Berlin/Stuttgart, 25. Mai 2016 - Sie beschäftigen sich mit den Auswirkungen globaler Migration, mit faschistischen und autoritären Entwicklungen und mit der Unterdrückung von Minderheiten: Neun internationale Kooperationsprojekte von freien und festen Theatergruppen aus dem deutschsprachigen Raum und Partnern aus Osteuropa sowie Nordafrika erhalten im Rahmen des Programms "Szenenwechsel" für die kommenden zwei Jahre eine Förderung in Höhe von jeweils bis zu 15.000 €.

Eine Expertenjury hat die Projekte aus rund einhundert Bewerbungen ausgewählt, darunter Kinder- und Jugendtheater, Performance, Straßentheater, Tanz und Zirkus, aber auch Game- und Hörspielformate. Die in die Förderung aufgenommenen Künstler stammen aus Albanien, Bulgarien, dem Kosovo, Polen, Rumänien, Serbien, Slowenien, Ungarn und der Ukraine.

In Nordafrika wurden deutsche Kooperationsprojekte mit Algerien und Ägypten ausgewählt. "Die ausgezeichneten Projekte zeigen die ernsthafte Bemühung, die Rolle der Kultur in einem krisengeschüttelten Land zu stärken", heißt es in der Jurybegründung. Die Jury sprach sich dafür aus, trotz der schwierigen politischen Bedingungen Projekte mit Partnern aus Nordafrika künftig deutlich auszubauen. Die Theaterlandschaft dieser Region berge ein bemerkenswertes Potential.

Das Programm "Szenenwechsel" wird gemeinsam vom deutschen Zentrum des Internationalen Theaterinstituts (ITI) und der Robert Bosch Stiftung umgesetzt. Es unterstützt seit 2012 jährlich internationale Kooperationen im Bereich der Darstellenden Künste. Insgesamt wurden in den letzten vier Jahren 29 Projekte aus den Bereichen Schauspiel, Tanz, Musiktheater und Performance mit rund 480.000 € unterstützt.

Der Jury 2016 gehörten an: Tilmann Broszat (Festival SPIELART München), Annette Dabs (Figurentheater-Festival FIDENA, Bochum), Anja Dirks (Künstlerische Leitung Belluard Festival International, Fribourg), Stefan Schmidtke (Wiener Festwochen, Künstlerische Leitung Schauspiel) und Branko Šimic (Regisseur, Hamburg).

Die von der Jury ausgewählten Kooperationsprojekte 2016 sind:

FASCHISMUS. STUDIEN ZUM AUTORITÄREN CHARAKTER
LIGNA Frankfurt, Deutschland und Informbureau Sofia, Bulgarien


DIE ZIGANIADA
Heimathafen Neukölln mit France-Elena Damian und Peca Stefan Berlin, Deutschland und Centrul de Teatru Educational Replika Bukarest, Rumänien


TRANSIT: CENTER OF POSSIBILITIES
Invisible Playground Berlin, Deutschland und Artopolis Association/Placcc Festival Budapest, Ungarn


CARLA DEL PONTE TRINKT IN PRISHTINA EINEN CHAI LATTE
FFT (Forum Freies Theater) Düsseldorf, Deutschland und Qendra Multimedia Priština, Kosovo


URBAN LABORATORY IDEAL PARADISE UKRAINE. A PERFORMATIVE PRACTICE IN URBAN SPACE
theatercombinat Wien, Österreich und Drabyna NGO Lviv, Ukraine


LES FEMMES DE BEJAIA.
EIN FEMINISTISCHES ALGERISCH-DEUTSCHES DOPPELMONODRAMA
suite42 Berlin, Deutschland und Théâtre régional Béjaïa in Béjaïa, Algerien


EQUINOX. EINE THEATRALE REISE DER IDENDITÄT ZWISCHEN ORIENT UND OKZIDENT - THEATER IM ÖFFENTLICHEN RAUM
Grotest Maru Berlin, Deutschland und I-ACT/International Association for Creation and Training (Alternative Theatre Group - ATG), Alexandria, Ägypten


RADIO EUROPA - UNDER CONSTRUCTION TEIL I: RADIO COLI
EIN ANSCHAUBARES WANDERRADIO IN TIRANA
Mobile Albania Gießen, Deutschland und MIZA Galerie Tirana, Albanien


BIOTOPIA. BIOTOPIE. FIGURENTHEATER: KULTURPFLANZEN IN LEIPZIG UND BIAŁYSTOK
Lindenfels Westflügel Leipzig, Deutschland und Grupa Coincidentia Białystok, Polen

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