Warum machen wir das Projekt?

Das Thema Demenz gewinnt bei älteren Menschen mit Migrationshintergrund und deren Familien zunehmend an Bedeutung. Im Verlauf einer Demenz verlieren die Betroffenen häufig ihre als Fremdsprache erlernten Deutschkenntnisse. Die daraus entstehenden Verständigungsprobleme mit deutschen Ärzten und Pflegepersonen sowie die Tabuisierung der Erkrankung in den Familien können zu einer mangelhaften Inanspruchnahme von Unterstützungsangeboten führen. Rückzug und Isolation sind die Folge. Weder das deutsche Sozial- und Gesundheitssystem noch die betroffenen Familien sind auf diese Herausforderung vorbereitet. Es gibt inzwischen einzelne Informations- und Beratungsstellen, aber diese Angebote sind oft lokal begrenzt oder adressieren einen eingeschränkten Personenkreis. Es liegen auch Informationsmaterialien in unterschiedlichen Sprachen vor, diese sind aber kaum bekannt. Die Akteure in den jeweiligen Kulturkreisen sind zwar aktiv, aber weder mit dem Gesundheitssystem noch mit anderen Initiativen vernetzt.

Was wollen wir erreichen?

Wir wollen dazu beitragen, die Lebensqualität von Menschen mit Migrationshintergrund und Demenz zu verbessern.

Für Menschen mit Migrationshintergrund und Demenz stehen kultursensible Informations- und Beratungsangebote zur Erkrankung und Versorgungsmöglichkeiten zur Verfügung. Konkret soll erreicht werden, dass in Deutschland lebende Betroffene und ihre Familien besser über das Thema Demenz informiert sind, Zugang zu Unterstützungsangeboten finden und diese nutzen.

In einem mehrjährigen Prozess will das Projekt DeMigranz Akteure und Netzwerke aus Politik und Praxis zusammenbringen, damit sich dauerhafte Beratungs- und Informationsangebote entwickeln und eine bundesweite Vernetzung möglich wird. In der 1. Projektphase sind die Bundesländer Baden-Württemberg und Schleswig-Holstein beteiligt.

Was sind die Kernaufgaben?

Kernaufgabe im Projekt ist es, eine bundesweite Initiative anzustoßen, die den Aufbau von Informations- und Beratungsangeboten in den einzelnen Bundesländern vorantreibt. Auf Länderebene werden Veranstaltungen und Austauschtreffen organisiert, die thematische Schwerpunkte beleuchten, aber auch Raum für ein gegenseitiges Kennenlernen der Akteure bieten. Veranstaltungen auf Bundesebene dienen der Verbreitung der jeweils länderspezifischen Ergebnisse und bilden die Grundlage für eine übergreifende Vernetzung.

Eine Auswertung der bestehenden Literatur zu Demenz und Migration sowie die Erfassung der in der jeweiligen Muttersprache verfassten Materialien soll allen Akteuren in diesem Feld zur Verfügung stehen.

Wer führt das Projekt durch?

Demenz Support Stuttgart ist Projektträger und begleitet und moderiert die Arbeitsprozesse in Kooperation mit dem Demenz-Servicezentrum für Menschen mit Zuwanderungsgeschichte, AWO Unterbezirk Gelsenkirchen/Bottrop, das seine langjährige thematische Erfahrung und Expertise einbringt.

DeMigranz wird inhaltlich und fachlich begleitet durch:

  • Bundesarbeitsgemeinschaft der Immigrantenverbände in Deutschland e.V.
  • Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen e.V.
  • Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
  • Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V. Selbsthilfe Demenz
  • Hochschule Niederrhein
  • Kuratorium Deutsche Altershilfe Wilhelmine-Lübke-Stiftung e.V.