Warum machen wir das Projekt?

Die Globalisierung ermöglicht Gesellschaft und Individuen enorme Entwicklungschancen und gleichzeitig stellt sie den gesellschaftlichen Zusammenhalt auf die Probe. Als Folge der zunehmenden Migration treffen unterschiedliche Wertevorstellungen aufeinander, die Ungleichheit im internationalen Wirtschaftsgefüge wächst und ein relevanter Teil der Bevölkerung hat zunehmend das Gefühl, vom gesellschaftlichen Willensbildungsprozess ausgeschlossen zu sein. Sowohl in Europa als auch in den USA führen diese Entwicklungen zu einer zunehmenden Polarisierung der Gesellschaft, zu Abschottungstendenzen sowie sinkendem Vertrauen in demokratische Institutionen. Die Spaltung wird durch einen schärfer werdenden Ton in der öffentlichen Debatte, der auf Polarisierung anstatt auf Verständigung ausgerichtet ist, verstärkt. Dies geht wiederum mit zunehmend falschen Tatsachenbehauptungen, Kritik an etablierten Medien sowie der Verlagerung der gesellschaftlichen Debatte in die Echokammern sozialer Medien einher.

Was wollen wir erreichen?

Mit dem Projekt "Finding Common Ground" wird ein internationales Netzwerk von Medienakteuren aufgebaut, die gemeinsam neue Austauschformate schaffen, digitale Echokammern und Filterblasen überwinden und auseinanderdriftende Gesellschaften wieder ins – persönliche – Gespräch bringen wollen. Journalisten treten dabei als Initiatoren und Moderatoren einer direkt und differenziert geführten gesellschaftlichen Debatte auf.

Wie funktioniert das Projekt?

Das Projekt richtet sich an professionelle Medienschaffende aus den USA und verschiedenen Ländern Europas, die bereits "face-to-face" Dialogformate entwickelt haben. Sie tauschen sich über unterschiedliche nationale Perspektiven zum Phänomen gesellschaftlicher Spaltung und über best practice Beispiele, wie das Projekt "Deutschland spricht" von ZEIT Online, aus und entwickeln innerhalb eines Workshops selbst Formate für persönliche und direkte Gespräche. Diese Formate werden im Anschluss an den Workshop, in einem Zeitraum von 3 Monaten, von den Teilnehmern in ihren jeweiligen Ländern umgesetzt. Ein weiterer Bestandteil sind die Hospitationen bei einem der Netzwerkpartner, um vertieft andere gesellschaftliche Rahmenbedingungen und Herangehensweisen an das Thema kennen zu lernen.

Wo findet das Projekt statt?

Der Workshop wird während des 12. Internationalen Journalism Festival vom 11. - 15. April 2018 in Perugia, Italien stattfinden. Im Rahmen der Festivalveranstaltungen stellen die Teilnehmer das Projekt und ihre Erkenntnisse außerdem einer breiten Fachöffentlichkeit vor und sammeln durch diesen Austausch weitere Impulse für ihre Ideen und Konzeptionen.

Wer steht dahinter?

"Finding Common Ground" ist ein Projekt des Agora Journalism Center for Innovation and Civic Engagement der University of Oregon, gefördert von der Robert Bosch Stiftung sowie der News Integrity Initiative und in Kooperation mit ZEIT Online und dem International Journalism Festival.