Warum machen wir das Projekt?

Wissenschaft möglichst vielen Menschen zugänglich zu machen und nicht nur ein akademisch gebildetes Publikum anzusprechen, ist ein seit langem unerfüllter Anspruch der Wissenschaftskommunikation. Dabei stellt sich diese Aufgabe dringlicher denn je: Ökologische Herausforderungen wie den Klimawandel können wir als Gesellschaft nur meistern, wenn wir uns auf Grundlage wissenschaftlicher Fakten auf Gegenmaßnahmen verständigen. Angesichts der Erfolge populistischer Strömungen und der Konkurrenz durch „alternative“ Medien und Experten ist die Wissenschaft besonders gefordert, Orientierungshilfen in einer immer unübersichtlicheren Welt zu geben. Dabei gilt es, neue Vermittlungsformate zu finden, die auch Menschen ansprechen, die sonst wenig Berührungspunkte mit Wissenschaft haben.

Was wollen wir erreichen?

Die YouTube-Kampagne zum Earth Overshoot Day („Welterschöpfungstag“) soll Jugendliche, die bisher keine Berührungspunkte mit Wissenschaft haben, für drängende ökologische Herausforderungen und deren wissenschaftliche Hintergründe interessieren. In den Videos von YouTubern wie Mr. Trashpack oder Fräulein Chaos geht es dabei nicht nur um Wissensvermittlung. Thematisiert wird auch, wie wir alle in unserem Alltag zu einer nachhaltigeren Gesellschaft beitragen können. Das Projekt hat dabei auch eine Mittlerfunktion und soll Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler für die Lebensrealität und Erwartungshaltung der Jugendlichen sensibilisieren. Initiatoren der Kampagne sind der WWF Deutschland und die Bildungsinitiative MESH Collective.

Wie funktioniert das Projekt?

Beginnend mit dem Earth Overshoot Day 2018, dem 1. August, erscheinen über ein Jahr hinweg insgesamt neun Videos auf den Kanälen von YouTubern wie Mr. Trashpack, Dillan White oder I'm Jette. Der Earth Overshoot Day steht symbolisch für den Tag im Jahr, an dem die Menschheit ihre natürlichen Ressourcen aufgebraucht hat - für den Rest des Jahres lebt sie quasi auf Pump. Unter der Leitfrage "Wie lebe ich in den Grenzen des Planeten" beschäftigen sich die YouTuber mit Themen wie Wetterextreme, Plastik im Meer oder Fleischkonsum. Wissenschaftler klinken sich in die Diskussionen ein, die in den Kommentarbereichen der Kanäle entstehen, und beantworten Fragen. Die inhaltliche Grundlage der Videos haben Jugendliche, Wissenschaftler und YouTuber in mehreren Workshops gemeinsam erarbeitet. Zunächst identifizierten Jugendliche mit wissenschaftlicher Unterstützung Themen, die ihnen besonders am Herzen liegen. Im zweiten Schritt erstellten die Wissenschaftler für jedes Thema Faktenblätter. Der gemeinsame Input ging schließlich an die YouTuber.

An wen richtet sich das Projekt?

Das Projekt richtet sich besonders an Jugendliche, die bisher wenig Bezug zur Wissenschaft haben. Zielgruppe sind auch Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die durch das Projekt Zugang zur Zielgruppe und Einblicke in deren Lebenswelten und Interessen erhalten.

Wer steht dahinter?

WWF Deutschland - Workshops mit Jugendlichen und Wissenschaftlern, wissenschaftlicher Input zu den ausgewählten Themen, Gesamtkoordination.

MESH Collective - Rekrutierung der YouTuber, YouTuber-Workshop, Redaktion und Produktion der Videos.