Praktische Berufserfahrung mit „Sahnehäubchen“

Ein Hochschulstudium ist zeitintensiv. Denn neben Seminaren und Prüfungen sollten Studierende zusätzlich erste berufliche Erfahrungen sammeln. Dies können sie zum Beispiel als Praxisstudent/in bei der Robert Bosch Stiftung tun. Drei von ihnen berichten.

Robert Bosch Stiftung | November 2018
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„Der Name Robert Bosch Stiftung ist zweifellos ein Türöffner. Ich spüre direkt Respekt, wenn ich von meinem Arbeitgeber erzähle“, sagt Mariesa Pfleiderer. Die Stuttgarterin studiert Politikwissenschaft und Soziologie an der Universität Frankfurt/Main; im kommenden Frühjahr plant sie ihren Bachelorabschluss. Danach soll ein Duales Studium Betriebswirtschaft folgen. In der Stiftung ist seit rund eineinhalb Jahren der Zentralbereich ihr Einsatzfeld. Sie beschäftigt sich vor allem mit Archivierung. „Ich habe mich in diverse Software-Programme eingearbeitet und an einer neuen Struktur mitgewirkt. Dabei kann ich eigenverantwortlich arbeiten, lerne viel über Prozesse und Inhalte und leiste meinen kleinen Beitrag zur Digitalisierung der Stiftung.“ Manchmal hilft sie in der Poststelle aus, bestellt Büromaterial oder sorgt dafür, dass die aktuellen Sicherheitsvorschriften im Haus verteilt werden. Ihre Arbeitszeit kann Mariesa Pfleiderer nach Absprache sehr flexibel gestalten. „Das ist für mich ideal, denn ich komme mit dem Zug aus Frankfurt.“

Ein mögliches Berufsfeld näher kennenlernen

Nicole Feifel wohnt im Großraum Stuttgart und wird im Frühjahr 2019 ihre Masterarbeit im Fach Romanische Sprachwissenschaften an der Universität Tübingen beenden. Seit fast zwei Jahren arbeitet sie im Themenbereich Wissenschaft. „Veranstaltungsorganisation und Recherche, aber auch die Aktualisierung von Verteilern oder mal eine große Versandaktion gehören zu meinen Aufgaben.“ Als „Sahnehäubchen“ und besondere Momente ihrer Arbeit beschreibt sie die Chance, „tolle und sehr interessante Leute kennenzulernen, sowohl bei den Partnern der Stiftung als auch auf Veranstaltungen, an denen ich beteiligt bin.“ Den Bereich Wissenschaft habe sie sich bewusst ausgesucht: „Die Wissenschaft sehe ich als potentielles künftiges Berufsfeld“, so Nicole Feifel. Nach Ablauf ihrer zweijährigen Stiftungszeit wird sie dafür bald die nächsten Schritte machen als wissenschaftliche Hilfskraft an der Universität Tübingen.

„Ich wollte für meinen Job bewusst raus aus dem akademischen Kosmos der Uni“, erklärt dagegen der 25-jährige Daniel Richardt. Er unterstützt seit Sommer 2017 den Themenbereich Völkerverständigung Europa und seine Nachbarn und studiert im Masterstudiengang „Friedensforschung und internationale Politik“ an der Universität Tübingen. „In der Familie meiner Freundin gibt es einige ‚Boschler‘“, erzählt er, die hätten ihn auf die Stiftung aufmerksam gemacht. „Meine Arbeit im Themenbereich besteht vor allem aus inhaltlicher Recherche für das Team ‚Governance‘, zum Beispiel um die Entwicklung eines neuen Programms vorzubereiten oder Förderanträge einzuschätzen. Mir gefällt die andere Perspektive und gleichzeitig die thematische Verbindung mit dem Studium“, erklärt er. Auch bei Übersetzungen (Englisch und Französisch) komme er zum Einsatz. „Sehr nah an einzelnen Vorhaben dran zu sein“, beschreibt er als Plus seiner Tätigkeit.

Zusammenarbeit im Team

Die Robert Bosch Stiftung bietet für Praxisstudenten in allen Bereichen des Hauses Stellen an; zunächst per Ein-Jahres-Vertrag, der dann um ein weiteres Jahr verlängert werden kann. Die Verträge sehen einen Umfang von 10 Wochenstunden vor; in den Semesterferien geht auch mehr. Weitere bezahlte Tätigkeiten schließt die Stiftung aus. Dies hat sozialversicherungsrechtliche Gründe. „Das sollte ein Bewerber vorher für sich persönlich abklären“, rät Daniel Richardt.

Alle drei Praxisstudenten sprechen von „wertvollen Erfahrungen“, die sie in der 200-köpfigen Stiftungsorganisation sammeln. Mariesa Pfleiderer, Nicole Feifel und Daniel Richardt betonen den praktischen Mehrwert ihrer Tätigkeiten, zum Beispiel: direkte Einblicke in den Stiftungssektor, Kennenlernen neuer Netzwerke und Akteure, bereichernde persönliche Begegnungen und nicht zuletzt die kollegiale Zusammenarbeit in einem Team.