Von stetigen Neuanfängen – Trainee Fabia Göhring berichtet

Im Herbst 2018 startete Fabia Göhring als Trainee der Robert Bosch Stiftung. Seitdem hat sie Stationen in drei Themenbereichen sowie in den Querschnittsbereichen in Stuttgart und Berlin erfolgreich absolviert. Auf der Zielgeraden ihrer Traineezeit schildert sie ihre Erfahrungen.

Robert Bosch Stiftung | März 2020
M. Fuchs

Fabia Göhring

Das Traineeprogramm ist ein stetiger Neuanfang. Jede Station ermöglicht neue Einblicke, ob in einem Themenbereich, in der Kommunikation, im Controlling oder in der Personalabteilung. Was ist dein Lieblingsbereich? Diese Frage bekomme ich immer wieder gestellt. Selbst jetzt, in der vorletzten Station des Traineeprogramms angekommen, kann ich das (noch) nicht beantworten. Es gibt Themen, für die ich brenne, zum Beispiel die EU und die Stärkung der Zivilgesellschaft. Aber vielleicht machen gerade die Stationen das Programm aus, auf die ich mich nicht direkt beworben hätte, denn hier ist der Lernerfolg am größten. 

Immer wieder neue Themen entdecken

Ob es um Stadtentwicklung in Asien, kulturelle Teilhabe für Kinder, das Rollenkonzept für Mitarbeiter oder die Finanzplanung der Stiftung geht – ständig werde ich mit neuen Themen konfrontiert. Dabei „stolpere“ ich oft in laufende Prozesse. Häufig kenne ich die Vorgeschichte nicht und habe vielleicht einen ganz anderen Studienhintergrund als die Kollegen. Dennoch habe ich den Anspruch, so schnell wie möglich die Ärmel hochzukrempeln und mitzuarbeiten. Eine perfekte Vorbereitung auf all das gibt es nicht, denn die Stelle als Trainee hat so viele unterschiedliche Facetten. Allerdings hat der stete Wechsel auch seinen Preis, und manchmal bedauere ich es, Themen nicht in ihrer inhaltlichen Tiefe ausschöpfen oder Prozesse nur noch aus der Ferne weiter beobachten zu können, weil der nächste Bereich ruft.

Jedes Team ist anders

Mit jedem neuen Bereich komme ich auch in ein neues Team. Ein Wechsel von einem Büro ins andere, von einem Haus in das Nachbargebäude, kann sich auf vieles auswirken: Ob eine Besprechung punktgenau anfängt oder ein bisschen später, ob man einen Blazer anzieht oder Turnschuhe, ob man duzt oder siezt. Ich begegne immer wieder neuen Teamstrukturen. In manchen Stationen werde ich mit einem detaillierten Einarbeitungsplan empfangen und regelrecht an die Hand genommen, in anderen heißt es „Du kennst die Stiftung ja schon“, und die ersten Aufgaben liegen direkt bereit. Meine Fragen stoßen stets auf offene Ohren und ich erfahre große Wertschätzung.

Umfassendes Projektmanagement und neue Felder

In den vier- bis fünfmonatigen Stationen im Projektmanagement der Themenbereiche kann ich relativ schnell selbstständig Aufgaben übernehmen. Hierzu zählen die inhaltliche Einschätzung eines Projekts, der Austausch mit Partnern, der Finanz- und Wirkungsplanung, die Organisation von Veranstaltungen, die Begleitung von Änderungen im Projektverlauf und die Evaluation. In den zweimonatigen Stationen in den Querschnittsbereichen habe ich teilweise ganz neue Felder entdeckt. Überraschend waren zum Beispiel die vielen Schnittmengen zwischen der IT und dem Projektmanagement der Themenbereiche. Ein besonders großer Gewinn ist für mich zudem die Mitarbeit in den Strategieprozessen der Stiftung. Gemeinsam stellen wir uns Fragen wie: Was sind die großen Herausforderungen unserer Zeit? Welche Themen fördern wir in Zukunft? Wie können wir die größte Wirkung erzielen? Diese kritische Reflektion der eigenen Arbeit bereichert mich enorm, sowohl fachlich als auch persönlich.

Blick für die Stiftung als Ganzes

Nicht nur das Projektmanagement lerne ich kennen, sondern die gesamte Stiftung als Organisation. Eine bestimmte Fragestellung sehe ich aus immer neuer Perspektive. In Diskussionen kann ich so meine Eindrücke aus vergangenen Stationen einbringen und bin gleichzeitig frei davon, nur für eine bestimmte Einheit zu sprechen. Manchmal passiert es mir, dass ich sage, warum wir einen Sachverhalt so sehen oder warum das für uns so ist – und merke dann, dass das „Wir“ mal die Einen, mal die Anderen sind. Als Trainee bin ich Mitglied vieler Teams. Es ist dieser Blick auf die Stiftung als Ganzes und ihre internen Zusammenhänge, der das Programm so interessant macht.