Stuttgart/Pacific Palisades, 19. Juni 2018 – Im kalifornischen Pacific Palisades wurde am Montag, 18. Juni 2018 das Thomas Mann House feierlich durch den Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier eröffnet. Ab Sommer 2018 werden dort insgesamt vier Fellows aus den Bereichen Wissenschaft und Kultur für jeweils mehrwöchige Aufenthalte einziehen. Das Thomas Mann House soll in Zukunft als Ort des internationalen Austausches dienen, von dem aus die Fellows konkrete Projekte entwickeln und diese während ihres Aufenthaltes gemeinsam mit Partnern in den USA umsetzen. Im Geiste seines ehemaligen Bewohners sollen im Thomas Mann House zudem Debatten zu grundlegenden Gegenwarts- und Zukunftsthemen auf beiden Seiten des Atlantiks, auch mit Blick auf den Pazifik, angestoßen werden. Gleichzeitig ist das Haus aufgrund seiner Geschichte als Erinnerungsort an die vielfältigen Aspekte des Exils gedacht.

Der erste Fellows-Jahrgang 2018/2019 setzt sich aus Prof. Dr. Jutta Allmendinger, Präsidentin des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung (WZB), dem Göttinger Literaturprofessor Prof. Dr. Heinrich Detering, dem international bekannten Schauspieler Burghart Klaußner sowie Prof. Dr. Yiannos Manoli, Professor für Mikroelektronik an der Universität Freiburg, zusammen.

„Mit den Thomas Mann Fellows fördern wir Personen, die sich als mutige Akteure zu transatlantischen und globalen Fragestellungen positionieren“, sagte Sandra Breka, Geschäftsführerin der Robert Bosch Stiftung GmbH, anlässlich der Eröffnung des Thomas Mann House. „Mit der Unterstützung des Residenzprogramms verbinden wir das Anliegen, solchen Stimmen auch an der Westküste der USA größeres Gehör zu verschaffen“, so Breka weiter.

Die Robert Bosch Stiftung fördert die Thomas Mann Fellowships im Rahmen ihrer Aktivitäten in der Völkerverständigung. Weitere Förderer sind neben dem Auswärtigen Amt und der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, die Berthold Leibinger Stiftung, das Goethe Institut sowie die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung.

„Das Weiße Haus des Exils“

Das ehemalige Haus Thomas Manns, das der Autor während seines Exils in Amerika von 1942 bis 1952 bewohnte, wurde im Jahr 2016 von der Bundesrepublik Deutschland erworben. Im „Weißen Haus des Exils“, wie Bundespräsident Steinmeier es bezeichnet, thematisierte Mann unter anderem die politischen Herausforderungen seiner Zeit sowie die Frage nach gemeinsamen Werten westlicher Demokratien. Im Thomas Mann House entstand beispielsweise auch der Großteil von Manns Radioansprachen „Deutsche Hörer!“, die von der BBC nach Deutschland ausgestrahlt wurden.

Die Durchführung des Residenzprogramms im Thomas Mann House übernimmt der Verein Villa Aurora & Thomas Mann House e.V. Dieser betreibt in Los Angeles bereits seit 1995 die Künstlerresidenz Villa Aurora, das ehemalige Exildomizil Marta und Lion Feuchtwangers, und verfügt über eine etablierte Infrastruktur vor Ort.

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