25 Jahre Lektorenprogramm

Im Jahr 2018-2019 feiert das Lektorenprogramm sein 25-jähriges Jubiläum.
Hier soll die Möglichkeit gegeben werden, auf das zurückzublicken, was sich in diesen Jahren gewandelt hat, was unverändert geblieben ist, welche Partnerorganisationen das Lektorenprogramm begleitet haben und welche Initiativen aus dem Lektorenprogramm hervorgegangen sind.

Geschichte des Lektorenprogramms

Das Lektorenprogramm hat sich seit der Gründung 1993 kontinuierlich weiterentwickelt, auf neue Bedarfe reagiert und sich neuen Herausforderungen gestellt.

Weiterbildungen

Weiterbildungen sind seit den 2000er Jahren ein zentrales Element des Lektorenprogramms und werden in Zusammenarbeit mit verschiedenen Partnern umgesetzt.

Go East

Der geografische Schwerpunkt des Lektorenprogramms hat sich im Laufe der Jahre verändert. Von Mittel- und Osteuropa über Russland, Zentralasien, China bis nach Ost- und Südostasien.

Motor für Innovation

Aus dem Lektorenprogramm sind eine Reihe innovativer Zusammenschlüsse, Netzwerke und Strukturen entstanden.

25 Jahre Lektorenprogramm

Das Lektorenprogramm hat sich seit der Gründung 1993 kontinuierlich weiterentwickelt, auf neue Bedarfe reagiert und sich neuen Herausforderungen gestellt. Das schließt sowohl regionale wie auch inhaltliche Veränderungen ein. Die zentralen Anliegen des Programms sind unverändert: einen Beitrag zur Völkerverständigung zu leisten, gegenseitiges Lernen anzuregen und die persönliche sowie berufliche Entwicklung junger Menschen zu fördern.

Der Eiserne Vorhang ist gefallen und neben Polen stehen östliche Nachbarstaaten im Fokus der Robert Bosch Stiftung. Es entwickelt sich das Tutorenprogramm.

Das Programm etabliert sich, aus den Tutorinnen und Tutoren sind Lektorinnen und Lektoren geworden. Zudem unterscheidet das Programm zwei Ziele: einerseits Sprachlektorate, in denen Deutsch als Fremdsprache unterrichtet wird und andererseits Fachlektorate, die sich der Vermittlung fachlicher Inhalte (z.B. Geschichte, Jura, Wirtschaftswissenschaften, Journalistik) auf Deutsch widmen.

Die Koordination des Programms wird von der Robert Bosch Stiftung an das Osteuropazentrum der Universität Hohenheim übergeben. Das Osteuropazentrum initiiert länderübergreifende Forschungskooperationen mit Universitäten in mittel- und osteuropäischen Ländern.

Im Jahr 2000 gibt es fast 100 Lektorate gleichzeitig. Um die Stipendiatengruppe vor Ort besser zu koordinieren, übernehmen Teilnehmende in den Hauptstädten die Funktion eines Bindeglieds zwischen der Programmkoordination sowie anderen Teilnehmenden und Kulturmittlern im Gastland. So engagieren sie sich für die Vernetzung des Programms vor Ort.

Die Projektarbeit wird als Raum für innovatives Lernen im Lektorenprogramm verankert. Die Spannbreite reicht von Trickfilmen über internationale Festivals bis hin zu Workshops für Studierende und Kollegien an Universitäten.

Zunächst arbeiten lokale Lehrkräfte eng mit den Lektorinnen und Lektoren aus deutschsprachigen Ländern zusammen und setzen sich im Tandem für die Völkerverständigung ein. 2015 werden die Tandemlektorinnen und -lektoren in lokale Lektorate (LOKs) umbenannt und die Bewerbungen unabhängig von Standorten der DACH-Lektorate möglich.

Um die Qualität des Programms zu steigern, wird 2006 ein spezifischer Ausbildungsgang eingeführt. Lektorinnen und Lektoren können nun zwischen verschiedenen Profilen wählen: Bildungsmanagement, Erwachsenenbildung und Organisationsentwicklung - dieser Schwerpunkt wird 2014 durch die Weiterbildung Projektmanagement abgelöst.
Für LOKs wird 2010 ein eigenes Weiterbildungsprogramm im Bereich Schlüsselkompetenzen etabliert.
Zudem stehen allen Teilnehmenden seit 2005 Coaching-Angebote offen.

Der Kulturpreis Deutsche Sprache wird von der Eberhard-Schröck-Stiftung und dem Verein Deutsche Sprache e.V. verliehen und zeichnet hervorragenden Einsatz für die deutsche Sprache und zukunftsweisende, kreative, sprachliche Leistungen in deutscher Sprache aus. Das Lektorenprogramm der Robert Bosch Stiftung erhält 2014 den Institutionenpreis.

Die Universität Hohenheim richtet sich strategisch neu aus und konzentriert sich nun auf die wissenschaftliche Zusammenarbeit mit internationalen Partneruniversitäten. Das Osteuropazentrum wird geschlossen. Die Robert Bosch Stiftung und die Universität Hohenheim entscheiden sich, die Kooperation im Bereich des Lektorenprogramms auslaufen zu lassen. MitOst übernimmt als langjähriger und erfahrener Partner die Trägerschaft des Lektorenprogramms zum 01. Juni 2016.

Weiterbildung

Weiterbildungen sind seit den 2000er Jahren ein zentrales Element des Lektorenprogramms.
Das Lektorat wird duch Angebote, die in Zusammenarbeit mit verschiedenen Partnern umgesetzt werden, qualitativ hochwertig belgeitet und unterstützt.

Die Weiterbildung begleitet die Projektarbeit der Lektoren und verzahnt trainingsbasierte Projektwerkstätten mit vertiefenden Seminaren und geht dabei von einem engen Zusammenhang zwischen beruflicher Qualifizierung sowie Persönlichkeitsentwicklung aus. Die Weiterbildung wird von der Fitis-Akademie für Training und Transfer durchgeführt.

Ziel des Fortbildungsprogramms ist die berufliche Weiterqualifizierung der lokalen Lektorinnen und Lektoren in Schlüsselkompetenzen (Zwischenmenschliche Kommunikation: Gesprächsführung, Rhetorik und Präsentation). Die Lektorinnen und Lektoren werden sowohl in der Anwendung der Kompetenzen als auch in ihrer Rolle als Multiplikatoren geschult. Partner für die Durchführung der Weiterbildung ist das Institut für Psychologie der Universität Hamburg.

Das Coaching ist als Teil der Persönlichkeitsentwicklung seit 2005 fest etablierter Bestandteil des Lektorenprogramms. Es wird seit seinen Anfängen von Gudrun Zipper durchgeführt und steht allen LOK- und DACH-Teilnehmenden offen.

Das Mentoringprogramm bietet Lektorinnen und Lektoren die Chance den Übergang vom Lektorat ins Berufsleben mit Unterstützung von Mentorinnen und Mentoren zu gestalten. Die Mentorinnen und Mentoren sind Alumni des Lektorenprogramms, die einen Lektor (Mentee) insgesamt 12 Monate begleiten. Kooperationspartner ist die Europäische Akademie für Frauen in Politik und Wirtschaft EAF.

Das Lektorenprogramm arbeitete von 2006 - 2014 mit der Universität Hildesheim (organization studies) zusammen, die speziell für das Lektorenprogramm den Ausbildungsgang Bildungsmanagement an Hochschulen in Osteuropa und China mit grundlagen- und anwendungsorientierten Modulen entwickelte.

Das Innovatiosnstipendium bot zurückkehrenden Stipendiatinnen und Stipendiaten die Möglichkeit eine selbst konzipierte Projektidee eigenverantwortlich in einer selbst gewählten Organisation umzusetzen. Das Projekt diente der Umsetzung einer innovativen Idee innerhalb einer größeren Programmstruktur sowie der eigenen beruflichen Orientierung und Vernetzung.

Go East

Der geografische Schwerpunkt des Lektorenprogramms hat sich im Laufe der Jahre verändert. Von Mittel- und Osteuropa über Russland, Zentralasien, China bis nach Ost- und Südostasien.

1993 startete das Lektorenprogramm in den osteuropäischen Nachbarländern.
Belarus, Estland, Lettland, Litauen, Polen, Slowakei, Tschechien, Ukraine und Ungarn - dort haben die ersten Lektorinnen und Lektoren an Universitäten unterrichtet.

Parallel zu den oben genannten Ländern kamen weiterhin neue Orte in Sürosteuropa für Lektorinnen und Lektoren dazu, wie z.B. Bulgarien, Bosnien-Herzegowina, Koratien, Moldau, Rumänien und Serbien.
Weiterin wurden Netzwerke in den zentralasiatischen Ländern aufgebaut, so in Aserbaidschan, Armenien, Georgien, Kasachstan, Kirgistan, Tadschikistan und Usbekistan. Aber vor allem sind weitere Standorte in Russland entstanden, sodass sich ebenfalls in Sibirien Lektorinnen und Lektoren befanden.

2008 werden dann erstmals Lektorate in China eröffnet. Im Laufe der Jahre entwickelt das Lektorenprogramm auch in China ein landesweites Netzwerk und ist, wie auch in den anderen Partnerländern an Orten abseits der Hauptstädte vertreten.
Auch der Name änderte sich zu "Lektorenprogramm in Osteuropa und China".

2016/2017 wurden erstmals Pilotlektorinnen und -lektoren an Hochschulen in Südkorea, Vietnam, Indonesien und Thailand aufgenommen. In diesem Jahr wurde das Lektorenprogramm erneut umbenannt in "Lektorenprogramm in Osteuropa und Asien".
Parallel zu der erstmaligen Aufnahme von Parnteruniversitäten und lokalen Lektoren in (Süd)Ostasien wurden letztmalig die Lektorate in Osteuropa, Zentralasien und Russland gefördert.
Seit 2017/18 gibt es nur noch Lektorate in Asien.

Motor für Innovation

Aus dem Lektorenprogramm sind eine Reihe innovativer Zusammenschlüsse, Netzwerke und Strukturen entstanden.

1996 gründeten ehemalige Lektorinnen und Lektoren den Verein MitOst. Als gemeinnützige und international tätige Organisation unterstützt MitOst Projekte und führt selbst Programme durch, die Kulturaustausch, zivilgesellschaftliches Engagement, sozialen Zusammenhalt und nachhaltige Stadtentwicklung fördern. MitOst ist seit langem Alumniverein für das Lektorenprogramm und seit 2016 auch Trägerorganisation. 

Die Geschichte der Sprachlernzeitschrift für Deutsch als Fremdsprache begann 1999 in Sibirien. Ein Lektor machte die Zeitschrift russlandweit bekannt, inzwischen ist sie ein weltweit etabliertes Journal für Deutschlernende und Sprachlehrkräfte.

Im Jahr 2000 rief die Robert Bosch Stiftung das Theodor-Heuss-Kolleg ins Leben, nachdem bereits 1996 im damals neu grgründeten MitOst ein jährlich stattfindendes Seminarprojekt für junge Mittel- und Osteuropäer ehrenamtlich initiiert wurde. Aufbauend auf diesen ersten Erfahrungen sollte das gesellschaftliche Engagement junger Menschen unterstützt werden. Seit 2010 setzt das Kolleg seinen Schwerounkt auf Kooperationsprogramme mit lokalen Partnern.

2002 starteten sechs Lektorinnen und Lektoren für Kultur- und Bildungsmanagement, die nicht an Universitäten sondern in Kultureinrichtungen tätig wurden, mit der Idee Kontakte zu Künstlern und Kulturinstitutionen in Deutschland herzustellen. Daraus ist das Kulturmanagerprogramm entstanden, das Stipendiatinnen und Stipendiaten an Kultureinrichtungen im Ausland entsendet.

Am Anfang stand ein Email-Verteiler: Über ihn begannen Journalisten des Lektorenjahrgangs 2002 ihre Artikel an deutschsprachige Printmedien zu vertreiben. Heute setzt sich das Netzwerk für Osteuropa-Berichterstattung immer noch für einen frischen Blick auf die Region, unabhängigen Auslandsjournalismus und gegen wirtschaftliche, gesellschaftliche oder politische Einschränkungen journalistischer Arbeit ein.