Ausschreibung Land.Zuhause.Zukunft

Bindung an einen Ort entsteht, wenn Menschen am Geschehen einer Gemeinde beteiligt sind. Viele Kommunen in ländlichen Räume haben erkannt, dass Zuwanderung sowie die Integration und Teilhabe von Migranten wichtige Zukunftsthemen sind. Denn angesichts des demografischen Wandels hängt ihre Entwicklung vielfach von der Aktivierung bereits länger in der Region lebender Menschen sowie der Gewinnung und Bindung neuer Bewohner ab. Viele Gemeinden in ländlichen Räumen wollen auch Flüchtlinge langfristig vor Ort integrieren.

Für die Gestaltung der Integration und Teilhabe neu zugewanderter Menschen braucht es nachhaltige Strategien und Konzepte, lokale Kooperationen zwischen Politik, Verwaltung, Zivilgesellschaft, Migranten und Wirtschaft sowie politische und gesellschaftliche Rahmenbedingungen, die diese Prozesse unterstützen.

Mit dem Programm Land.Zuhause.Zukunft – Integration und Teilhabe von Neuzuwanderern in ländlichen Räumen unterstützt die Robert Bosch Stiftung Landkreise mit ihren vielfältigen Akteuren dabei, innovative und nach vorne gerichtete Ansätze für die Integration und Teilhabe von Neuzuwanderern in ländlichen Räumen zu entwickeln.

Die Ausschreibung richtet sich an Landkreise, die in ländlichen Räumen in Deutschland gemeinsam mit weiteren Partnern aus der Zivilgesellschaft und der Wirtschaft eine konkrete Herausforderung bearbeiten oder eine langfristige Strategie im Themenfeld Integration und Teilhabe entwickeln wollen.

Dabei geht es auch darum, die Bindung von Migranten im ländlichen Raum zu stärken und integrationspolitische Akteure lokal und überregional zu vernetzen.

Werden Sie Teil des Programms Land.Zuhause.Zukunft!

Sie sehen sich in Ihrem Landkreis im ländlichen Raum vor besonderen Herausforderungen bei der Integration und Teilhabe von Neuzuwanderern? Sie wollen diese Herausforderungen zukunftsgerichtet angehen, konzeptionell bearbeiten und umsetzen? Sie wollen dabei alle relevanten Akteure mit an den Tisch holen, um nachhaltig zu wirken?

Dann bewerben Sie sich bis zum 18.11.2019 mit Ihrem Landkreis für das Programm Land.Zuhause.Zukunft – Integration und Teilhabe von Neuzuwanderern in ländlichen Räumen. Als teilnehmender Landkreis...

Der Beratungs- und Begleitungsprozess stellt den Kern des Programms dar. Als Landkreis werden Sie bedarfsorientiert von externen Beratern bei der prozessorientierten Bearbeitung Ihrer konkreten Herausforderung der Integration und Teilhabe bzw. der Umsetzung von innovativen Ideen unterstützt.


Unsere Beratungspartner sind Ramboll Management Consulting und Kompetus Management Consulting. Lernen Sie auch die Beratungsprozesse der Landkreise aus der Pilotphase (2018-2019) kennen.

Akteuren der teilnehmenden Landkreise wird ein regelmäßiger Austausch zu Fragen von Migration, Integration und Vielfalt in ländlichen Räumen angeboten. Dafür werden von unserem Programmbüro Konferenzen, fachliche Workshops und Austauschtreffen organisiert. Weiterhin besteht die Möglichkeit, themenzentrierte Lernreisen im In- oder Ausland durchzuführen. Dafür können sich die teilnehmenden Landkreise im Rahmen des Programms um Fördergelder bewerben.

Die vor Ort gemachten Projekterfahrungen und -ergebnisse werden von der Robert Bosch Stiftung auch an die Öffentlichkeit, andere Kommunen und politische Entscheidungsträger auf lokaler und nationaler Ebene weitergetragen. So können auch andere Akteure von Ihren kommunalen Lernerfahrungen und Erkenntnissen profitieren.

Häufig gestellte Fragen

Bewerben können sich alle 294 Landkreise in Deutschland. Es wird erwartet, dass die benannte Herausforderung sektorenübergreifend und beteiligungsorientiert bearbeitet wird. Wichtig ist auch die Zusammenarbeit mit den kreisangehörigen Gemeinden.

  • Sie sind eine Landkreisverwaltung und wollen eine konkrete Herausforderung oder Idee mit weiteren relevanten Akteuren vor Ort bearbeiten;
  • Sie haben eine herausfordernde demografische Situation und sind im ländlichen Raum verortet;  
  • Sie wollen innovativ und nachhaltig im Thema Integration und Teilhabe von Neuzuwanderern wirken und handeln;
  • Sie können personelle und zeitliche Ressourcen in der Landkreisverwaltung mit einem festen Ansprechpartner/einer festen Ansprechpartnerin bereitstellen;
  • Sie haben für die Themen Integration und Teilhabe eine Vision für Ihren Landkreis bzw. möchten diese entwickeln und umsetzen.
  • Die Ausschreibung richtet sich an Landkreisverwaltungen in den ländlichen Räumen Deutschlands, die innovative und zukunftsfähige Lösungsansätze für die Integration und Teilhabe von Neuzuwanderern entwickeln möchten.
  • Die Robert Bosch Stiftung setzt voraus, dass die teilnehmenden Landkreise den externen Beratungsprozess und die daraus abgeleiteten Erfahrungen vor Ort umsetzen möchten und sich an Vernetzungsformaten und Öffentlichkeitsarbeit/Kommunikation zum Thema aktiv beteiligen wollen.
  • Die Bewerbung eines Landkreises muss durch den Landrat in Form eines Bestätigungsschreibens unterstützt werden. Zusätzlich können weitere wichtige Partner aus den kreisangehörigen Gemeinden (Bürgermeister), Zivilgesellschaft und Wirtschaft ihre Unterstützung bekunden. Auch Bewerbungen, die gemeinsam mit einem Partner aus der Zivilgesellschaft oder Wirtschaft gestellt werden, sind von Interesse.

Wenn Sie sich in den Bereichen Zivilgesellschaft oder Wirtschaft verorten, empfehlen wir Ihnen, sich mit Ihrem Landkreis in Verbindung zu setzen. Als Privatperson können Sie nicht am Programm teilnehmen.  

  • Bis 18.11.2019: Das Bewerbungsformular wird vollständig über das Online-Bewerberportal der Robert Bosch Stiftung ausgefüllt.
  • Bis Ende Januar 2020: Alle Bewerber werden benachrichtigt. Die erstausgewählten Landkreise (Long List) werden über das weitere Vorgehen informiert.
  • Februar bis April 2020: In den ausgewählten Landkreisen finden Besuche der Berater statt. Sie führen vor Ort Bedarfsanalysen durch. Dabei werden u.a. die in der Bewerbung angegebenen Bedarfslagen und Herausforderungen in Gesprächen mit relevanten Akteuren vor Ort vertieft.
  • Mai 2020: Die endgültige Auswahl der Landkreise (Short List) steht fest. Diese erhalten eine Vereinbarung über die jeweiligen Beratungsthemen.
  • Juni 2020 bis Juni 2021: Die Beratungsprozesse werden in den Landkreisen durchgeführt. Landkreisübergreifende Vernetzungsformate sowie Öffentlichkeitsarbeit finden statt.

Ein von der Robert Bosch Stiftung bestellter Beirat trifft die Auswahl einer „Long List“ von Landkreisen für die Teilnahme am Programm. Die Entscheidung über die Teilnahme an der Bedarfsanalyse wird von der Robert Bosch Stiftung voraussichtlich bis Ende Januar 2020 mitgeteilt. Im Anschluss finden Besuche der Landkreise für eine Bedarfsanalyse durch die Berater statt. Als Ergebnis erhalten Sie einen Kurzbericht und werden zu ausgewählten Vernetzungsaktivitäten eingeladen. Die Auswahl der Short List erfolgt auf Basis der Bedarfsanalysen im Anschluss durch die Robert Bosch Stiftung. Die Short List entspricht den final ausgewählten Landkreisen. Es werden etwa zehn Landkreise für den Beratungsprozess ausgewählt.

Die Auswahl der Themen sollte sich an den Bedarfen des Landkreises im breiten Themenfeld der Integration und Teilhabe von Neuzuwanderern orientieren. Dabei fokussiert das Programm explizit nicht allein auf die Integration von Flüchtlingen. Die Robert Bosch Stiftung freut sich über die Benennung neuer oder noch nicht durch andere Akteure bearbeiteter Herausforderungen.

Beispiele für Themen eines Beratungs- und Begleitungsprozesses:

Die Robert Bosch Stiftung fördert im Rahmen des Programms keine Umsetzung von Projekten. Als fördernde Stiftung nimmt sie jedoch laufend Projektideen entgegen und prüft diese (unabhängig von Land.Zuhause.Zukunft) auf ihre Eignung für eine Förderung. Die Stiftung unterstützt und ermutigt die teilnehmenden Landkreise, sich um weitere Förderer und Partnerschaften zu bemühen, um eine Umsetzung von Projekten zu ermöglichen. Die zukünftige Förderung der im Rahmen von Land.Zuhause.Zukunft entwickelten Konzepten kann auch Bestandteil des Beratungs- und Begleitungsprozesses sein.

Die landkreisübergreifende Bewerbung für das Programm ist möglich und wird von Seiten der Stiftung begrüßt, wenn sie sich thematisch anbietet. Wichtig ist uns in diesem Fall, dass Sie einen Ansprechpartner aus einer Landkreisverwaltung benennen, der die Zusammenarbeit zwischen den Landkreisen koordiniert.

Der Robert Bosch Stiftung ist eine beteiligungsorientierte Zusammenarbeit zwischen Landkreis und ihren angehörigen Städten und Gemeinden sehr wichtig. Wenn Sie eine kreisangehörige Gemeinde im ländlichen Raum sind, empfehlen wir Ihnen, sich mit Ihrer Landkreisverwaltung in Verbindung zu setzen. Die Bewerbung für das Programm muss durch den Landrat in Form eines Bestätigungsschreibens unterstützt werden.

Für den Beratungs- und Begleitungsprozess durch Land.Zuhause.Zukunft sind keine festen Formate vorgesehen. Die Ausgestaltung erfolgt individuell in Zusammenarbeit zwischen den teilnehmenden Landkreisen und den Beratungspartnern und richtet sich nach der ausgewählten Themensetzung. Die Berater führen in den erstausgewählten Landkreisen (Long List) zunächst Bedarfsanalysen durch. Dabei werden u.a. die in der Bewerbung angegebenen Bedarfslagen und Herausforderungen in Gesprächen mit relevanten Akteuren vor Ort vertieft. In den für die Short List ausgewählten Landkreisen führen die Berater einjährige Beratungsprozesse durch. Die Beratungsaufgaben fallen unterschiedlich aus. Dazu gehören beispielsweise die Vorbereitung, Moderation und Dokumentation von Dialogveranstaltungen, Expertenrunden und Fokusgruppen; die konkrete inhaltliche Beratung und Durchführung von Workshops zu einem Thema; die Durchführung von Interviews und der Austausch mit ausgewählten Akteuren.

Die Aufbereitung von Erkenntnissen und Lernerfahrungen erfolgt individuell und in Absprache mit dem Landkreis. Sie erhalten die Möglichkeit, Ihre Arbeit auf einer Konferenz oder bei Workshops vorzustellen. Ebenfalls besteht die Möglichkeit, die Erkenntnisse in Form einer Kurz-Expertise aufzubereiten, die durch die Robert Bosch Stiftung veröffentlicht wird. Die Erarbeitung erfolgt durch das Programmbüro. Beispiele für Kurz-Expertisen, die im Rahmen des Programms Land.Zuhause.Zukunft entstanden sind:

In der zweiten Phase des Programms (2020-2021) werden etwa zehn neue Landkreise ausgewählt, die Unterstützung durch Beratung (Short List) erhalten. Alle Landkreise, die für eine Bedarfsanalyse (Long List) ausgewählt werden, haben die Möglichkeit, an Vernetzungsformaten des Programms Land.Zuhause.Zukunft teilzunehmen.

Nach der erfolgreichen Pilotphase (2018-2019) hat sich die Robert Bosch Stiftung entschlossen, das Programm Land.Zuhause.Zukunft von Januar 2020 bis Juni 2021 fortzuführen, um weitere Landkreise dabei zu unterstützen, Konzepte und Strategien für die langfristige Integration und Teilhabe von Neuzuwanderern in ländlichen Räumen zu entwickeln. Damit verfolgt sie das Ziel, die Bindung von Neuzuwanderern in ländlichen Räumen zu stärken.

In der Pilotphase haben insgesamt sechs Landkreise in unterschiedlichen Handlungsfeldern Strategien und Konzepte für die Integration und Teilhabe von Neuzuwanderern erarbeitet und Projekte umgesetzt.