Berlin, 02. Oktober 2015 – "Angesichts der Vielzahl der Menschen, die zu uns kommen, müssen wir bei denen mit hoher Bleibeperspektive die Integration von Anfang an ermöglichen und forcieren", so Armin Laschet, Vorsitzender der Robert Bosch Expertenkommission zur Neuausrichtung der Flüchtlingspolitik. "Derzeit verwenden wir zu Recht alle Kräfte auf den Sprint bei der Unterbringung. Wir müssen nun aber gleichzeitig den Marathon bei der Integration aufnehmen." Das gilt für alle gesellschaftlichen Bereiche, vom Zugang zu Bildung und Sprache, zum Wohnungsmarkt, zum Arbeitsmarkt oder der Gesundheitsversorgung. Nur so könne eine erfolgreiche Integration gelingen. Gleichzeitig gelte es, soziale Konkurrenz zu vermeiden. Die Robert Bosch Expertenkommission zur Neuausrichtung der Flüchtlingspolitik tagt heute zum dritten Mal in Berlin und wird ab November erste Handlungsempfehlungen für Neuerungen in der Flüchtlingspolitik vorlegen.

"Wir müssen aus den Fehlern, aber auch Erfolgsgeschichten der langjährigen deutschen Integrationspolitik lernen und vor diesem Hintergrund die aktuellen Herausforderungen in Angriff nehmen", so Dr. Ulrich Maly, Vize-Präsident des Deutschen Städtetags und Mitglied der Kommission. Die Kommission plädiert dafür, auch ungewöhnliche Wege zu gehen, um die große und schnell wachsende Zahl von Flüchtlingen schnell zu integrieren.

Zum heutigen nationalen Flüchtlingstag betont Armin Laschet zudem: "Die Integration von Flüchtlingen in Deutschland ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe – Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft müssen Hand in Hand gehen, um das zu schaffen".

Auch bei diesem Thema lohnt ein Außenblick: "Gute Lösungen zur Integrationsförderung aus anderen Ländern der Welt mit hohem Zuwanderungsanteil können Hinweise für die erfolgreiche Bewältigung der Herausforderung hierzulande ergeben", so Uta-Micaela Dürig, Geschäftsführerin der Robert Bosch Stiftung.

Die von der Robert Bosch Stiftung Anfang 2015 einberufene Kommission bringt zehn hochrangige Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zusammen. Gemeinsam erarbeiten sie Handlungsempfehlungen für eine Neuausrichtung der Flüchtlingspolitik in Deutschland. Dazu soll die Kommission das Fachwissen von möglichst vielen beteiligten Stellen strukturiert aufbereiten und sich der Politik als parteipolitisch unabhängiger Berater zur Verfügung stellen. Den Vorsitz der Kommission hat Armin Laschet, stellvertretender Bundesvorsitzender der CDU Deutschlands und ehemaliger Integrationsminister des Landes Nordrhein-Westfalen. Die weiteren Mitglieder der Kommission sind

Heinrich Alt, Bundesagentur für Arbeit


Günter Burkhardt, Geschäftsführer Pro Asyl


Peter Clever, Mitglied der Hauptgeschäftsführung der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände


Dr. Michael Griesbeck, Vizepräsident des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge, Nürnberg


Prof. Dr. Renate Köcher, Geschäftsführerin des Instituts für Demoskopie Allensbach


Dr. Ulrich Maly, Oberbürgermeister der Stadt Nürnberg und Vize-Präsident des Deutschen Städtetags


Bilkay Öney, Ministerin für Integration des Landes Baden-Württemberg, Stuttgart


Roland Preuß, Süddeutsche Zeitung


Hans Peter Wollseifer, Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks


Prof. Dr. Christine Langenfeld, Vorsitzende des Sachverständigenrats deutscher Stiftungen für Integration und Migration (Gast)

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