• Die Robert Bosch Stiftung hat das Dialogformat „Mensch Wissenschaft!“ entwickelt, bei dem sich Wissenschaftler und Bürger auf Augenhöhe begegnen.
  • Eine kostenlose Publikation erläutert das Veranstaltungsformat und bietet einen „Werkzeugkasten“ zum Nachbauen für Hochschulen und Forschungseinrichtungen.


Stuttgart, 29. Juli 2020 - Die Coronakrise hat gezeigt, wie stark Politik und Gesellschaft auf die Expertise von Wissenschaftlern angewiesen sind. Deren Empfehlungen dienen der Politik als Wegweiser durch die Krise und werden zum Gegenstand gesellschaftlicher Debatten. Um langfristig das Verständnis für wissenschaftliche Erkenntnisprozesse und Arbeitsweisen in der Bevölkerung zu stärken, hat die Robert Bosch Stiftung GmbH das Dialogformat „Mensch Wissenschaft!“ entwickelt. Es hat zum Ziel, Wissenschaftler und Bürger miteinander ins Gespräch zu bringen. „Will die Wissenschaft in aktuellen gesellschaftlichen Debatten nicht missverstanden oder gar missbraucht werden, muss sie präsent und nah an der Bevölkerung sein. Mit dem Dialogformat ‚Mensch Wissenschaft!‘ haben wir ein Modell entwickelt und erprobt, das wir nun wissenschaftlichen Einrichtungen zur Verfügung stellen“, sagt Katrin Rehak-Nitsche, Bereichsleiterin Wissenschaft bei der Robert Bosch Stiftung.

Aus den Erfahrungen sowie der begleitenden Evaluierung zweier Dialogveranstaltungen in Essen und Stuttgart ist eine Handreichung für Hochschulen und andere Forschungseinrichtungen entstanden. Die Publikation bietet eine Art „Werkzeugkasten“ mit praktischen Tipps, aus dem sich die Einrichtungen bedienen und mit dem sie das Format an eigene Ressourcen und Interessen anpassen können.

Intensiver Austausch an zwei Tagen

Damit Bürger und Wissenschaftler in einen intensiven Austausch treten können, verbringen sie idealerweise zwei halbe Tage in verschiedenen Kleingruppen miteinander, essen gemeinsam und haben Zeit zum Plaudern. Bürger, die sonst kaum Berührungspunkte mit Wissenschaft haben, lernen Wissenschaftler auf diese Weise als Menschen in ihrem Berufsalltag kennen. Forscher erfahren umgekehrt, welches Bild Bürger von ihnen haben und was sie von ihnen erwarten. Das Handbuch empfiehlt, sowohl über konkrete Forschungsprojekte zu sprechen, als auch über übergeordnete Themen wie die Entstehung wissenschaftlicher Ergebnisse, den Nutzen von Wissenschaft und ihre Finanzierung. Idealerweise dient eine solche Veranstaltung als Auftakt für ein dauerhaftes Community-Building in einer Stadt oder Region.

Die Evaluation hat gezeigt, dass die beteiligten Wissenschaftler das Transferpotenzial und den Nutzwert für Hochschulen als sehr hoch einschätzen. „Wissenschaftler müssen Bürgern die Komplexität der Welt erklären können, und dann müssen Probleme, die Bürger haben, in die Wissenschaft zurückgespielt werden. Dieses Spiel, dieser Dialog, ist ein wesentlicher Teil, um die Akzeptanz von Wissenschaft zu erhöhen“, sagt Wolfram Ressel, Rektor der Universität Stuttgart. Die Universität war ebenso wie die Universität Hohenheim als Kooperationspartnerin am Projekt beteiligt.

Die vollständige Publikation

Wie Hochschulen Bürger und Wissenschaftler ins Gespräch bringen

Alle beschwören den Dialog zwischen Wissenschaft und Gesellschaft, aber wie lässt er sich mit Leben füllen? Mit...

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