Ausschreibung Land.Zuhause.Zukunft

Gestaltung von migrationsbedingter Vielfalt in ländlichen Räumen

Die Robert Bosch Stiftung unterstützt zusammen mit der Universität Hildesheim seit 2019 Landkreise mit ihren vielfältigen Akteur:innen dabei, innovative und zukunftsfähige Ansätze für die Integration und Teilhabe von (Neu-)Zugewanderten in ländlichen Räumen weiterzuentwickeln. Das Programm ermöglicht einen systematischen Wissensaustausch bei regelmäßigen – auch virtuellen – Vernetzungstreffen. Zudem entwickeln die die Programmpartner:innen Handlungsempfehlungen für Politik und Praxis und unterstützen ländliche Kommunen dabei, ihre Bedarfe an politische Entscheidungsträger:innen zu kommunizieren.

Ziel ist es, dass (Neu-)Zugewanderte ein selbstverständlicher Teil der Gesellschaft in ländlichen Räumen werden. Die aktive Gestaltung von Einwanderung ist eine Chance für Politik, Verwaltung, Zivilgesellschaft und Wirtschaft, attraktive Bleibeperspektiven für (Neu-)Zugewanderte zu schaffen. Dies hilft auch den aktuellen Herausforderungen wie beispielsweise die Corona-Pandemie und der Fluchtzuwanderung aus der Ukraine zu begegnen.  

Die Ausschreibung richtet sich an (Land)Kreise, die in ländlichen Räumen in Deutschland gemeinsam mit weiteren Partner:innen aus der Zivilgesellschaft und der Wirtschaft eine konkrete Herausforderung bearbeiten oder eine langfristige Strategie im Themenfeld Integration und Teilhabe entwickeln wollen.

Werden Sie Teil des Programms Land.Zuhause.Zukunft!

Als Expert:innen ihrer kommunalen Themen sehen Sie sich in Ihrem Landkreis im ländlichen Raum vor Herausforderungen bei der Integration und Teilhabe von (Neu-)Zugewanderten? Sie wollen diese Herausforderungen weiterhin zukunftsgerichtet angehen, konzeptionell bearbeiten und umsetzen? Sie wollen dabei alle relevanten Akteur:innen, insbesondere Menschen mit Migrationsgeschichte selbst, einbeziehen? 

Dann bewerben Sie sich bis zum 27.09.2022 mit Ihrem (Land-)Kreis für die nächste Programmphase von Land.Zuhause.Zukunft – Gestaltung von migrationsbedingter Vielfalt in ländlichen Räumen“ von Oktober 2022 bis Juni 2024.

Häufig gestellte Fragen

Bewerben können sich alle 294 (Land-)Kreise in Deutschland. Es wird erwartet, dass die benannte Herausforderung bzw. Idee sektorenübergreifend und beteiligungsorientiert, bearbeitet wird. Wichtig ist auch die Zusammenarbeit mit den kreisangehörigen Gemeinden. 

Gemeinsam mit einem von der Robert Bosch Stiftung und der Universität Hildesheim bestellten Beirat wird die Auswahl einer „Long List“ von Landkreisen für die Teilnahme am Programm getroffen. Die Entscheidung über die Teilnahme an der Bedarfsanalyse wird vom Programmbüro von Land.Zuhause.Zukunft voraussichtlich bis Mitte Oktober 2022 mitgeteilt. Im Anschluss finden durch die Partner:innen Besuche der Landkreise für eine Bedarfsanalyse statt. Des Weiteren werden Sie vom Programmbüro zu einer Informationsveranstaltung eingeladen. Die Auswahl der Short List erfolgt auf Basis der Bedarfsanalysen im Anschluss durch die Universität Hildesheim und die Robert Bosch Stiftung. Die Short List entspricht den final ausgewählten Landkreisen. Es werden bis zu 8 Landkreise für die Prozessbegleitung ausgewählt. Die Entscheidung soll Mitte Januar 2023 abgeschlossen sein.

Die Auswahl der Themen sollte sich an den Bedarfen des Landkreises im breiten Themenfeld der Integration und Teilhabe von (Neu-) Zugewanderten und Menschen mit Zuwanderungsgeschichte orientieren. Dabei fokussiert das Programm explizit nicht allein auf die Integration von Geflüchteten. Das Programmbüro freut sich über die Benennung neuer oder noch nicht durch andere Akteur:innen bearbeiteter Themen, Ideen und Ansätze. 
Beispiele für Themen einer Prozessbegleitung: 

  • Gesellschaftliche Integration durch Einstieg in Ausbildung
  • Erstellung eines Konzeptes und Umsetzung eines kommunalen Integrationsmonitorings auf Landkreisebene 
  • Entwicklung eines digitalen Tools für mehr Teilhabe
  • Maßnahmen zur Stärkung der politischen Partizipation von zugewanderten Menschen
  • Förderung sozialer Kontakte zwischen Menschen mit und ohne Migrationsgeschichte

Die Robert Bosch Stiftung fördert im Rahmen des Programms keine Umsetzung von Projekten. Ggf. kann eine Förderung nach Ende der Prozessbegleitung zur Umsetzung von Projekten ermöglicht werden. Die Stiftung unterstützt und ermutigt die teilnehmenden Landkreise, sich um weitere Förderer und Partnerschaften zu bemühen, um eine Umsetzung von Projekten zu ermöglichen. Die zukünftige Förderung der im Rahmen von Land.Zuhause.Zukunft entwickelten Konzepte kann auch Bestandteil der Prozessbegleitung sein.

Die landkreisübergreifende Bewerbung für das Programm ist möglich und wird von Seiten der Stiftung und der Universität begrüßt, wenn sie sich thematisch anbietet. Wichtig ist uns in diesem Fall, dass Sie eine:n Ansprechpartner:in aus einer Landkreisverwaltung benennen, der bzw. die die Zusammenarbeit zwischen den Landkreisen koordiniert.

Der Robert Bosch Stiftung und der Stiftung Universität Hildesheim ist eine beteiligungsorientierte Zusammenarbeit zwischen Landkreis und dessen angehörigen Städten und Gemeinden sehr wichtig. Wenn Sie eine kreisangehörige Gemeinde im ländlichen Raum sind, empfehlen wir Ihnen, sich mit Ihrer Landkreisverwaltung in Verbindung zu setzen. Die Bewerbung für das Programm muss durch die Landrät:in in Form eines Bestätigungsschreibens unterstützt werden.

Für die Prozessbegleitung durch Land.Zuhause.Zukunft sind keine festen Formate vorgesehen. Die Ausgestaltung erfolgt individuell in Zusammenarbeit zwischen den teilnehmenden Landkreisen und unseren Partner:innen und richtet sich nach der ausgewählten Themensetzung. Die Partner:innen führen in den vorausgewählten Landkreisen (Long List) zunächst Bedarfsanalysen durch. Dabei werden u.a. die in der Bewerbung angegebenen Bedarfslagen und Herausforderungen in Gesprächen mit relevanten Akteur:innen vor Ort vertieft und mögliche Optionen für die Zusammenarbeit erörtert. Wichtig ist dabei auch, welche Relevanz das Thema für den Landkreis hat und wer sich von Landkreisseite aus beteiligen wird. In den für die Short List ausgewählten Landkreisen führen die externen Berater:innen  eine je einjährige Prozessbegleitung mit einem vorab festgelegten Kontingent an Arbeitstagen durch. Die Prozessbegleitung richtet sich nach Ihren Themen und Bedarfen aus. Dazu gehören beispielsweise die Vorbereitung, Moderation und Dokumentation von Dialogveranstaltungen, Expert:innenrunden und Fokusgruppen oder Workshops; die inhaltliche Beratung zu einem konkreten Thema; die Durchführung von Interviews und die Organisation des Austauschs mit ausgewählten Akteur:innen. Bitte beachten Sie: die Prozessbegleiter:innen sind dazu da, Sie in Ihren jeweiligen Vorhaben zu unterstützen. Sie bilden gemeinsam ein starkes Team, wobei die Hauptverantwortung zur nachhaltigen Durchführung des Vorhabens bei Ihnen liegt.

Die Aufbereitung von Erkenntnissen und Lernerfahrungen erfolgt individuell und in Absprache mit dem Landkreis. Sie erhalten die Möglichkeit, Ihre Arbeit auf einer Konferenz und/oder bei Workshops vorzustellen. Ebenfalls besteht die Möglichkeit, die Erkenntnisse in Form einer Kurz-Expertise aufzubereiten, die durch die Robert Bosch Stiftung und die Universität Hildesheim veröffentlicht wird. Die Erarbeitung erfolgt durch das Programmbüro. Beispiele für Kurz-Expertisen, die im Rahmen des Programms Land.Zuhause.Zukunft entstanden sind, sind: 

In die nächste Phase des Programms (2022-2024) werden bis zu acht neuen Landkreisen ausgewählt, die Unterstützung durch Prozessbegleitung (Short List) erhalten. Alle Landkreise, die für eine Bedarfsanalyse (Long List) ausgewählt werden, haben die Möglichkeit an Vernetzungsformaten des Programms Land.Zuhause.Zukunft teilzunehmen.

Nach der erfolgreichen Pilotphase (2018-2019) und der sich anschließenden ersten Phase (2019-2022) hat sich die Robert Bosch Stiftung entschlossen, das Programm Land.Zuhause.Zukunft von Juli 2022 bis Juni 2024 fortzuführen, um weitere Landkreise dabei zu unterstützen, Konzepte und Strategien für die langfristige Integration und Teilhabe von (Neu-)Zugewanderten und Menschen mit Migrationsgeschichte in ländlichen Räumen zu entwickeln. Damit verfolgt sie das Ziel, die Bindung von (Neu-)Zugewanderten in ländlichen Räumen zu stärken. 

In der ersten Phase haben insgesamt zehn Landkreise in unterschiedlichen Handlungsfeldern Strategien und Konzepte für die Integration und Teilhabe von (Neu-)Zugewanderten erarbeitet und Projekte umgesetzt.