Über das Programm

Es sind die vielen gut verzahnten Ebenen, die das Lektorenprogramm in Asien so besonders machen:
Junge Hochschulabsolventinnen und -absolventen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz unterrichten an einer asiatischen Universität Deutsch als Fremdsprache - im Programm heißen sie nach ihren Herkunftsländern D-A-CH-Lektorinnen und DACH-Lektoren. Neben ihrer Lehrtätigkeit engagieren sich die DACHs für ein Bildungsprojekt, das dem interkulturellen Dialog und ihrer persönlichen Entwicklung dient. Weiterbildungs- und Coaching-Einheiten unterstützen sie dabei. Ein monatliches Stipendium sichert ihren Lebensunterhalt während ihrer Zeit in Asien.

Dort trifft das Programm auf seine zweite Zielgruppe: Lokale oder auch LOK-Lektorinnen und LOK-Lektoren genannt, sind Deutsch sprechende Hochschulmitarbeiterinnen und -mitarbeiter in Asien, die einen monatlichen Zuschuss sowie Coaching- und Weiterbildungsangebote erhalten. Ihre Qualifizierungsschwerpunkte liegen in den Bereichen Rhetorik, Präsentation und Gesprächsführung. Sie bringen ihre neu erworbenen Kompetenzen direkt in ihre Arbeit an der Hochschule ein und erproben sie in der Praxis.

Über gemeinsame Seminare begegnen sich die beiden Gruppen und werden Teil eines aktiven Netzwerks. Das Lektorenprogramm wird momentan in China, Indonesien, Südkorea, Thailand und Vietnam angeboten.

Warum machen wir das Programm?

Das Lektorenprogramm macht junge Menschen aus verschiedenen Kontexten interkulturell handlungsfähig. Es fördert die Bereitschaft sich für Neues zu öffnen, sich aktiv einzubringen, im Austausch zu wachsen - Kompetenzen, die für eine zusammenwachsende Welt unerlässlich sind. Die Angebote des Lektorenprogramms ermöglichen nachhaltige Begegnungen zwischen jungen Menschen aus dem asiatischen und aus dem deutsch-sprachigen Raum. Gemeinsam knüpfen sie an einem grenzübergreifenden Netz, das seit nunmehr 25 Jahren persönliche und gesellschaftliche Veränderungen trägt.

Was wollen wir erreichen?

Wir wollen individuelle und zugleich gesellschaftliche Entwicklung ermöglichen. Dazu gibt das Lektorenprogramm gezielte Impulse: Erstens bietet es allen Stipendiatinnen und Stipendiaten Anlässe und Unterstützung zum persönlichen Wachstum. Zweitens dient es der beruflichen Qualifikation, die aus Weiterbildungseinheiten und dem täglichen praktischen Tun erwächst. Diese berufliche Seite des Programms geht über den individuellen Kompetenzzuwachs hinaus. Sie stößt einen internationalen Dialog zu Lehr- und Lernkulturen an. Drittens kommt das Lektorenprogramm durch das Engagement der Stipendiatengruppe einer lebendigen Gesellschaft zugute. So gehen Persönlichkeitsbildung und berufliche Qualifizierung, Begegnungen zwischen Menschen und gesellschaftliches Engagement Hand in Hand.  

An wen richtet sich das Programm?

Das Lektorenprogramm richtet sich an zwei Zielgruppen: An Hochschulabsolventinnen und Hochschulabsolventen aus dem deutschsprachigen Raum. Und an Nachwuchswissenschaftler oder -dozenten, die an asiatischen Hochschulen tätig sind. Während ihres Einsatzes im Lektorenprogramm begegnen sich beide Gruppen auf mehreren Treffen in Deutschland und Asien.

Die jungen Hochschulabsolventinnen und -absolventen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz werden nach ihren Herkunftsländern D-A-CHs genannt. Aus ganz unterschiedlichen Studienfächern kommend, verbindet sie ein Interesse an der Lehre, an engagierter Projektarbeit und an Asien. Regionale Erfahrungen sind keine Bedingung. Die Bereitschaft die eigenen Kompetenzen zu erweitern wird aber vorausgesetzt und im Rahmen des Programms unterstützt.
Weitere Informationen siehe Ausschreibung.

Als LOKs kommen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von asiatischen Hochschulen in Frage, die eine akademische Laufbahn anstreben und sehr gute Deutschkenntnisse mitbringen. Darüber hinaus sollten sie sich für innovative Bildungsansätze, für eine Erweiterung ihrer Kompetenzen in Rhetorik, Präsentation und Gesprächsführung sowie für eine Zusammenarbeit mit anderen Teilnehmenden des Lektorenprogramms interessieren. Sie bleiben während des Lektorats in ihrer Heimat, können sich aber für einen Forschungsaufenthalt oder ein Praktikum in Deutschland bewerben.
Weitere Informationen siehe Ausschreibung.

Gasthochschulen in Asien sind ein weiterer Baustein im Lektorenprogramm. Sie binden für die Dauer des Lektorats junge Hochschulabsolventinnen und -absolventen aus dem deutschsprachigen Raum in ihr Kollegium ein, bieten ihnen ein ortsübliches Gehalt, eine Wohnung und Unterstützung bei der Beantragung des Arbeitsvisums. Im Gegenzug profitieren die Gasthochschulen von muttersprachlichem Deutschunterricht. Mehr noch: Die DACHs fungieren als Botschafterinnen und Botschafter ihrer Kultur, ermöglichen einen grenzübergreifenden Dialog zu innovativen Bildungsansätzen, engagieren sich vor Ort und binden die Gasthochschule in ein asienweites Netzwerk ein.
Weitere Informationen siehe Ausschreibung.

Wie funktioniert das Programm?

Das Lektorenprogramm vergibt Stipendien für ein Jahr. In dieser Zeit sind alle Lektorinnen und Lektoren Teil eines gut funktionierenden Netzwerks, dem sie nach Abschluss ihres Lektorats weiter angehören können. Das Jahr startet im Sommer 2019 mit einer gemeinsamen Auftaktveranstaltung in Deutschland, beinhaltet je ein Treffen im Herbst 2019 und im Frühjar 2020 in Asien und endet im darauffolgenden Sommer 2020 mit einer Zusammenkunft, wiederum in Deutschland.

Das Programm ruht auf drei Säulen: persönliche Weiterbildung, Lehre an der Hochschule und Projektarbeit.

Beide Lektorengruppen erhalten während ihres Stipendiums für sie zugeschnittene Coaching- und Weiterbildungsangebote. Für die DACHS sind das Workshops und Trainings zu Projektmanagement, Moderations- und Teamkompetenz, Seminare zu Themen wie Fundraising und Projektberatung.
Die LOKs qualifizieren sich in relevanten Schlüsselkompetenzen wie Rhetorik, Präsentationstechniken oder Gesprächsführung und verabreden Co-Teachings mit anderen LOKs. Ausgebildete Trainerinnen und Trainer hospitieren in ihrem Unterricht und geben ihnen konstruktive Kritik.
Dieses Weiterbildungskonzept ist in Zusammenarbeit mit Fitis-Akademie für Training und Transger und der Universität Hamburg entstanden. Die Stipendiatengruppe des Programms erhalten am Ende ihres Lektorats ein Zertifikat über die erworbenen Kompetenzen.

Alle Programmteilnehmenden unterrichten an einer Hochschule in Asien. Die LOKs führen ihre gewohnte Lehrtätigkeit fort. Die DACHs geben max. sechs Unterrichtseinheiten pro Woche Deutsch als Fremd- oder Fachsprache. Neben ihrer Lehrtätigkeit beraten sie Studierende uns das Kollegium in Fragen, die ihr Herkunftsland betreffen, und organisieren Veranstaltungen außerhalb des Lehrplans.

Alle DACHs führen während ihres Aufenthalts in Asien mindestens ein selbstgewähltes Bildungsprojekt durch. Es kann sich um ein innovatives Fortbildungskonzept handeln, es kann ein Begegnungsort für Jugendliche sein oder ein interkulturelles Frauenfestival. Indem sich die DACHs vor Ort engagieren, leisten sei einen gesellschaftlichen spürbaren Beitrag. Und indem sie ein Projekt planen und durchführen, erweitern sie ihre persönlichen Kompetenzen. Die LOKs entwickeln vor allem ihre didaktischen Kompetenzen. So wachsen sie in ihre zukünftige Rolle als Multiplikatoren für innovative Lehrmethoden an der Hochschule.
DACHs und LOKs können darüber hinaus auch gemeinsame Projekte umsetzen.

Beispiele für gelungene Bildungsprojekte von DACH- und LOK-Lektoren aus dem Jahr 2017/18 sind:

  • Jüdisches Leben Qingdao: historische Spurensuche durch Stadtspaziergänge und eigenen Hörspielen in Qingdao/China
  • Co-Teaching: neue Ansätze für den Germanistitkunterricht - eine Bildungskooperation zwischen Jakarta/Indonesien und Ho-Chi-Minch-City/Vietnam
  • Sustainable Tourism in Isan: nachhaltige Tourismuskonzepte in Khon Kaen/Thailand

Wer steckt dahinter?

Das Lektorenprogramm in Asien ist ein Programm der Robert Bosch Stiftung in Kooperation mit dem Verein MitOst. MitOst e.V. wurde 1996 von ehemaligen Lektorinnen und Lektoren als Plattform für die weitere Vernetzung und Projektarbeit gegründet. Sprich: aus aktiven Teilnehmenden des Programms wurden dessen Träger. Seitdem sind Tätigkeitsprofil und Netzwerk des Vereins stetig gewachsen. Heute bietet MitOst ein Dach für mehrere Kooperationsprogramme, zahlreiche internationale Projekte, die Arbeit von 10 Alumnigruppen, das jährliche MitOst-Festival und das vielfältige Engagement von 1.400 MitOst-Mitgliedern aus 45 Ländern.

Welche Angebote gibt es darüber hinaus?

Aus den mittlerweile 25 Lektoratsjahren sind weit über 1000 Alumni hervorgegangen, die Kontakt halten und sich regelmäßig treffen.

Einige Alumni, die inzwischen fest im Beruf stehen, engagieren sich als Mentorinnen und Mentoren. Sie bieten einer kleinen Gruppe von aktuellen DACHs ihre Begleitung nach Lektoratsende und deren Rückkehr an. Durch den persönlichen Austausch, durch Hilfe bei der Karriereplanung und durch die Seminareinheiten des Mentoringprogramms wird so den Teilnehmenden der Übergang ins Berufsleben erleichtert. Die Mentorengruppe wiederum bleiben der aktiven Lektorenarbeit verbunden und erhalten über die Seminareinheiten des Mentoringprogramms Möglichkeit zur persönlichen Weiterbildung.
Mehr Informationen und Auskunft über Natalie Wagner (natalie.wagner@mitost.org)

Das erste Alumniprojekt von einer Lektorengruppe war 1996 die Gründung von MitOst e.V. - ein Ehemaligenverein für Alumni verschiedener Programme der Robert Bosch Stiftung, aber auch eine Plattform um sich zu vernetzen und beruflich auszutauschen. Den Alumni bietet MitOst e.V. die Möglichkeit eine Förderung für kleinere Projekte und Treffen zu beantragen und sich international und themenübergreifend auszutauschen.

Um den Kontakt aller Alumni auch programmübergreifend zu fördern, gibt es seit 2017 das iac International Alumni Center und das Bosch Alumni Network.
Auf einer Plattform sowie auch auf Veranstaltungen in allen Partnerländern der Robert Bosch Stiftung werden Personen, Themen und Ideen vernetzt und auch über Programmteilnahmen hinaus Kontaktmöglichkeiten gegeben.