Warum machen wir das Projekt?

Europäische Städte sind wichtige Zentren für Bildung, Innovation, Wissen, Ökonomie und Kultur.

Sie können mit ihren vielfältigen Potenzialen und Chancen als Zukunftslabore fungieren. Gleichzeitig werden die sozialen, ökologischen und ökonomischen Herausforderungen im urbanen Kontext immer komplexer. Sie können zunehmend nur durch Bündelung unterschiedlicher Ressourcen und Kompetenzen wirklich effektiv und nachhaltig bewältigt werden.

Bereits jetzt wohnen drei Viertel der europäischen Bevölkerung in Städten – Tendenz steigend. Gleichzeitig gibt es immer noch eine Urbanisierungskluft zwischen den westlichen und aufstrebenden europäischen Ländern – und damit nicht zuletzt viel Potenzial, voneinander zu lernen, wie man komplexe Herausforderungen (gemeinsam) adressieren kann.

Städte brauchen aufgeschlossene und erfahrene Akteure, die bereit sind, an substanziellen Herausforderungen über soziale, sektorale, kulturelle und nationale Unterschiede hinweg zusammenzuarbeiten.

Was wollen wir erreichen?

Wir wollen engagierte Akteure unterstützen, die sich für positive Änderungen kollaborativ und partizipativ im Sinne des Gemeinwohls einsetzen. Kultur steht in diesem Kontext nicht nur für Vielfalt, Kreativität und Vitalität, sondern kann auch eine wichtige Rolle als Katalysator für lokale Transformationsprozesse spielen.

Mit dem Programm Actors of Urban Change wollen wir nachhaltige, partizipative Stadtentwicklung fördern und dabei das vielfältige Potential von Kultur als Antriebskraft und Wegbereiter für positiven Wandel nutzen. Dazu werden sektorenübergreifende Kooperationen zwischen Akteuren aus dem Kultur-/Nonprofit, dem öffentlichen und dem privaten Sektor initiiert und weiterentwickelt. Durch lokale Projekte, internationale Qualifizierungsmaßnahmen mit Peer-Learning, europaweiten Austausch und maßgeschneiderte Angebote können die Programmteilnehmer ihre Kompetenzen direkt in der Praxis anwenden. Austausch und Zusammenarbeit zwischen Organisationen und Akteuren mit verschiedenen fachlichen, kulturellen und gesellschaftlichen Hintergründen ermöglichen dabei genseitiges Lernen und Inspiration und unterstützen die (Weiter-)Entwicklung von sektorenübergreifenden Kooperationen.

Durch Qualifizierung engagierter Akteure und ihre europaweite Vernetzung über sektorale Grenzen hinweg wollen wir eine kollaborative Entwicklung und Verbreitung guter Praxis für eine nachhaltige und partizipative Stadtentwicklung in Europa vorantreiben.

Wie funktioniert das Projekt?

Jeweils ein Akteur aus dem Kultur-/Nonprofit-Sektor, dem öffentlichen und dem privaten Sektor bilden ein transsektorales Team, das ein innovatives lokales Projekt durchführt. Die lokalen Projekte sollen spezifische Aspekte der städtischen bzw. der Nachbarschaftsentwicklung adressieren wie soziale Inklusion und kulturelle Vielfalt, bezahlbarer Wohnraum, ökologische Gerechtigkeit, verantwortliche, nachhaltige Nutzung von Ressourcen. Die Projekte sollen darüber hinaus die Einwohner bei ihrer Umsetzung einbeziehen.

Über einen Zeitraum von 18 Monaten erhalten zehn solcher transsektoralen Teams aus verschiedenen europäischen Städten (aus potenziell 47 Ländern des Europarats, Kosovo und Belarus) Unterstützung bei der Umsetzung ihrer gemeinsamen Projekte vor Ort. Sie profitieren vom internationalen Austausch in fünf Seminaren und Hospitationen. Auf lokaler Ebene können die Teams neben der Projektförderung auch auf maßgeschneiderte Unterstützung durch Experten z.B. in Form von Beratung oder bei der Gestaltung partizipativer Prozesse zurückgreifen.

Die fünf internationalen, englischsprachigen Seminare bieten Qualifizierung zu Projekt- und Prozessmanagement, Transition Management, Partizipation sowie Initiierung und Gestaltung neuartiger Kooperationen mit Fokus auf transsektorale Zusammenarbeit. Die Hospitationen in anderen Städten geben die Möglichkeit, Erfahrungen auszutauschen, voneinander zu lernen und den eigenen persönlichen, lokalen Blick auf Herausforderungen und Lösungsansätze um die internationale Perspektive zu erweitern. Im gesamten Prozess werden die Teilnehmer durch das Programmmanagement unterstützt.

Wer steht dahinter?

Actors of Urban Change ist ein Programm der Robert Bosch Stiftung und wird in Kooperation mit MitOst e.V. durchgeführt.

Netzwerk

Das Actors of Urban Change- Netzwerk besteht nach der Umsetzung von zwei Programmauflagen (seit 2013) aus 60 Programmabsolventen aus 20 europäischen Städten und 17 Ländern. Mit der dritten Programmauflage (2017-2019) wird das Netzwerk um 30 engagierte Akteure aus 10 neuen Städten und sechs neuen europäischen Ländern erweitert. Sie können Netzwerkmöglichkeiten im Rahmen des Programms wahrnehmen sowie sich an den Aktivitäten des Robert Bosch Kulturmanager Netzwerks, des Bosch Alumni Networks und von MitOst e.V. beteiligen.

City Tool Box

Ein gutes Beispiel für Wissenstransfer und Verbreitung guter Praxis ist das Engagement der Programmteilnehmer, auch nach dem Programmabschluss. Auf Initiative von Actors of Urban Change aus sechs Städten ist die Online Lernplattform City Tool Box entstanden, auf der praxisbezogenes Wissen über urbane Interventionen zur Stärkung des lokale Engagements, insbesondere unter jungen Menschen, generiert und geteilt wird.

Publikationen der lokalen Teams reflektieren gesammelte Erfahrungen über Prozesse und teilen gewonnenes Wissen.