaftsjournalismus die Interaktion mit seinem Publikum intensivieren und auch ganz neue Wege gehen - denn es reicht nicht mehr, nur in die Welt zu „senden“, der Journalist sollte mittendrin sein. Die dritte Masterclass förderte Konzeptentwicklungen für Community-Building im Wissenschaftsjournalismus.

Anne Brüning
David Ausserhofer

Anne Brüning

Berlin isst gut: Durchblicken im Dschungel der Ernährungsratschläge

Das Projekt der Berliner Zeitung bringt alle diejenigen Hauptstädter zusammen, denen fundierte Fakten lieber sind als Modediäten – und die Mitstreiter suchen bei dem Vorhaben, dauerhaft gesund zu essen. Die lokale Community erarbeitet sich Ernährungswissen, lernt kritischen Umgang mit wissenschaftlichen Informationen, tauscht sich aus und motiviert sich gegenseitig zum Healthy Eating. Im Anschluss an die Informationsphase, in der Zeitungsartikel, soziale Medien und dialogorientierte Veranstaltungen eine zentrale Rolle spielen, kommt der große Praxistest. Wichtiger Aspekt: Es geht bei dem Projekt nicht primär ums Abnehmen, sondern um eine nachhaltige Umstellung der Ernährungsweise. Ein Projekt fürs Leben!

Joachim Budde

Joachim Budde

Themenfinder Insekten

Wer sich mit Bienensterben und Insektenschwund beschäftigt, merkt schnell, dass viele Leute zwischen guten und schlechten Insekten unterscheiden – Honigbienen versus Stubenfliegen. Dabei können unsere Ökosysteme ohne Insekten gar nicht funktionieren. Das Projekt versammelt bei RiffReporter.de Menschen, die zusammen den riesigen Themenkomplex Insekten entdecken und diesen Gegensatz aufbrechen. Die Community funktioniert als Drehscheibe: Laien können Fragen stellen, auf die sie eine umfassende, gründlich recherchierte Antwort suchen. Sie können über Rechercheaufträge abstimmen und selbst Beobachtungen und Erfahrungen beitragen. Und Experten können Themen vorschlagen, die in der Berichterstattung zu kurz kommen – davon gibt es trotz der medialen Aufmerksamkeit für das Insektensterben immer noch genug.

Christine Werner
David Ausserhofer

Christine Werner (Foto) und Ann-Christin Hornberger

D I R E K T Wissenschaft >< Gesellschaft

Wir schaffen direkten Austausch zwischen Wissenschaftlern und Menschen: "Ich weiß nicht, ob Wissenschaftler Lösungen finden. Ich weiß gar nicht, was die arbeiten." (Okan, 15 Jahre, Gesamtschüler). So wie Okan geht es vielen. Das wollen wir ändern. Wir gehen mit WissenschaftlerInnen in die Gesamtschule, den Sporttreff, die Frauengruppe in der Moschee. Wir setzen am Alltagswissen der Menschen an und nutzen Medien als Brückenbauer. Über Reportagen und Dokumentationen kommen wir mit Menschen ins Gespräch, diskutieren gemeinsam mit Experten aus dem regionalen Umfeld. Diese Begegnungen schaffen Neues und ermöglichen einen Diskurs, Journalismus anders zu denken, Wissenschaft anders zu vermitteln. DIREKT vernetzt lokale Akteure mit Wissenschaftseinrichtungen vor Ort - nachhaltig.

Katharina Jakob
David Ausserhofer

Katharina Jakob

„Zu Tisch! Hunger nach Veränderung“

Wir brauchen dringend eine neue Landwirtschaft, die nicht nur alle versorgt, sondern auch sorgsam mit allen Beteiligten umgeht: den Bauern, den Bürgern, den Tieren und mit dem Land selbst. Dieser Hunger nach Veränderung ist groß. Landwirtschaftliche Pioniere suchen überall nach neuen Lösungen, um den Agrarsektor umweltverträglicher zu gestalten. Das Projekt „Zu Tisch!“ will diese Akteure mit interessierten Verbrauchern zusammenbringen. An runden Tischen werden wir uns darüber austauschen, was jeder Einzelne tun kann. Doch zuvor lernen wir die Blickwinkel aller Beteiligten kennen: mithilfe eines Kartenspiels, das die unterschiedlichen Sichtweisen auf den Tisch bringt. Und das man nur gewinnen kann, wenn man kooperiert.

Jana Kischkat
David Ausserhofer

Jana Kischkat

“Unter uns der Sondermüll”

Eine interaktive Webdoku erzählt von dem Leben über, neben und mit einer Untertagedeponie für giftige Abfälle. Die Autorin hat begleitend ein Tool entwickelt, mit dem sich Anwohner, Wissenschaftler, lokale Presse, Politik und der Betreiber der Deponie vernetzen und in Diskussion und treten können.

Nicola Kuhrt und Hinnerk Feldwisch-Drentrup
David Ausserhofer

Hinnerk Feldwisch-Drentrup und Nicola Kuhrt

Die MedWatch Community

MedWatch recherchiert zu Fake-Therapien und irreführender Werbung im Gesundheitsbereich. Wir wollen unsere Community nicht nur als finanzielle Unterstützung sehen, sondern sie auch in die Arbeit einbinden: Hinweise, Idee und kritisches Feedback ist uns jederzeit willkommen – aber wir wollen gleichfalls aktiv auf unsere Unterstützer zugehen, soweit sie Interesse daran haben, mitzuwirken. Denn viele sind Experten – auf den verschiedensten Gebieten. Wir wollen auch Umfragen durchführen und unsere Community treffen: In den sozialen Medien – aber auch in Kneipen in vielen Städten Deutschlands. MedWatch ist Preisträger des #Netzwende Award 2018 für nachhaltige Innovation im Journalismus.

Wolfgang Richter und Andreas Loos
David Ausserhofer

Wolfgang Richter und Andreas Loos

"Yes Comment!"

Das Projekt „Yes Comment!” will die Communities von Online-Medien beleben. Ziel sind anregende Diskussionen in den Kommentarspalten unter Artikeln. Nur: Welche Kommentare regen die Community an – und nicht auf? Kann man die Goldnuggets herausfiltern? Zusammen mit Online-Redakteuren wurden in der ersten Phase Kriterien erarbeitet: Auf welche Kommentare muss eine Redaktion reagieren? Welche Kommentare sollten Leserschaft, Autoren oder alle unbedingt lesen? So wurden tausende Kommentare auf ZEIT online von Hand klassifiziert und mit diesen Daten am Hasso-Plattner-Institut Potsdam, der TU Darmstadt und bei ZEIT online Machine-Learning-Algorithmen trainiert. Zwischenergebnis: Goldnuggets sind selten, Sprache kompliziert. Das Projekt wird fortgeführt.

Anja Reiß
David Ausserhofer

Anja Reiß

Truth Detectives - ein sehr ernstes Spiel

Auf der ganzen Welt sammeln Menschenrechtsaktivisten, Anwälte und Journalisten Hinweise und Belege für Menschenrechtsverletzungen - unterstützt von betroffenen Bürgern vor Ort. Mit Hilfe von Geo-Tracking, Satellitenbildern und anderen forensischen Werkzeugen bewegen sie sich durch eine Flut von Bildern, Filmmaterial und Zeugnissen, in der Hoffnung, genügend Beweise für eine erfolgreiche Strafverfolgung zu sammeln. Dieses Spiel versetzt dich in die Lage eines dieser Aktivisten - eines Truth Detective. Einsatz modernster Datentechnologie zur Rekonstruktion von Fällen von Menschenrechtsverletzungen in der Praxis, um das Puzzle der Wahrheit zusammenzustellen. Stück für Stück.

Kai Rüsberg

Kai Rüsberg

#LuftIG

#LuftIG ist es für viele Menschen vor ihrer Tür schon lange nicht mehr. Der Dreck und Krach von Autos, Industrie und Heizungen raubt geradezu den Atem. Wir wollen genauer Bescheid wissen über die Luftqualität vor Ihrer Tür. Wir wollen die von Bürgern in dem Projekt ermittelten Daten zur Luftqualität regional auswerten und dann besser interpretiert und verständlich veröffentlichen. In einem zweiten Schritt sollen Plug-ins für Webseiten oder Bots für Sprachassistenten entwickelt werden. Geplant ist mit dem Projekt #LuftIG verschiedene Akteure und Initiativen einzubinden, um Know-How und kritische Bewertung zu sammeln. Unter dem Hashtag #LuftIG gibt's in Social Media mehr Informationen.

Nicola Wettmarshausen
David Ausserhofer

Nicola Wettmarshausen

Das Eco Community Lab – Make and Tell

Möchtest Du mal so richtig im Matsch wühlen um zu sehen, wieviel Strom Mikroben liefern? Oder ein DIY-Messgerät zum Aufspüren von Mikroplastik zusammenlöten? Im Eco Community Lab kannst Du neue Technologien ausprobieren und sie auf Umwelt- und Nachhaltigkeitsthemen anwenden – gemeinsam mit Makern, FabLablern und anderen Citizen Scientists. Wir sitzen in der Region Stuttgart/Neckar-Alb – dort, wo die Tüftlerdichte besonders hoch ist. Und basteln nicht nur, wir schreiben und podcasten auch darüber: Was wir machen, und wie wir es machen. Was wir entdecken und was wir aufdecken wollen. Komm vorbei und mach mit! Oder unterstütze uns finanziell dabei, das Eco Community Lab voran zu bringen.

Christian Schwägerl
David Ausserhofer

Christian Schwägerl

Leiter der Masterclass

Die Masterclass wird vom Journalisten Christian Schwägerl geleitet.