Evaluierung und Forschung zur frühkindlichen Kulturellen Bildung

Erkenntnisse aus Programmevaluierungen wie auch die Bearbeitung relevanter Forschungsfragen stärken die frühkindliche Kulturelle Bildung: Sie schenken ihr die erforderliche Aufmerksamkeit, fördern den Austausch über Qualität und tragen schlussendlich zur Legitimation der kulturellen Bildungsarbeit in der frühen Kindheit bei. Die im Rahmen des Programms Kunst und Spiele und darüber hinaus entstandene wissenschaftliche Expertise teilen wir gern mit einer interessierten Leserschaft.

Programmevaluierung: Zusammenfassender Bericht
Kunst und Spiele wurde seit 2015 programmbegleitend von EDUCULT – Denken und Handeln in Kultur und Bildung evaluiert. Der vorliegende Bericht fasst die Evaluation im Zeitraum 2015 bis 2017 zusammen, ergänzt durch aktuelle Entwicklungen bis September 2019. Das Dokument gibt Einblick in die Strukturen und Wirkungen des Programms und hält Erfahrungen und Empfehlungen zur Optimierung fest. Er richtet sich mit seinen übergreifenden Erkenntnissen auch an andere Akteure der (frühkindlichen) Kulturellen Bildung und Vertreterinnen und Vertreter nachhaltig und prozesshaft angelegter Förderprogramme.

Wirkungsanalyse am Beispiel des Museums Ostwall im Dortmunder U
Das Förderprogramm Kunst und Spiele geht davon, dass frühe ästhetische Erfahrungen in Kunst- und Kultureinrichtungen Kinder in ihrer Entwicklung stärken und eine wichtige Grundlage für kulturelle und damit auch gesellschaftliche Teilhabe sind. Das Institut EDUCULT hat sich in einer Wirkungsanalyse am Beispiel des Formats „Weltentdecker und Farbmischer – Drei- und Vierjährige im Museum Ostwall im Dortmunder U“ mit der Frage auseinandergesetzt, ob sich die Annahmen des Programms mit den tatsächlichen Erfahrungen der Kinder decken. Der qualitative, in der Kindheitsforschung verortete Forschungsprozess stellt die subjektive Wahrnehmung der jungen Zielgruppe in den Mittelpunkt.

Frühkindliche Kulturelle Bildung – Stand der Forschung
Grundlegend fehlt es weitgehend national sowie international an Forschung in der Kulturellen Bildung, die explizit junge Kinder in den Blick nimmt. Dies gilt sowohl für Strukturstatistiken, die Überblicke z.B. über die Angebotslandschaft kultureller Bildungsprogramme erstellen, für Grundlagenforschung, die u.a. Zielgruppen bestehender Bildungsprogramme analysieren, für Wirkungsforschung, die bildende Wirkungen künstlerischer Tätigkeit auf andere Bereiche transferiert, und auch für Evaluationsforschung, die bestehende kulturelle Bildungsangebote hinsichtlich ihres konkreten Erfolges und ihrer Gelingensbedingungen auswertet. Die hier vorliegende Expertise von Lina Kirsch und Prof. Ursula Stenger, Universität zu Köln wagt einen ersten Schritt und befragt Forschung und Literatur hinsichtlich der Eigentypik, der Vollzugsform und des möglichen Gelingens von frühkindlicher kultureller Bildungsarbeit.